— Archiv für den Tag „Weiterbildung” —

— Donnerstag, 17. November 2011 —

Ausländer bekommen von der ARGE mehr Jobangebote [ Ein Kommentar ]

Ich erinnere mich gerne an meine Erlebnisse in einer Weiterbildung. Es war ein mehrwöchiger Kurs, damit man die Grundlagen für eine Tätigkeit in einem Call-Center erlangen konnte und es waren viele Kursteilnehmer, die sich diesen Kurs ausgesucht hatten, aber auch Kursteilnehmer, die vom Arbeitsamt in diesen Kurs faktisch gedrängt wurden. So auch ein sehr netter türkischer Mann, der zwar seit einigen Jahren schon in Deutschland war, aber keine großen Deutschkenntnisse erlangt hatte. So verstand er sehr wenig vom Lehrstoff und bald war klar, dass er als Call-Center-Agent nicht die beste Wahl war, da er nicht verstehen würde, was sein Gegenüber in der Leitung von ihm wissen wollte.

Deutsche Bürokratie schlägt seltsame Kapriolen

Der Kurs war schnell vorüber und weil wir sehr nette Kollegen waren, haben wir uns nachher noch mehrmals getroffen. Da wurden natürlich auch die Erfahrungen bei der Arbeitssuche besprochen und so mancher war frustriert, dass er auch nach Monaten immer noch keine Arbeit gefunden hatte. So ging natürlich auch die Frage rundum, wieviele Angebote man denn vom Arbeitsamt bekommen hätte und jeder schüttelte den Kopf und sagte, dass man überhaupt keine Angebote von dieser Stelle erhalten hätte. So ging es durch die ganze Runde bis auf einmal Deniz an der Reihe und mit Freuden berichtete, dass er sehr viele Angebote vom Arbeitsamt erhalten hätte. Aber leider wären die Angebote nichts für ihn, weil die Arbeitgeber immer gleich merken würden, dass er über sehr wenig verfügen würde. So herrschte bei fast allen Unverständnis über diese Verfahrensweise, aber so mancher war auch ganz schön sauer, weil diese Unterstützung bei der Arbeitssuche hätte sich jeder gerne gewünscht.

— Mittwoch, 19. Oktober 2011 —

Weiterbildung ohne weiter und Bildung [ Keine Kommentare ]

Mit meinem ALG 2 Sachbearbeiter habe ich es gut getroffen. Ein sehr netter Mensch, verständnisvoll und ganz das Gegenteil aller anderen Sachbearbeiter, neudeutsch Fallmanager, die ich bisher hatte. Mein Sachbearbeiter immer sehr bemüht, mir das Leben nicht unnötig schwer zu machen. Dennoch kam er auf die aberwitzige Idee, ich könnte eine Weiterbildung machen. Wobei es hier weniger um „weiter“ von Weiterkommen und um „Bildung“ ging, eher um „wir packen dich jetzt mal da rein, dann bist du aus der offiziellen Statistik raus“.

Im Nachhinein glaube ich, dass man selbst meinen Fallmanager eingelullt hatte, was diese Maßnahme betrifft. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich landete in Hanau in der Jobfactory.

Keine Jobs am Fließband

Die Jobfactory ist nicht wirklich eine Weiterbildungsmaßnahme oder ich definiere diesen Begriff anders. Ja zugegeben, es gibt Menschen, die wissen nicht einmal, wie ein PC eingeschaltet wird. Für diese Menschen war die Maßnahme sicherlich ein kleiner Fortschritt (allerdings keiner zu einer Beschäftigung). Alle anderen haben sich gefragt, was sie da überhaupt tun.

Achtung, die Jobangebote gehen uns aus

Denn nach 8 Stunden Bewerbung schreiben täglich gehen irgendwann auch mal die Jobangebote aus. Ab und an gab es mal ein Seminar, was auch das Highlight war. Ansonsten jeden Morgen Besprechungen, welche Bewerbungen man am Vortag geschrieben hatte und wo man sich noch bewerben will.

Die Rettung in Form meines Fallmanagers

Gott sei Dank habe ich einen tollen Fallmanager, der hat mich da wieder raus gehauen, denn Weiterbildung ist was anderes. Das hat auch mein Fallmanager eingesehen. Leider hängt ihm die Arge schon wieder im Nacken, mich in eine Maßnahme zu stecken.

