— Archiv für den Tag „Wartezeit” —

— Donnerstag, 22. Dezember 2011 —

Nur 24 Stunden arbeitslos und einen ganzen Tag Bürokratie [ Keine Kommentare ]

Nach 11 Jahren Selbstständigkeit, sah ich mich gezwungen, mein Unternehmen aufzugeben und beruflich neu umzusatteln. Hierfür beantragte ich eine Förderung des Landes Thüringen. Um Anspruch auf die Förderung zu haben, musste ich mich für 24 Stunden arbeitslos melden, damit ich eine Unterschrift bekomme, dass mir vom Arbeitsamt oder der Arge, kein Geld zu steht.

Spießrutenlauf in der Arge

Ich fuhr also auf die Arge in Erfurt und gleich bei meiner Anmeldung, machte ich Bekanntschaft mit grenzenloser Bürokratie und Unverständnis, sowie einem rüden Umgangston der Mitarbeiter. Da meine Geduld nach 2 Stunden Wartezeit aufgebraucht war, wies ich die Mitarbeiterin auf ihren Umgangston hin und erntete noch einen barschen Umgangston, in dem sie mir mitteilte, ich solle “die Füße stillhalten, schließlich will ich ja was haben”. Eine Unterschrift, entgegnete ich darauf hin, sowie die Zimmernummer des Amtsleiters.
Nach einigen missbilligenden Blicken, bekam ich die Zimmernummer und wollte beim Amtsleiter eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen. Nur war dieser, rein zufällig, nicht im Hause wie man mir mitteilte.

Ein schwerer Weg zum Erfolg

Also beließ ich es dabei und widmete mich weiterhin der Suche, einen Mitarbeiter zu finden, der mir die notwendige Unterschrift gibt.
Zuhören ist nicht die Stärke der Mitarbeiter der Arge in Erfurt, wie ich schnell bemerkte.
Der achte Mitarbeiter, bei dem ich ankam, wusste endlich dass ich kein Geld wollte, sondern nur eine Unterschrift benötige und dann umgehend die Arge verlasse. Schnell bekam ich die Unterschrift und der Mitarbeiter fragte mich, warum ich nicht gleich zu ihm geschickt wurde. Der Empfang weiß es.

— Montag, 17. Oktober 2011 —

Arbeitslosengeld beantragen ist eine Abenteuerreise [ Keine Kommentare ]

Mein Bruder hat gerade sein Studium beendet und muss nun vorübergehend zur Untermiete bei unserer Mutter wohnen. Es liegt ja auf der Hand, dass er sich eine eigene Wohnung zur Zeit mangelns Job nicht leisten kann. Da er schon 25 Jahre alt ist, steht es ihm natürlich zu, Hartz 4 zu beantragen. Gesagt – getan, er geht also zum Arbeitsamt.

Hartz 4 Anträge – ein Buch mit sieben Siegeln

Im Amt teilte man ihm mit, dass er nun sämtliche Anträge auszufüllen hat. Weil ich mich mit der Materie schon öfter beschäftigt habe, kommt er natürlich zu mir damit. Unter den ganzen Anträgen befindet sich auch ein vorgedruckter Mietvertrag, den wir zusammen ausgefüllt haben, wie auch all die anderen Anträge. Was die Arge alles von einem wissen will, ist schon hanebüchend. Einen Vordruck finde ich ganz besonders lustig, dort wird man gefragt, ob Vermögen vorhanden ist und wenn ja, wie viel! Ich meine, wenn ich über Vermögen verfügen würde – ganz ehrlich, würde ich dann Hartz 4 beantragen?

Der Mietvertrag

Um auf den Mietvertrag zurückzukommen: Wir haben ihn so ausgefüllt, dass man genauestens herauslesen kann, wie viel man als Einzelperson verbraucht. Dazu musste meine Mutter sämtliche Unterlagen vorbringen, sei es der Verbrauch von Wasser und Abwasser, die Grundsteuer, Müllgebühren – eben alles, was so als Nebenkosten gelten. Mein Bruder und ich waren der Meinung, dass nun alles zur Zufriedenheit des Amtes ausgefüllt war….

Doch – weit gefehlt! Die Kosten, die wir eingetragen hatten, waren nur auf meine Mutter als im Haus alleinlebende ausgerichtet. Eigentlich sollte das meiner Meinung nach ausreichen, weil meine Mutter ja nun mal EINE Person ist und somit einen geringen Verbrauch hat. Doch was sagt der Mensch beim Arbeitsamt zu meinem Bruder? Tut mir leid, so können Sie den Mietvertrag nicht abgeben, denn wir brauchen sämtliche Angaben nur über den Verbrauch von Ihnen und nicht von Ihrer Mutter… Was soll man dazu sagen?

— Dienstag, 12. Mai 2009 —

Wie blöd kann man sein? [ 2 Kommentare ]

Meine ersten Erfahrungen mit der Arbeitsagentur liegen mittlerweile schon etwas zurück. Ich war damals Beamtenanwärter, ich hatte eine Berufsausbildung in der Steuerverwaltung als Vorbereitung auf den gehobenen Dienst gemacht. Wie das Leben so spielt: erst kurz nachdem ich meine Prüfung erfolgreich abgelegt hatte, wurde mir (wie auch vielen anderen) mitgeteilt, dass ich nicht übernommen werden würde. Nun war ich quasi von einem Tag auf den anderen arbeitslos. Mir wurde dann geraten, mich unverzüglich arbeitssuchend zu melden. Das hab ich dann auch getan.

Kein Verständnis

Immerhin unterstützte mich ein anderer Leidensgenosse beim Ausfüllen der Meldung, so dass wenigstens das relativ schnell von statten ging. Daraufhin begab ich mich zum Informationsschalter um diese abzugeben. Folgendes Gespräch ergab sich dabei:
ARGE-Mitarbeiter: „Bitte nehmen Sie im Wartezimmer Platz. Sie werden etwas später aufgerufen, damit Ihre Daten aufgenommen werden können.“
Ich: „Ich habe als Beamter keinen Anspruch auf den Bezug von Arbeitslosengeld. Ist dieses Gespräch dann überhaupt erforderlich? Ich möchte lediglich dafür sorgen, dass die Ausfallzeiten in der Rentenversicherung anerkannt werden.“
ARGE-Mitarbeiter: „Sie benötigen das Gespräch trotzdem, bitte warten Sie dort drüben!“

Nur zwei Stunden warten

Nach gut zwei Stunden bin ich dann endlich dran gekommen. Die nette Dame begann auch gleich mit ihrer Befragung. Als erstes dachte ich, dass mir gleich die Hutschnur platzen müsste, als sie mich fragte, was denn eigentlich ein gehobener Dienst sei. Nachdem wir das geklärt hatten, sagte sie mir, dass ich erst einmal Arbeitslosengeld beantragen sollte. Jetzt erklärte ich ihr nochmal in aller Ausführlichkeit, dass ich als Beamter niemals in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hatte und dass insofern einfach auch kein Grund dafür bestünde, einen solchen Antrag zu stellen. Schließlich ist der Groschen dann wohl doch noch gefallen, denn plötzlich rief sie aus: „Dann wäre diese Datenaufnahme ja überhaupt nicht nötig gewesen!“

Naja, wenn’s mal wieder länger dauert…