— Archiv für den Tag „Telefon” —

— Mittwoch, 11. Juli 2012 —

Wie? Sie haben auch keine Ahnung von Buchhaltung? [ 20 Kommentare ]

Ich habe schon wieder ne neue Arbeitsberaterin, der ich letztens meine Eigennbemühungen, vorzeigen mußte. Im Prinzip müßte sie mir erstmal ne Kürzung meiner bescheidenen Transferleistung reinwürgen, eröffnete sie das Gespräch, nachdem sie einige Minuten in meinen Unterlagen herumgekramt hatte. Weil, man könne meine Bewerbung für die Position eines Meisters durchaus so auffassen, als ob ich die Anstellung gar nicht haben wolle.

“Sehnse mal: Meister – und dann das hier, das paßt doch nicht zusammen.”

Hier die beanstandete Passage:

In den verschiedenen Unternehmen habe ich leitende Tätigkeiten verrichtet, die von der Ausbildung von Lehrlingen und Betreuung von jungen Mitarbeitern bis zum Projektmanagement reichen. Weiterhin ist es meiner guten Allgemeinbildung sowie meinem selbstsicheren Auftreten – gepaart mit handwerklichem Geschick – geschuldet, daß niemals meine Autorität, geschweige denn meine Kompetenz in Frage gestellt wurde.

Das schien sie richtig aufzuregen. Wieder und wieder deutete sie auf das Blatt. Das nächste Mal solle ich doch lieber gar keine Bewerbung schreiben, als sooo eine. Das würde letztendlich auf das HiobCenter zurückfallen. Naja, ich hab auf blöd gemacht und mich einsichtig gezeigt, klammheimlich aber in mich hineingegrinst. Jedenfalls ist auch der Rest des Schreibens so rübergekommen, wie ich es mir gedacht hatte. Nicht daß ich noch zu nem Vorstellungsgespräch an den Arsch der Welt eiern muß, für ne Stelle, die ich gar nicht bekommen werde, weil sie nen ganz anderen Typ Meister gesucht haben. Also jemanden, der schon mal ne Firma hatte und den ganzen Laden für ein Appel und ein Ei schmeißt. Keinen Querulanten und selbstgefälligen Besserwisser, sondern eine Art Joker. Eine Gehaltsangabe stand in der Zuweisung bezeichnederweise nicht drin. Und ich Dummerchen war einst dem Irrglauben aufgesessen, daß sich das Arbeitengehen lohnen soll.

Im Endeffekt lief das Gespräch genau so ab, wie die zahlreichen eines Bekannten, den sie beim Aamt ‘ficken’ wollen. Das Schwein, das sie schlachten wollen. Entbindung meiner Ärtze von der Schweigepflicht (!), anschließende Vorstellung beim Amtsarzt. Dann wird entschieden, wer mich versorgt; also entweder die Rentenkasse oder das Amt. Will sagen, ich bekomme eine Umschulung. Wenn das Amt das allerdings bezahlen muß, wirds wohl nur ne Weiterbildung werden, nehme ich mal an.

Ihr wißt ja: Das HiobCenter spart ganz gerne an der falschen Stelle….

Habe mich diesbezüglich zurückgehalten, so schnell schießen die Preußen auch wieder nicht. Zu was ich mich umschulen lassen soll? Insolvenzverwalter werden ja zur Zeit gesucht, oder Computerspezialisten, die für 5 Euro die Stunde arbeiten. Auch das habe ich mir lediglich gedacht. Frau Staatsdiener war sowieso schon recht angespannt wegen der Geschichten über die letzten Arbeitsberater – und deren Anweisungen. Und es hat mir doch sehr gefallen, als ich das genüßlich erzählt habe, also den ganzen Mist, den ihre Vorgänger da verzapft haben. Stundenlang hätte ich pikante Annekdötchen zum Besten geben können!

Das kommt davon, wenn man Dilettanten an Positionen setzt, wo ausgebildete Kräfte von Nöten gewesen wären. Aber das Aamt will ja sparen und hat die Vakanzen mit Hochschulabsolventen – das ist die einzige Voraussetzung, die die Bewerber mitbringen müssen – besetzt, die ihren Aufgaben nur in unzureichendem Maße gewachsen sind. Genüßlich fuhr ich fort, daß mein vorletzter ‘Berater’ die fixe Idee hatte, mich als Bürohilfe zu vermitteln, weil ich doch Abitur hätte. Und nicht nur meine Mutter hat gelacht!!! Zugegeben: Die Arbeitsberaterin fand das weniger komisch.