— Montag, 3. August 2009 —

Nie mehr Hartz IV — Wege in die Selbstständigkeit [ Ein Kommentar ]

Selbstständigkeit kann ein Weg aus der Arbeitslosigkeit sein. Allerdings benötigt man die richtige Geschäftsidee, die die Basis für den Weg in die Selbstständigkeit bietet. Auch als Hartz IV-Empfänger, der einen Weg zurück ins Arbeitsleben sucht, sollte man sich dabei jedoch nicht nur auf seine eigene Einschätzung verlassen. Beratungen und eventuell Tests helfen dabei, eine Geschäftsidee auf ihre Tauglichkeit abzuklopfen. Ein paar Infos zu möglichen finanziellen Hilfen sollten daneben auch nicht fehlen.

Ein Projekt namens Garage

Garage nennt sich ein Weiterbildungsprojekt für Empfänger von Arbeitslosengeld II in Dortmund und Essen, die  den Schritt in die Selbstständigkeit oder die Freiberuflichkeit wagen wollen. Seit September 2006 wurden insgesamt 192 Menschen in die Dortmunder Gründerwerkstatt aufgenommen. 186 Menschen nutzten die Garage in Essen, um ihre Selbstständigkeit vorzubereiten. Jeweils sechs Monate haben die Teilnehmer am Garage-Projekt Zeit, um ihre Geschäftsidee zu formen. Ihnen stehen dafür Computer- und andere Arbeitsplätze zur Verfügung. Zusätzlich bekommen sie ein Coaching von einem Betriebswirt, einem Marketingspezialisten oder einem Vertriebstrainer, je nachdem, in welchem Bereich bei ihnen ein besonderer Förderbedarf besteht. Wer das Programm in Anspruch nehmen möchte, muss allerdings zuvor einiges dafür leisten. Gefordert werden etwa eine Konkurrenzanalyse und Umfragen, mit deren Hilfe sich die Erfolgsaussichten eines zukünftigen Geschäfts besser einschätzen lassen. Eventuell geht dabei bereits der eine oder andere Traum von erfolgreichen Geschäften zugrunde; aber es ist besser, eine nicht überlebensfähige Idee stirbt frühzeitig als zu einem Zeitpunkt, an dem sie bereits Zeit und vielleicht auch Geld gekostet hat. Und man muss seine Pläne für eine Selbstständigkeit ja nicht komplett begraben, wenn die eine Geschäftsidee nicht tragfähig ist. Schließlich gibt es ja noch andere Ideen, oder?

Der Versuch wäre es wert

Ähnliche Projekte wie die Garage existieren auch in anderen Städten; vielleicht sollte man sich einfach einmal erkundigen? Der Weg in die Selbstständigkeit sollte zwar überdacht werden, man sollte ihn andererseits aber auch nicht sofort mit den Worten „Das funktioniert sowieso nicht!“ ausklammern. Vielleicht gibt es etwas, was Erfolg versprechen könnte, was man eventuell gar gerne machen würde? Bestenfalls erfüllt der Schritt zur Selbstständigkeit dann gleich mehrere Träume auf einmal: Man gewinnt finanziell wieder etwas mehr Boden unter den Füßen. Man wird unabhängig von der Arge. Man bekommt das gute Gefühl, wieder für sich selbst sorgen zu können. All das kann es wert sein, zumindest einen Versuch zu starten und sich dafür Unterstützung zu sichern. Wer noch keinerlei Idee hat, mit welchem Geschäft er sich möglicherweise selbstständig machen könnte, der kann sich Anregungen im Internet holen: beispielsweise bei Gruenderlexikon.de. Auch finanziell kann man sich möglicherweise Unterstützung sichern. Tipps dazu gibt etwa die Seite Existenzgruender.de.

Weiterführende Links im Netz:

Das Gründerlexikon hält zum Thema Selbständigkeit viele Informationen, Vorlagen, Ratgeber und Onlinerechner vor, z.B.:

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  • Angela: Auch ich habe seit dem Hartz4-Bezug noch kein einziges Arbeitsangebot bekommen vom Jobcenter Lippe/D...