— Archiv für den Tag „Sozialhilfe” —

— Samstag, 15. Oktober 2011 —

Meine Anfangskatastrophen beim Arbeitsamt [ Keine Kommentare ]

Anfänger waren sie alle, am 01.01.2005. Die bisherigen Bezieher von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe als auch die Sachbearbeiter, die von einem Tag auf den anderen alles anders machen sollten, als sie es bisher gewohnt waren. In den letzten Dezemberwochen 2004 traf man in allen betroffenen Behörden auf genervte Sachbearbeiter. Fragen zu stellen lohnte gar nicht, denn die Antwort war immer die gleiche: „Wir wissen es nicht!“

Ratlosigkeit auf allen Seiten!

Da stand ich nun – ausgebildete Fachangestellte für Arbeitsförderung, aber durch Mutterschaft und nach Umzug mittellos. Den Antrag hatte ich schon im Dezember gestellt –stellen wollen. Man ließ mich zwar die Anträge ausfüllen, aber ob die eingeforderten Papiere ausreichen würden und welchen Anspruch ich ab dem 01.01.2005 haben würde – man wusste es nicht. Bekannt waren nur Regelsätze und mögliche Aufschläge, Am 02.01.2005 würde ich in der 10. SSW sein, die Bescheinigung durfte ich nicht vor dem 01.01. einreichen. Pünktlich zum 02.01. reichte ich die verlangte Bescheinigung ein und wurde angemault! Seit wann ich denn wisse, dass ich schwanger sei. Der Sachbearbeiter war sichtlich angefressen. Ich allerdings auch! Denn bis dato hatte ich weder Geld, noch einen Bescheid. Und lebte mit zwei Kindern bei Freunden auf 48m².

Ende gut – alles gut?

Es wurde April, bis endlich alles unter Dach und Fach war – fürs Erste. Denn nach der grundsätzlichen Bewilligung der Leistung stand den Sachbearbeitern die nächste Antragsflut meinerseits ins Haus. Aber das wusste der Sachbearbeiter, der mir am 15.04.2005 meinen Bewilligungsbescheid und den Auszahlschein für die Kasse in die Hand drückte, noch nicht. Und ich machte mich daran, meine aufgelaufenen Schulden der vergangenen Monate zu bezahlen. Und eine Druckerpatrone zu kaufen. Denn die nächsten Anträge waren sicher!

— Sonntag, 30. Januar 2011 —

…und wieder hagelt es Kritik [ Keine Kommentare ]

Nun ist es offenbar doch beschlossene Sache: die Erhöhung des Hartz-IV-Satzes ist durch. Langzeitarbeitslose haben nun die Möglichkeit, von sage und schreibe fünf Euro mehr im Monat ihr Dasein zu bestreiten. Eine wahrhaft "beeindruckende" Leistung der Herren Politiker. Wenn man bedenkt, wie vieler Diskussionen und Debatten dieser "bedeutsame" Schritt alles in allem bedurfte – einfach unglaublich….

 

Unverschämt oder einfach nur ungerecht?

 

Für viele ist diese Minimalerhöhung nichts mehr als eine blanke Unverschämtheit, ein Schlag ins Gesicht eines jeden Hartz-IV-Empfängers. Denn wohl kaum jemand wird doch in der Lage sein, auf Dauer von so geringen, finanziellen Mitteln existieren zu können. Und genau diese Aussage ruft wiederum die Gegner der aktuellen Hartz-IV-Reformen auf den Plan. Denn ihrer Meinung nach kann und darf es schlichtweg nicht sein, dass viele Leistungsempfänger offenbar der Ansicht sind, sich tatsächlich dauerhaft auf den praktischen Bezügen von Vater Staat ausruhen und sorgenfrei leben zu können. Diese Form der staatlichen Unterstützung dient schließlich vor allem der Überbrückung eines finanziellen Engpasses, welcher durch Jobverlust sowie durch die damit einhergehenden Gehaltseinbußen entstehen kann.

 

Arbeitnehmer und Angestellte gucken – wieder einmal – in die Röhre

 

Ein Vergleich, der zum Nachdenken anregt: wie die Stuttgarter Nachrichten aktuell verlauten ließen, bietet nur ein winziger Bruchteil der insgesamt 193 Staaten dieses Planeten seinen Bürgern die Chance, lebenslang von so etwas wie Sozialhilfe existieren zu können. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich viele Bürger aus anderen Nationen geradezu magisch angezogen fühlen angesichts solch' verlockender Aussichten…. Und ebenso makaber ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass aber die Arbeitnehmer in diesem unserem Lande trotz des spürbaren Wirtschaftsaufschwunges noch immer nicht mit Lohn- oder Gehaltserhöhungen rechnen können. Wie lange ist diese Situation überhaupt noch tragbar? Wie lange wird es dauern, bis die Menschen hierzulande endlich auf die Straße gehen und für ihre Rechte zu kämpfen beginnen?