“Ick komm da rein, frächt mich die Olle, ob ich 10 Finger könne.”

“Wie? Sie haben auch keine Ahnung von Buchhaltung?”

“Wie Pik Sieben stand ich da”, erklärte ich meiner Fall-Managerin.

In Wahrheit war ich natürlich nie bei einem solchen Vorstellungsgespräch. Denn eins und eins Zusammenzählen, das kann ich ooch noch.

Anschließend konstatierte sie, daß ich ein Beratungsgespräch bei einem Kollegen abgebrochen hätte. Was denn da los gewesen sei. Ich hatte dem Herrn Soundso bereits im Vorfeld erklärt, daß ich mich bei Schulen und Bezirksämtern als Haushandwerker oder Hausmeister bewerbe, obwohl ich ganz genau wisse, daß die in den näxten 15, 20 Jahren gar kein neues Personal einstellen. Und das alles nur, um auf die 52 Bewerbungen zu kommen.

“Der Herr S. erklärte, das sei ihm egal und wollte, daß ich mich in einer Wiedereingleiderungsvereinbarung verpflichte, monatlich 15 Bewerbungen abzugeben. Kanner fajessn”, haick ihm jesacht. “Ick schreibe 52 Bewerbungen im Jahr und fertich.”

“Das ist ja genau die Stückzahl, die Sie vom Jobcenter bezahlt bekommen…. Und telefonisch haben Sie sich nirgendwo beworben?”

“Sie müssen schon entschuldigen, aber ich habe keine Telefon-Flatrate, kann ich mir nicht leisten bei 21 Euro 78, die laut Hartz-Berechnungstabelle dafür vorgesehen sind.”

So ging das noch eine Weile her und hin. Irgendwann monierte sie, daß ich in einer Bewerbung Fernsprecher statt Telefon geschrieben hatte, naja. Jedenfalls soll ich jetzt erstmal keine Bewerbungen mehr schreiben.

HiobCenter – Kommentar überflüssig!

 

— Donnerstag, 13. Oktober 2011 —

Der verschollene Antrag auf ALG I – Schlamperei im Jobcenter oder bei der Post? [ Keine Kommentare ]

Nachdem ich meinen Antrag auf ALG I sorgfältig zuhause ausgefüllt hatte, kopierte ich alle Unterlagen, die verlangt waren und packte die Zettelei in einen großen Briefumschlag, den ich persönlich auf dem Postamt abgab. Tage vergingen und ich bekam keine Antwort vom Amt. Irgendwann reichte es mir und ich rief dort an, landete in der Warteschlaufe und wartete vergeblich darauf, endlich eine Verbindung zu bekommen. Geduld haben, hieß es, die nächste freie Leitung wäre meine. Geschlagene zehn Minuten vergingen und als ich eigentlich schon aufgeben wollte, meldete sich doch noch eine Frauenstimme, der ich dann den Sachverhalt schildern konnte. Ich war weder als arbeitssuchend gemeldet, noch war ein Vermerk vorhanden, dass mein ALG I Antrag im Jobcenter eingegangen wäre, erklärte mir die Frau. Ich sollte nach einer Woche wieder anrufen, wenn nix geschehen sollte.

Es verging eine weitere Woche, ohne dass ich Post vom Jobcenter bekam und daher mein Telefonspielchen wiederholte. Keine Daten im Rechner der Arbeitsagentur, kein Hinweis, wo mein Antrag auf ALG I verblieben sei. Jene Dame am Telefon sagte mir dann – normalerweise sollte sie so etwas nicht sagen, meinte sie noch – dass es möglich wäre, der Brief mit dem Antrag auf ALG I wäre eventuell auf dem Postweg – hierbei könnte es durchaus auch der interne des Jobcenters sein – verloren gegangen. Sie riet mir nur, persönlich vorzusprechen und mir notfalls einen neuen Antrag aushändigen zu lassen, diesen dort auszufüllen und sogleich dem Bearbeiter im Jobcenter in die Hand zu drücken. Meine gesamten Kopien der benötigten Unterlagen sollte ich gleich mitnehmen, so wäre alles unter Dach und Fach. Zudem sollte ich mir eine schriftliche Bescheinigung geben lassen, dass mein Antrag vollständig war und entgegen genommen wurde.

Was ist das für ein Irrsinn?