— Archiv für den Tag „Zeitarbeit” —

— Mittwoch, 25. April 2012 —

Pappkartons falten statt Büroarbeit [ Ein Kommentar ]

So vorab meine Geschichte/n die ich aus O.  schildere sind ein paar Jahre her trotzdem rege ich mich immer noch drüber auf.

Aus Angst- Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages

Ich bewarb mich bei einer Zeitarbeitsfirma als Bürohilfe dieses war mir so auch vom Jobcenter vorgeschlagen worden. Gut eine Woche später bekamm ich an einem Freitag Nachmittag einen Anruf ob ich sofort zum Vorstellungsgespräch kommen könnte. Gesagt getahn! Ich bei der Zeitarbeitsfirma angekommen ist auf einmal nur noch von Produktionshilfe für einen Hungerlohn die Rede. Es war unter 7,50 Euro die Stunde! Ich sollte am Montag sofort anfangen. Aus Angst vor dem Jobcenter unterschrieb ich den Vertrag obwohl ich mir vorher klar war diese Arbeit packe ich nie und nimmer da ich durch eine Krankheit nicht der schnellste bin!

Keine geforderten Leistungen erbracht- zurück zur Zeitarbeitsfirma!

Ich fange im Kundenbetrieb an zu arbeiten werde von hü nach hot geschickt und merkte recht schnell ja ich kann nicht das was man  gerne von mir hätte an Arbeitsleistung. Man verdonnert mich zum Pappkartonfalten im Akkord!  Der nächste Tag ich fang wieder an mit Pappkartonfalten bis mich irgendein Abteilungsleiter holt und mich samt Stundenzettel wieder zur Zeitarbeitsfirma schickt.

— Freitag, 30. März 2012 —

Zeitarbeit – bei 6,83 EUR sind Überstunden inklusive [ 6 Kommentare ]

Welchen Sinn macht das Handel der Arbeitsvermittler? In meinem Falle definitiv sollte man erst gar nicht nach dem Sinn fragen. Das einzige, was mein Arbeitsvermittler wirklich beherrscht ist grenzenlose Arroganz.

Zeitarbeit – bei 6,83 EUR sind Überstunden inklusive

Trotz guter Qualifikation wurden mir lediglich Stellen bei Zeitarbeitsfirmen angeboten, wo die Ausbeutung bereits auf der Hand lag. Überstunden sind mit der "normalen" Entlohnung von 6,83 Euro abgegolten, wenn ich 4 Stunden an einem Tag arbeitet, danach muss ich dringend zum Arzt, dann wird der komplette Tag NICHT bezahlt … wer unterschreibt denn bitte solche Verträge? Zumal man nur auf Probe angestellt wird. Hier liefert das Arbeitsamt den Zeitarbeitsfirmen lediglich Kanonenfutter zum Verheizen. Nachdem ich mich geweigert hatte, mich bei einer Zeitarbeitsfirma ausbeuten zu lassen, wurden mir sofort mal 30% von den Bezügen gekürzt. Vielleicht mag sich mancher denken "selbst schuld, hätte ja dort arbeiten gehen können".

2 Stellen gleichzeitig

Der eigentliche Witz an der Sache ist jedoch, das ich dem Arbeitsamt zum gleichen Zeitpunkt ein Praktikum vorlegte (welches ich mir selbst gesucht hatte) mit der Option auf Festanstellung und zwar genau in einem artverwandten Job, den ich mal ausgeübt hatte. Das Praktikum wurde mir von meinem Arbeitsvermittler verboten !!! "Wann und ob Sie ein Praktikum machen, das bestimme immer noch ich …" so der O-Ton des Arbeitsvermittlers.

