— Archiv für den Tag „Praktikum” —

— Mittwoch, 4. November 2009 —

Umschulungs-Chancen für Arbeitslosengeld zwei Empfänger [ Keine Kommentare ]

In einem aktuellen Fall-Beispiel gelang es einer fast vierzigjährigen Hartz IV Empfängerin durch die Einschaltung öffentlicher Medien eine Umschulung vom Job-Center finanziert zu bekommen. Nun wird jedoch nicht jedes Problem von Arbeitslosengeld zwei Empfängern in den Medien entschieden. Das gezeigte Fall-Beispiel ist eher dafür gedacht, Hartz IV Empfängern in ähnlichen Situationen einen Weg aufzuzeigen, wie man trotz einer abgeschlossenen Berufsausbildung und mit knapp vierzig Jahren sein Ziel erreicht. Im Fall-Beispiel hatte die ansonsten mittellose Hartz IV Empfängerin durch ein Praktikum in einer Kanzlei, in der sie aufgrund ihrer vorbildlichen Arbeitsweise positiv auffiel, vom Chef ein Jobangebot bekommen.

Bedingung war allerdings eine zweijährige berufsspezifische Umschulung. Die wurde der Arbeitslosengeld zwei Empfängerin nicht gewährt, stattdessen regte die zuständige Job-Managerin eine halbjährliche Maßnahme an.

Selbst in der Situation – was tun?
Jedem Arbeitslosengeld zwei Empfänger, der ähnliche Situationen selbst erlebt, muss man dringend empfehlen, solche Handlungsweisen einzelner Job-Center-Mitarbeiter keinesfalls hinzunehmen. Denn dem Ermessungsspielraum der Job-Center-Mitarbeiter stehen gesetzliche Regelungen und Vorschriften gegenüber. Diese geben dem Job-Center eben diesen Ermessungsspielraum und der wird nicht immer zugunsten des Hartz IV Empfängers eingesetzt. Wenn aber, wie im Fall-Beispiel, bereits die Job-Zusage eines Arbeitgebers vorliegt, bleibt dem Job-Center nur ein einziger Ermessungsspielraum: Nämlich die Zusage für die Übernahme der Kosten für Hartz IV Empfänger.

Weitere Hintergrundinformationen:  http://www3.ndr.de/sendungen/markt/markt_mischt_sich_ein/umschulung100.html

— Freitag, 8. Mai 2009 —

Mein Onkel, der 56-jährige Praktikant [ Ein Kommentar ]

Mein Onkel ist 56 Jahre alt und Praktikant. Seit immerhin zwei Monaten arbeitet er jetzt im Büro einer Logistikfirma. Das Ganze ist Teil einer Maßnahme der ARGE zur Wiedereingliederung in die Arbeitswelt. Mein Onkel vermutet aufgrund diverser Berichte von Arbeitskollegen (viele sind auch „erst einmal!“ nur Praktikanten!), dass die meisten nach Ablauf des Praktikums wieder zu gehen haben und dass er dazugehören wird. Und ich vermute, dass er damit Recht hat.

Eine unnütze Maßnahme

Ich frage mich, was diese Maßnahme soll? Generell habe ich ja absolut nichts dagegen, wenn man auch bei 56-jährigen die Wiedereingliederung ins Berufsleben versucht. Aber mir stellt sich irgendwie die Frage nach dem „wie“. Kann es wirklich der richtige Weg sein, sie nach einem mehrere Wochen andauernden Theorieteil einer ARGE-Maßnahme eine Praktikumsstelle suchen zu lassen, bei der die Chance auf Übernahme kaum gegeben ist? Mein Onkel hat ziemlich verzweifelt nach seiner Praktikumsstelle gesucht. Er bekam viele Absagen, bevor jene Logistikfirma dann gnädig meinte, man könne es ja einmal miteinander versuchen. (Das klang für ihn irgendwie nach: Wir nehmen auch Abfall!) Eigentlich war wohl damals schon klar, dass nach Ablauf der sechs Monate Schluss ist. Ende! Wieder Hartz IV!

Geldverschwendung

Nun könnte man denken, OK, der Kerl hat zwar keine Chance, aber er ist wenigstens mal wieder für eine Zeit ins Arbeitsleben integriert. Schön und gut! Allerdings kostet dieses „wenigstens mal wieder“ dann auch mehrere Tausend Euro an Steuergeldern. Und da wäre dann eventuell doch zu überlegen, ob das Geld nicht sinnvoller ausgegeben werden könnte. In einigen Städten existieren beispielsweise Spezial-Programme, in Aachen etwa „Krass“ (Konzept zur Reintegration älterer Arbeitsloser in Schlüsselbranchen). So etwas wäre vielleicht tatsächlich sinnvoller, als meinen Onkel mit viel jüngeren Mitbewerbern zu irgendeiner Praktikumsstelle zu zwingen (Hauptsache, du findest irgendeine Stelle!). Alternative: Wenn wirklich keine Arbeit mehr für über 55-jährige da ist, finanziert man nicht sinnlose Maßnahmen, sondern gibt den Leuten genug Geld, um einigermaßen zu überleben und lässt sie einfach in Ruhe. Mein Onkel hat 30 Jahre lang gearbeitet. Und jetzt soll er um Arbeit betteln? Bitte! Bitte behaltet mich!

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