— Archiv für den Tag „Skandal” —

— Donnerstag, 19. November 2009 —

Schlecker-Skandal: Finanziert sich Schlecker aus Hartz IV? [ 2 Kommentare ]

Schlecker geht neue Wege. Neue, miese Wege. Der Drogeriemarkt schließt bisher bestehende Schlecker-Märkte und eröffnet zeitgleich sogenannte Schlecker XL-Märkte. Sie sind größer, haben ein abgeändertes Logo und glänzen mehr. Stellen nach außen mehr dar. Aber innen drin brodelt es: Die Mitarbeiter, insbesondere langjährige Mitarbeiter, werden vor die Wahl gestellt: Entweder sie unterschreiben die neuen Knebelverträge oder sie werden arbeitslos.

Die neuen Verträge

Wer sich entscheidet, bei Schlecker XL zu arbeiten, um nicht in die Arbeitslosigkeit und damit wahrscheinlich in naher Zukunft in Hartz IV zu gelangen, bekommt nur noch die Hälfte des bisherigen Stundensatzes. Urlaubstage werden gestrichen, Weihnachts- und Urlaubsgeld wird auch nicht mehr gezahlt. Schlecker XL gibt seinen Mitarbeitern allerdings einen heißen Tipp: Sie könnten doch zum Jobcenter gehen, um sich das Gehalt mit Arbeitslosengeld II aufstocken zu lassen!
Das bedeutet im Klartext: Schlecker fährt die Lohndumping-Strategie. Diese Lohnpolitik unterstützt der Steuerzahler, weil die Mitarbeiter darauf angewiesen sind, Arbeitslosengeld II zu beziehen. Es wird noch ein bisschen wilder:
Schließen die Mitarbeiter einen Vertrag mit Schlecker XL, so ist nicht Schlecker der Vertragspartner, sondern die Meniar GmbH – ein Zeitarbeitsunternehmen! Der Name des Chefs dieser Firma ist übrigens auch bei Schlecker zu finden – Verstrickungen, die darauf hindeuten, dass es wirklich in Schleckers Sinn liegt, sich seine Billig-Lohn-Politik durch den Steuerzahler finanzieren zu lassen!

Nun sollte jeder selbst entscheiden, ob einem Schlecker-Markt nicht eine andere Drogerie vorgezogen werden sollte …

— Montag, 23. März 2009 —

Skandal durch Hitlergruß im Schülerparlament in Thüringen [ Keine Kommentare ]

Wieso denn das?

Ganz einfach, noch am 12.3.2009 konnte man in der Thüringischen Landeszeitung (TLZ) direkt auf der Titelseite ein großes Bild vom Thüringer Schülerparlament sehen, wo eine Schweigeminute für die Opfer von Winnenden eingelegt wurde. Respekt, so junge Leute in der Politik und dann noch bei so einem tragischen Ereignis voller Mitgefühl und Beileid.

Genau einen Tag später, am Freitag dem 13.03.2009 stand im Landes Spiegel der obigen Zeitung zu lesen "Eklat ein Thüringer Schülerparlament"

erst dachte ich, es wäre ein Aprilscherz, aber es war zwar ein Freitag der 13. aber eben noch kein April. Es sollte also wahr sein, dass diejenigen, die gestern noch auf der Titelseite der Zeitung standen und voller Mitgefühl und Trauer die Köpfe senken, einen Tag später in derselben Zeitung (zwar nicht mehr auf der Titelseite, was bestimmt denjenigen gutgetan hätte, da dieses Ereignis mindestens genauso Titelseitenwürdig wäre) einen Skandal vom Zaun brachen. Was war geschehen? Ganz einfach, einer der Fraktionäre der "Rotkelchen" so nennt sich die Partei, welche die Kinder-SPD symbolisieren soll, hatte nach einem heftigen Streit mit einem Kontrahenten den Hitlergruß gezeigt.

Was schreibt die Presse?

Die Presse kommentierte das mit den Zitaten und Stellungnahmen der entsprechend Verantwortlichen:

Aus dem Lager der Kinder-CDU "Teams junges Thüringen" wurde in einer Pressekonferenz gesagt "So etwas gehört nicht ins Parlament." aha, also nur nicht im Parlament, wo anders wäre es also ok, liebe CDU?

Die Junge Union (JU) prüft nun, ob Strafanzeige gestellt werden soll: "Wenn er volljährig ist, muss er sich dafür verantworten " – auch die Jungeunion scheint solche Gesten rhetorischen zu verstecken und zu verschleiern. Ich frag mich in welcher Welt wir leben? Egal wie alt jemand ist, so etwas hat niemand zu machen, egal wo er sich aufhält, mit wem er spricht oder was er sagt. Es ist also egal, wer so etwas wo sagt. es ist immer verfassungswidrig und damit rechtswidrig. Nun eine Entschuldigung im Alter des kleinen Möchtegernpolitikers zu suchen ist bestimmt keine richtige Maßnahme und Abschreckung für anderer.

Als Entschuldigung wurde weiter angeführt, dass der siebzehnjährige "…zuvor massiv provoziert worden war." so die TLZ.

Ach so, wenn ich also provoziert werde, kann ich machen was ich will und wenn ich dann noch nicht mal volljährig bin, bekomme ich auch keine Strafe dafür. Hallo? Das ist ein Schülerparlament und die Menschen dort, wollen sich Augen einmal richtige Politiker in der Öffentlichkeit werden. Wenn die das jetzt nicht lernen, werden Sie es später auch nicht lernen und dann habe ich ehrlich gesagt Angst vor unserer Politik, wenn man sich dort mit dem Hitlergruß anderen Gesten verteidigt. Was soll da noch eine Politik rauskommen, die heutige ist ja schon schlimm genug, wenn es dann aber noch so aus wartet, haben wir bestimmt bald Zustände wie im russischen Parlament oder dem von Bolivien:

 

 

Sicher sollten diese Jugendlichen oder Kinder (ich weiß nicht mehr wie ich die bezeichnen soll) erstmal im Umgang mit Menschen, Geschichte und auch mit der Öffentlichkeit geschult werden, bevor man sie auf die Titelseite einer Zeitung in gesenkter Kopfhaltungen bei Sachen fotografiert, die noch nicht mal Erwachsene, Doktoren, Kriminologen oder Professoren verstehen. Das Ergebnis hat es ja wie weit das Schülerparlament in Thüringen war.

Bild TLZ vom 12.3.09 Seite 1, Trauer Amoklauf Schweigeminute Schülerparlament

Bild TLZ vom 12.3.09 Seite 1, Trauer Amoklauf Schweigeminute Schülerparlament

 

 

 

 

 

TLZ vom 13.3.09, Landesspiegel "Eklat im Thüringer Schülerparlament"TLZ vom 13.3.09, Landesspiegel "Eklat im Thüringer Schülerparlament"