Keine Chance auf Festeinstellung

Mir wurde also die Chance auf eine vernünftige Festanstellung untersagt und stattdessen sollte ich einen Aushilfsjob über eine Zeitarbeitsfirma antreten, der befristet auf 3 Monate war … bei den Arbeitsämtern geht es nicht um Betreuung und Vermittlung, hier geht es nur um Macht ausüben von kleinen Bleistiftanspitzern. Hier werden alle die Harzt 4 beziehen über einen Kamm gezogen, alle unwillig und faul. Warum bin ich in Harzt-4 gerutscht? Ich wurde während meiner Arbeit Opfer einer Straftat (Überfall und Entführungsversuch) und war danach arbeitsunfähig mit 1000 Gutachten. Ruck zuck wird man zu Harzt-4 geschoben und ab da geht die Spirale nur noch abwärts.

Wunderbares soziales Deutschland

Es ist wunderbar, das es in Deutschland ein soziales Netz gibt, das einen auffängt. Aber das ist kein Grund Menschen minderwertig von oben herab zu behandeln, wie es die Arbeitsvermittler der Arbeitsämter tun. 98% der Menschen, die ich kenne mit Harzt-4 Bezug, möchten lieber gestern als heute wieder ein normales Arbeitsverhältnis. Nur was da draussen die wenigsten nicht wissen, das die Arbeitsvermittler dies teilweise sogar blockieren.

— Sonntag, 13. Februar 2011 —

Auch Arbeitnehmer haben es nicht leicht… [ Keine Kommentare ]

Mit Ehrgeiz und Engagement Tag für Tag im beruflichen Alltag zu bestehen, ist die eine Sache. Für gute, zum Teil sogar herausragende Leistungen hingegen adäquat entlohnt zu werden, ist in diesem Zusammenhang eine ganz andere. Denn bekanntlich ist es in der heutigen Zeit beileibe keine Selbstverständlichkeit, für gute Arbeit auch gutes Geld verlangen zu können. Bei so manchem Hartz-IV-Empfänger wiederum sieht das Ganze oftmals anders aus. Denn viele bekommen für jahrelanges Nichtstun Geld. Monat für Monat. Jahr für Jahr. Aber das ist eine ohnehin bekannte "Never-ending-Story", die also wohl weiterhin immer wieder für rege Diskussionen sorgen wird. 

 

Engagement braucht Anerkennung

Viele Jobsuchende, die auf "herkömmlichem" Wege nicht auf Anhieb eine neue, berufliche Tätigkeit finden, nutzen aus der Not heraus die Option, die Hilfe eines Zeitarbeitsunternehmens in Anspruch zu nehmen. So weit, so gut. Eine durchaus löbliche Alternative. Jedoch ist Fakt, dass die Differenz im Vergleich zum Gehalt eines Arbeitnehmers, welcher nicht bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt ist, häufig weit unterhalb des Durchschnitts liegt. Traurig, aber wahr. Und so bringt zum Beispiel eine aktuelle DGB-Studie die folgende, durchaus erschreckende Statistik zutage, die vor allem die Herren Politiker endlich zum Nachdenken animieren sollte. Jeder achte (!) Arbeitnehmer, der für eine Zeitarbeitsfirma tätig ist, ist auf die zusätzliche Unterstützung durch Hartz-IV-Leistungen angewiesen.

 

Vielversprechende Aussichten?

Wie der DGB darüber hinaus mitteilte, handelt es sich hierzulande um sage und schreibe 92.000 Leiharbeiter, die auf staatliche Unterstützung setzen müssten, weil sie anderenfalls finanziell nicht über die Runden kämen. Das bedeutet demnach, dass arbeitswillige, qualifizierte Arbeitnehmer Tag für Tag dieselbe Arbeit verrichten müssen, wie regulär in Vollzeit Beschäftigte. Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass Erstere in gewisser Weise regelmäßigen, staatlichen Kontrollen unterliegen und von Zeit zu Zeit Einkommensnachweise et cetera einreichen müssen. Ebenso "erniedrigend" ist aber vor allem die Tatsache, dass harte Arbeit nicht immer gute Früchte trägt.

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