— Archiv für den Tag „Leiharbeiter” —

— Freitag, 2. September 2011 —

Von wegen “Wachstum” – so lassen wir uns täuschen [ Ein Kommentar ]

Wie das Statistische Bundesamt unlängst bekanntgab, ging die Zahl der Männer in „normalen“ Beschäftigungsverhältnissen um sage und schreibe 44.000 zurück. Derartige Statistiken bringen das Bild, das die Bundesagentur für Arbeit uns von den Gegebenheiten am Arbeitsmarkt weismachen will, ganz schön ins Straucheln.

Und tatsächlich sind viele Bürger hierzulande ohnehin schon lange der Meinung, dass es keineswegs auf die Qualität der Jobs geht, sondern schlicht und einfach um die Quantität. Soll heißen, dass die Statistiken der Arbeitsagenturen geschönt werden, was das Zeug hält.

Hauptsache, die Quote stimmt

Wichtig ist schließlich, dass die „Fassade“ nicht (noch) weiter bröckelt. Wenn man aber mal an der „Oberfläche kratzt“, erkennt man, wie es darunter aussieht. Dass es dabei nämlich nur in zweiter Linie darauf ankommt, welche Bedingungen die Arbeitnehmer zum Teil in Kauf nehmen und zu welchen Konditionen sie arbeiten müssen, ist – nach außen hin – meist Nebensache.

Merkel, von der Leyen & Co. freuen sich. Der kleine Mann hat das Nachsehen

Wenn man bedenkt, dass von den derzeit rund 31 Millionen Menschen, die in der Statistik als „abhängig Beschäftigte“ geführt werden, gerade einmal ein Viertel als „normal erwerbstätig“ gilt, ist das schon äußerst denkwürdig. Fakt aber ist in der Tat, dass 25 Prozent geringfügig Beschäftigte (Minijobber), Teilzeitbeschäftigte oder Leiharbeiter sind.

Überhaupt hat die Zahl der Leiharbeiter hierzulande massiv zugenommen. Mittlerweile sind sogar 870.000 Zeitarbeiter/innen in Deutschland registriert. Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens, dass Leiharbeiter oft nicht nur weniger als die Hälfte dessen verdienen, was „Normalerwerbstätige“ am Monatsende in der Tasche haben. Sondern etwa 27 Prozent von ihnen sind sogar nurmehr als befristete Arbeitnehmer angestellt. Mal ehrlich: unter derartigen Voraussetzungen ist es wahrlich nicht weiter verwunderlich, dass immer mehr „Arbeitnehmer“ der Ansicht sind, ein Leben als Hartz-IV-Empfänger sei weitaus „lukrativer“. Für’s Nichtstun Geld bekommen – wer würde sich das nicht auch wünschen?

 

Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=10145#more-10145