— Archiv für den Tag „Mutter” —

— Samstag, 30. Mai 2009 —

Vollzeitjob statt Mutterpflichten? [ Keine Kommentare ]

Wenn man hier und da mit der ARGE zu tun hat, weil man sich nun einmal zwar bemüht um Arbeit, allerdings keine findet, dann trifft man häufiger auf andere Leute, die ebenfalls mit der ARGE zu tun haben, und bekommt so manche Geschichte präsentiert. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis gehöre ich zu den Menschen, denen nachgesagt wird, gut zuhören zu können. Vielleicht erzählen mir ja gerade deshalb auch Menschen, die ich kaum kenne, die ich auf den Fluren der ARGE treffe, ihre Geschichte? Gleichzeitig schaue ich mir Berichte in den Hartz IV – Foren an, lese aufmerksam und bin teilweise entsetzt. Wahrscheinlich könnte ich bereits ein Buch veröffentlichen und es wäre wohl ein Buch voller trauriger und teilweise absurder Geschichten, über die man lachen könnte, wenn sie nicht menschliche Schicksale berühren würden.

Druck auf Alleinerziehende

Ich habe von einer Frau mit einem schwer behinderten Kind gelesen, die zu einem Ein-Euro-Job verdonnert werden sollte. Und von einer anderen Frau, ebenfalls mit einem schwer behindertem Kind, der die finanziellen Leistungen wegen Arbeitsverweigerung um 30% gekürzt wurden, obwohl die Frau bereits einen Zusammenbruch aufgrund von Überlastung erlebt hatte. Ich glaube ja nach wie vor, dass manch ein ARGE-Mitarbeiter in einer Welt aus Zuckerguss lebt, in der nur wirklich Faule keinen Job bekommen und die Welt für alle anderen eine Quelle ewiger Freude ist. Warum lässt man oben beschriebene Frauen nicht einfach in Ruhe? Ist es wirklich so unverständlich, dass die Betreuung eines behinderten Kindes Arbeit bedeutet, die einen an den Rand der Erschöpfung oder darüber hinaus bringen kann? Leistet solch eine Frau nicht bereits genug, nicht nur für sich selbst und ihr Umfeld, sondern auch für die Gemeinschaft? Die hier geschilderten Fälle mögen Extremfälle sein und man sollte sich nicht darauf versteifen, anhand dieser Fälle pauschal Mitarbeiter der ARGE abzuurteilen. Aber bei einigen hat man schon irgendwie das Gefühl, sie können sich nur schlecht bis gar nicht in die Lebensumstände anderer Menschen hineinversetzen, beispielsweise in die von Alleinerziehenden. Und dann fragt man sich, ob nicht genau das eins der Auswahlkriterien bei ARGE-Mitarbeitern sein sollte: sich in andere Menschen hineinversetzen zu können. Man gewinnt das Gefühl, hier schiele jemand einzig nach erfolgreicher Vermittlerquote, nicht nach den Personen, die hinter den nüchternen Zahlen stehen. Vollzeitjob statt Mutterpflichten, damit die Quote stimmt?

Alleinerziehend, abhängig von Hartz IV, keine Perspektive

Wer sich dafür interessiert, wie der Alltag einer allein erziehenden und von Hartz IV lebenden Frau ausschaut, mag sich den hier verlinkten Artikel auf dem Infoportal „Der Westen“ ansehen. Die Aussichten, irgendwann auf Hartz IV verzichten zu können, sind im dargestellten Fall gering. Mit ihrer Lehre im Einzelhandel bekäme die Frau den Unterhalt für sich und ihre Kinder selbst dann nicht zusammen, wenn sie in Vollzeit arbeiten würde. Der leibliche Vater kann aufgrund seiner eigenen finanziellen Lage nur mit einem relativ geringen Betrag einspringen. Umschulungen für die Frau wären wiederum nur in Vollzeit möglich, was sich derzeit für die alleinerziehende Mutter nicht realisieren ließe. Eine Falle? Irgendwie schon.
 

— Donnerstag, 30. April 2009 —

Mütter streiten um Baby, Arbeitslosengeld II wird zugesprochen [ Keine Kommentare ]

Das Sozialgericht Dresden hat einer portugiesischen Mutter, die die sich mit einer anderen Frau um die Mutterschaft eines Babys streitet, Arbeitslosengeld II zugesprochen. Dies ergibt sich aus einem Beschluss vom 19. März 2009.

Quelle:

Sozialgericht Dresden; Beschluss vom 19.03.2009, [Aktenzeichen: S 38 AS 915/09 ER]

gefunden bei:

http://www.kostenlose-urteile.de/newsview7687.htm

— Samstag, 28. März 2009 —

Für Alleinerziehende nur 50 EUR Kinderbonus statt 100 EUR [ 6 Kommentare ]

Diese Veränderung wurde im Rahmen des zweiten Paketes bekannt. Der Hintergrund dieser Kürzung für Alleinerziehende ist die Tatsache, dass der Unterhaltspflichtige Ex-Partner ja der allein erziehenden Mutter Unterhalt zahlen muss. Das Geld wird also auf Unterhaltsansprüche angerechnet. Der ehemalige Partner kürzt auf seiner Seite die Zahlungen einmalig um 50 €. So haben beide seitenweisen von diesen Kinderbonus, die Mutter bekommt 50 € vom Staat und der Vater zeigt weniger Unterhalt und hat soeben so einmalig 50 € bekommen.

Ob das Urteil und diese Regelung nun für die Beteiligten gut sind, kann ich an dieser Stelle nicht sagen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Sicher ist es für die Frau ungerecht, da sie ja die erzieherische Hauptarbeit leisteten und der Mann einfach nur Geld zahlt und dafür nun auch noch mit einmalig 50 € belohnt wird. Aus meiner Sicht sollte das schon die Frau (oder derjenige, der das Kind erzielt, das kann ja auch der Mann sein) bekommen.

Wichtig ist doch wie das Geld verwendet wird

Sollte dieser Kinderbonus in Zigaretten, Alkohol oder andere nicht kinderfreundliche Dinge umgesetzt werden, dann hat dieser Bonus von staatlicher Seite das Ziel verfehlt. Wird dafür jedoch für das Kind Kleidung oder was vernünftiges zu essen gekauft, dann ist es eine wunderbare Sache und man könnte sicher auch zustimmen, diesen einmaligen Kinderbonus regelmäßig auf das Kindergeld aufzuschlagen, so dass die allein erziehende Mutter oder der allein erziehende Vater einfach mehr Unterstützung für das Kind bekommt.