— Archiv für den Tag „Statistik” —

— Sonntag, 1. November 2009 —

Aufteilung der Hartz IV Empfänger schönt Arbeitslosenstatistik [ Keine Kommentare ]

Seit Jahren stetig sinkende Arbeitslosenstatistiken von über fünf Millionen bis kurzzeitig sogar unter drei Millionen lässt manchen Hartz IV Empfänger an sich und seinen eigenen Fähigkeiten zweifeln. Auch die abgewählte große Koalition brüstete sich mit ihrer angeblich so erfolgreichen Arbeitsmarktpolitik, die jedoch mit den realen Zahlen der tatsächlichen Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld zwei Empfänger wenig zu tun hat.

Der Grund dafür liegt darin, dass es die CDU sehr geschickt versteht, die Zahl der Hartz IV Empfänger so aufzuteilen, als seien tatsächlich mehr Arbeitslosengeld zwei Empfänger wieder zu einem Job gekommen. Und das alles in den unruhigen Zeiten der Wirtschaftskrise. Informationen darüber, wie viel Hartz IV Empfänger in Ein-Euro-Jobs gezwungen werden oder Arbeitslosengeld zwei Empfänger sinnlose Umschulungen über sich ergehen lassen müssen, gibt es in offiziellen Statistiken nicht. Fest steht jedoch, dass solche Hartz vier Empfänger in keiner Arbeitslosenstatistik mehr auftauchen, obwohl sie nach wie vor ohne Job dastehen und ihren Lebensunterhalt mit den 359 Euro Grundsicherung bestreiten müssen. Auch Hartz IV Empfänger, die sich beim Job-Center krank melden, zählen in der Arbeitslosenstatistik nicht mehr mit. Deutschlandweit eine nicht zu unterschätzende Größe.

Nach wie vor versuchen Arbeitslosengeld zwei Empfänger notgedrungen und nicht weil sie es gern möchten, sich selbstständig zu machen, um ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Hartz IV Empfänger, die Existenzgründer-Zuschüsse oder andere Staatszuschüsse erhalten, fallen noch vor Beginn ihrer Selbständigkeit aus der Arbeitslosenstatistik raus. Die Bundesagentur für Arbeit gab an, dass im vorigen Jahr durchschnittlich eine Million Arbeitssuchende an „arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen“ teilnahmen. Eine Million, um die sich die Arbeitslosenstatistik beschönigen ließ …

Quelle: http://www.zeit.de/online/2009/35/luegendetektor-arbeitsmarkt

— Mittwoch, 18. März 2009 —

Hartz 4 – Ein paar nackte Zahlen und deren mögliche Interpretation [ Keine Kommentare ]

Im Oktober 2008 existierten insgesamt 3.491.826 Bedarfsgemeinschaften in Deutschland, die Leistungen aus dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) bezogen haben: also Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld. Diese Zahl stammt aus der Erhebung

Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland, Februar 2009

. Eine Bedarfsgemeinschaft besteht laut Definition der Bundesagentur für Arbeit zumindest „aus einem erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, dem Partner oder der Partnerin und den im Haushalt lebenden unter 25-jährigen, unverheirateten Kindern“. 52,9% dieser Bedarfsgemeinschaften bestanden laut Erhebung nur aus einer Person, 21,8% aus zwei Personen, die restlichen Prozentanteile verteilen sich auf Bedarfsgemeinschaften mit mehr als zwei Personen. Die Gesamtzahl der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen betrug im Oktober 2008 insgesamt 4.858.326 Personen. Wie viel Geld wurde verteilt? Jeder der oben erwähnten Bedarfsgemeinschaften erhielt im Oktober 2008 durchschnittlich 825,72 EUR. Das Geld verteilte sich auf

  • 335,87 EUR Arbeitslosengeld II,
  • 15,44 EUR Sozialgeld,
  • 316,17 EUR Leistung für Unterkunft und Heizung,
  • 152,92 EUR  Sozialversicherungsleistung,
  • 4,32 EUR sonstige Leistungen.

Anteil der Hilfebedürftigen an der Bevölkerung Nimmt man alle Menschen im Alter zwischen 0 und 65 Jahren zusammen, die staatlicher Hilfe zum Lebensunterhalt bedürfen, so machte diese Gruppe im Oktober 2008 insgesamt 10,2% der Gesamtbevölkerung in derselben Altersgruppe aus. Aussagekräftige Statistiken? Dass derartige Zahlen keineswegs unproblematisch sind, zeigte eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag im Jahr 2008, die von der Bundesregierung beantwortet wurde. Laut dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Klaus Brandner, tauchen etwa 54 Prozent aller Bezieher von Arbeitslosengeld II nicht in der Statistik der Bundesagentur auf, etwa weil sie

  • an Maßnahmen zur Arbeitsförderung teilnehmen,
  • Hilfebedürftige sind, die aus anderen Gründen als arbeitsunfähig gelten,
  • arbeiten und Arbeitslosengeld II beziehen, weil ihre eigenen Einnahmen nicht für den Lebensunterhalt ausreichen.

Weiter interessante Seiten zu diesem Thema im Netz

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitslosenstatistik2.html

SGB II-Kennzahlen für interregionale Vergleiche

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