— Archiv für den Tag „Termin” —

— Montag, 24. Oktober 2011 —

Kundenfragen unerwünscht – Frau aus Japan hat Sonntags Termin bei ARGE [ Ein Kommentar ]

Eine Frau, aufgewachsen in Japan, arbeitete 1 Jahr für ein großes Unternehmen in Deutschland. Zum Ende Juli 2010 endete die Beschäftigung und die Dame meldete sich arbeitslos. Anfang Januar 2010 bekam sie einen Brief, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld I Ende Januar endet.

Sonntagstermin bei der Arbeitsagentur

Sie setzte sich sofort mit der zuständigen Arbeitsagentur in Offenbach in Verbindung, um zu erfahren, was sie nun tun muss und welche Konsequenzen das für ihre Krankenversicherung hat. Zunächst einmal kam keine Reaktion. Auf nochmalige Nachfrage bekam sie ein Schreiben mit einem Termin – an einem Sonntag. Da Sie wusste, dass das unmöglich richtig sein konnte, rief sie sofort dort an und bekam nun einen neuen Termin – am 9. Februar.

Verzweifeltes Weinen führt zur Drohung mit der Polizei

Am 9. Februar kam die Dame zu dem angesetzten Termin, nachdem ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld I schon längst beendet war. Dort bekam sie dann ihre Informationen. Man sagte, dass sie nicht mehr Krankenversichert sei und man im Übrigen für sie auch nicht mehr zuständig sei, da sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I habe. Völlig verzweifelt brach die Dame nun in Tränen aus und wollte wissen, warum man ihr das nicht vorher gesagt hat und was sie nun tun müsse, um weiter krankenversichert zu sein. Diese Fragen waren nun eindeutig zuviel für den Sachbearbeiter. Angesichts der Tränen und der in der Frage enthaltenen Kritik beschloss er, die Frau aus dem Zimmer zu weisen und drohte mit der Polizei, wenn sie keine Ruhe geben würde.

— Montag, 17. Oktober 2011 —

Arbeitslosengeld beantragen ist eine Abenteuerreise [ Keine Kommentare ]

Mein Bruder hat gerade sein Studium beendet und muss nun vorübergehend zur Untermiete bei unserer Mutter wohnen. Es liegt ja auf der Hand, dass er sich eine eigene Wohnung zur Zeit mangelns Job nicht leisten kann. Da er schon 25 Jahre alt ist, steht es ihm natürlich zu, Hartz 4 zu beantragen. Gesagt – getan, er geht also zum Arbeitsamt.

Hartz 4 Anträge – ein Buch mit sieben Siegeln

Im Amt teilte man ihm mit, dass er nun sämtliche Anträge auszufüllen hat. Weil ich mich mit der Materie schon öfter beschäftigt habe, kommt er natürlich zu mir damit. Unter den ganzen Anträgen befindet sich auch ein vorgedruckter Mietvertrag, den wir zusammen ausgefüllt haben, wie auch all die anderen Anträge. Was die Arge alles von einem wissen will, ist schon hanebüchend. Einen Vordruck finde ich ganz besonders lustig, dort wird man gefragt, ob Vermögen vorhanden ist und wenn ja, wie viel! Ich meine, wenn ich über Vermögen verfügen würde – ganz ehrlich, würde ich dann Hartz 4 beantragen?

Der Mietvertrag

Um auf den Mietvertrag zurückzukommen: Wir haben ihn so ausgefüllt, dass man genauestens herauslesen kann, wie viel man als Einzelperson verbraucht. Dazu musste meine Mutter sämtliche Unterlagen vorbringen, sei es der Verbrauch von Wasser und Abwasser, die Grundsteuer, Müllgebühren – eben alles, was so als Nebenkosten gelten. Mein Bruder und ich waren der Meinung, dass nun alles zur Zufriedenheit des Amtes ausgefüllt war….

Doch – weit gefehlt! Die Kosten, die wir eingetragen hatten, waren nur auf meine Mutter als im Haus alleinlebende ausgerichtet. Eigentlich sollte das meiner Meinung nach ausreichen, weil meine Mutter ja nun mal EINE Person ist und somit einen geringen Verbrauch hat. Doch was sagt der Mensch beim Arbeitsamt zu meinem Bruder? Tut mir leid, so können Sie den Mietvertrag nicht abgeben, denn wir brauchen sämtliche Angaben nur über den Verbrauch von Ihnen und nicht von Ihrer Mutter… Was soll man dazu sagen?

— Sonntag, 16. Oktober 2011 —

Es spukt im Arbeitsamt [ 4 Kommentare ]

Am 5.4. diesen Jahres war ich zu einem Gespräch eingeladen. Noch nie habe ich einen einzigen Termin versäumt.
Daher hatte ich mich auf den Gesprächstermin eingerichtet. Doch es kam anders. Am Abend bekam ich hohes Fieber und ein hochrotes Bein. Da ich die selben Symptome vor einigen Jahren schon einmal hatte, wusste ich gleich, was das bedeutet. Ich hatte eine gefährliche Wundrose. Jeder, der so etwas schon hatte, weiß, wie schmerzhaft eine Wundrose ist und strenge Bettruhe angesagt ist. Da meine Hausärztin schon geschlossen hatte, konnte ich sie erst am 5.4. aufsuchen.

Die geheimnisvollen Wege der verschwundenen Unterlagen

Anrufen bei der Sachbearbeiterin ging nicht, da es ja keine direkte Nummer mehr gibt. Außerdem sehe ich nicht ein, warum ich erst die kostenpflichtige Hotline anrufen soll. Da gibt es auch keine Garantie, dass die Information dort landet, wo sie soll.
Nach dem Arztbesuch bin ich trotz Fieber auf eigene Gefahr zum Arbeitsamt gefahren und habe den Krankenschein persönlich an der Rezeption abgegeben. Mir wurde versichert, dass er sofort zur Fallmanagerin weiter geleitet wird.
Einige Tage später bekam ich einen Brief mit der Aufforderung, wegen des Nichterscheinens Stellung zu nehmen. Ich sollte dann am 12.4. wiederum zum Termin erscheinen und eine Erklärung mitbringen. In diesem Brief wurden mir schon die menschenfeindlichen Sanktionen angedroht. Da ich am 12.4. logischerweise immer noch krankgeschrieben war, konnte ich diesen Termin ebenfalls nicht wahrnehmen. Mein Ehemann fuhr für mich zum Arbeitsamt und erfuhr, dass der erste Krankenschein, den ich persönlich abgegeben hatte, nicht angekommen ist.
Ende vom Lied: eine Sanktion über drei Monate, Widerspruch geschrieben und abgelehnt.