— Archiv für den Tag „Strom” —

— Samstag, 10. September 2011 —

Höhere Energiekosten = Höhere finanzielle Probleme für Hartz-IV-Empfänger [ Ein Kommentar ]

Viele Menschen leiden heute in besonderer Weise unter den nahezu stetig steigenden Energiekosten. Vor allem Hartz-IV-Empfänger haben es in diesem Zusammenhang alles andere als leicht. Sicherlich erhalten Langzeitarbeitslose einen gewissen Anteil von Vater Staat, um die Kosten für Energie zu decken. Aber wie die Gemeinnützige Gesellschaft für Verbraucher und Sozialberatung (GVS) unlängst herausgefunden hat, liegen diese Regelleistungen im Normalfall meist unter dem tatsächlichen Kostenniveau. Und das führt nicht selten dazu, dass sich die Kostenschlinge immer enger um den Hals von Hartz-IV-Empfängern zieht, und somit das Risiko eines riesigen Schuldenberges immer größer wird.

Wo nicht gezahlt wird, wird abgeschaltet

Wenn die Stromkosten letztlich nicht mehr aufgebracht werden können, drohen in den meisten Fällen Zwangsabschaltungen. Aber auch diese tragen dazu bei, dass der finanzielle Druck stetig weiter zunimmt. Denn neben den ohnehin zu zahlenden Rechnungen fallen bekanntlich Gebühren für Abschaltung und Verwaltung an. Ein Rattenschwanz…. Wenn man bedenkt, dass beispielsweise alleinstehende Hartz-IV-Empfänger einen Regelsatz von 321,80 Euro erhalten, der vergleichsweise günstigste Stromanbieter jedoch durchschnittlich 450 Euro verlangt, wird schnell deutlich, wie hoch die finanziellen Risiken allein in diesem Bereich sind.

Sparen – aber wie?

Natürlich liegt es aus der Sicht der Verbraucher nahe, angesichts dessen umgehend den Anbieter zu wechseln. Aber auch in diesem Punkt wird es für viele Hartz-IV-Empfänger mitunter schwierig. Denn wer in der Vergangenheit schon nicht imstande war, seine Stromrechnungen pünktlich zu begleichen, wird im Falle eines Wechselantrages oft wegen schlechter Bonität von vornherein abgelehnt. Das führt letztlich dazu, dass die meisten Betroffenen auf die örtlichen Strombetreiber angewiesen sind. Allerdings sind hier die Kosten für Energie meist weitaus höher, als bei privaten Anbietern. Wie ist es möglich, diesem Teufelskreis dauerhaft zu entfliehen? Da helfen auch die Klagen und Beschwerden von Sozialverbänden oder Arbeitslosen-Gruppierungen oft nur wenig….

— Montag, 16. November 2009 —

Auch Hartz IV Empfänger haben Anspruch auf Strom [ Keine Kommentare ]

In den Medien ist die Headline zu lesen: „Hartz IV Empfänger haben Anspruch auf Strom“. Unter anderem berichtet so das Portal morgenweb.de. Die Überschrift mag erst mal verwirrend klingen, weil jedem klar sein sollte, dass jeder Mensch, unabhängig von Einkommen und gesellschaftlicher Stellung, Anspruch auf Stromversorgung haben sollte. Aber im konkreten Fall ging es um einen 43-jährigen Mann, der auf einem Bauwagenplatz auf zehn Quadratmetern Wohnfläche lebte. Bislang heizte der Mann mit Holzofen, weil ihm eine kleine Solaranlage verwehrt wurde. Darauf ist der ALG II Empfänger allerdings angewiesen, weil es keine reguläre Stromversorgung auf dem Platz gibt. Vor zwei Jahren ging seine bestehende Anlage kaputt und ein Antrag auf Reparatur oder Neubeschaffung wurde abgelehnt. Die Kosten seien zu hoch, begründete das zuständige Jobcenter, sodass der Mann Klage einreichte.
Die Richter vom hessischen Landessozialgericht stimmten dem Mann zu: Auch Menschen, die auf einem Bauwagenplatz leben, haben ein Recht auf Stromversorgung. Im Urteil mit dem Aktenzeichen L 7 AS 326/09 B ER wurde festgelegt, dass es eine „erhebliche Beeinträchtigung der Menschenwürde“ wäre, den im Bauwagen lebenden Mann weiterhin ohne Stromversorgung leben zu lassen. Das Urteil wurde rechtskräftig am 18.11.2009 gesprochen.

Nicht, dass es zu menschenwürdig wird …

Das klingt doch erst mal schön sozial – soll ja kein Mensch sagen, Richter hätten kein Herz für Hartz IV Empfänger. Allerdings wurde das Jobcenter nicht etwa zur Finanzierung verurteilt, sondern innerhalb eines Vergleiches dazu, dem Mann ein Darlehen in Höhe von 6.195 Euro zu gewähren. Die sind nötig für die Beschaffung der Solaranlage und diese Kosten plus Unterhaltskosten seien nach den Richtern gegenüber den Unterkunftskosten angemessen. Der Betroffene Arbeitslosengeld Zwei Empfänger darf nun also über 6.000 Euro für seine Stromversorgung abstottern. Gut so, nicht dass es zu menschenwürdig wird …