Liebe Arbeitsuchende

Wir möchten Ihre Erlebnisse, Geschichte und Schikanen vom Jobcenter, Ihrem Fallmanager oder Ihrem Sachbearbeiter veröffentlichen. Schreiben Sie das, was schon lange hätte geschrieben werden müssen.

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— Dienstag, 10. Januar 2012 —

Von Immigrationproblemen und Turbanträgern [ Keine Kommentare ]

anbend,
ich hatte am 28.12.2011 mal wieder ein termin beim amt freiberg/sa. und hatte mal wieder eine neue betreuerin bekomm.

1. sitze ich vorm bestellten zimmer und es war schon 10min. über der zeit, da kommt die raus und muß erstmal auf den
top.

2. komm ich dran, erstmal kam das übliche bla bla und dann frägt die mich wirklich ob ich immigrationproblem hätte
(ich wollte schon übern tisch lang, seh ich aus wie ein turbanträger?), da hab ich
als antwort gegeben ich bin deutscher und mein großvater war auch schon deutscher und die sagt bis zu den eltern
reicht zu. vielleicht hat die immigrationprobleme ich glaube das 3.reich ist noch da,

 

armes deutschland

— Mittwoch, 28. Dezember 2011 —

Nach viel Dunkelheit kommt auch wieder Licht? Nicht beim Arbeitsamt (ARGE) [ Keine Kommentare ]

Die Zeit, während ich auf die Arge angewiesen war, zählt zu den finstersten Kapiteln in meinem Leben.

Es ist nun schon einige Jahre her. Damals trennte ich mich von meinem Ehemann. Bald fand ich einen neuen Lebensgefährten. Er hatte einen Blumenhandel. Ich stieg als Floristin in sein Geschäft ein und unterstützte ihn. Zunächst lief alles gut. Der Kundenstamm wurde größer und die Umsatzzahlen erhöhten sich. Ich lebte derweil von Unterhalt, Erspartem und Kindergeld.

Der Euro!

Mit dem Währungswechsel im Jahr 2002 nahm dann das Unglück seinen Lauf! Die Kunden blieben aus und die Umsatzzahlen gingen deutlich zurück. Mein Partner konnte damit nicht umgehen und wurde depressiv. Die Schulden und Zahlungsverpflichtungen wuchsen schnell an. Das Geschäft wurde geschlossen und mein Partner musste Unterstützung beim Amt beantragen.
Da er in meinem Haushalt wohnte, wurde aus uns eine Bedarfsgemeinschaft.

Merkwürdige Vorgehensweisen!

Sämtliche Einkünfte meinerseits wurden nun mit seinen Ansprüchen in einen Topf geworfen. Zwischenzeitlich wurde ich von meinem Ex-Mann geschieden. Laut Scheidungsurteil musste er eine hohe Abfindung an mich zahlen. Die wurde sofort vom Amt eingezogen und mit den gezahlten Leistungen verrechnet. Obwohl ich für meine Kinder und mich normalerweise gar keine Unterstützung benötigte. Das Defizit entstand nur durch meinen Partner.
Weiterhin wurde ich zum Verkauf des gemeinschaftlichen Hauses gezwungen. Vorher wollte das Amt mich nicht bei der Krankenkasse anmelden.
Als ich mich dann selbstständig machte, erhielt ich auch keine Unterstützung seitens des Amtes. Immer wurden mir Steine vor die Füße geworfen. Ich konnte nur mithilfe von Freunden wieder aus diesem Loch herauskommen.

— Donnerstag, 22. Dezember 2011 —

Nur 24 Stunden arbeitslos und einen ganzen Tag Bürokratie [ Keine Kommentare ]

Nach 11 Jahren Selbstständigkeit, sah ich mich gezwungen, mein Unternehmen aufzugeben und beruflich neu umzusatteln. Hierfür beantragte ich eine Förderung des Landes Thüringen. Um Anspruch auf die Förderung zu haben, musste ich mich für 24 Stunden arbeitslos melden, damit ich eine Unterschrift bekomme, dass mir vom Arbeitsamt oder der Arge, kein Geld zu steht.

Spießrutenlauf in der Arge

Ich fuhr also auf die Arge in Erfurt und gleich bei meiner Anmeldung, machte ich Bekanntschaft mit grenzenloser Bürokratie und Unverständnis, sowie einem rüden Umgangston der Mitarbeiter. Da meine Geduld nach 2 Stunden Wartezeit aufgebraucht war, wies ich die Mitarbeiterin auf ihren Umgangston hin und erntete noch einen barschen Umgangston, in dem sie mir mitteilte, ich solle “die Füße stillhalten, schließlich will ich ja was haben”. Eine Unterschrift, entgegnete ich darauf hin, sowie die Zimmernummer des Amtsleiters.
Nach einigen missbilligenden Blicken, bekam ich die Zimmernummer und wollte beim Amtsleiter eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen. Nur war dieser, rein zufällig, nicht im Hause wie man mir mitteilte.

Ein schwerer Weg zum Erfolg

Also beließ ich es dabei und widmete mich weiterhin der Suche, einen Mitarbeiter zu finden, der mir die notwendige Unterschrift gibt.
Zuhören ist nicht die Stärke der Mitarbeiter der Arge in Erfurt, wie ich schnell bemerkte.
Der achte Mitarbeiter, bei dem ich ankam, wusste endlich dass ich kein Geld wollte, sondern nur eine Unterschrift benötige und dann umgehend die Arge verlasse. Schnell bekam ich die Unterschrift und der Mitarbeiter fragte mich, warum ich nicht gleich zu ihm geschickt wurde. Der Empfang weiß es.

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