— Archiv für den Tag „Lebensmittelgutscheine” —

— Montag, 2. Juli 2012 —

Die Würde des Menschen ist unantastbar [ 4 Kommentare ]

“Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“

So lautet der 1. Artikel des Grundgesetzes.  Und Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes sind auf das Grundgesetz und das Recht der Bundesrepublick Deutschland verpflichtet.  Und der Artikel 1. des Grundgesetzes läßt eigentlich keinen Ermessensspielraum.

Eigentlich heißt aber, es gibt Ausnahmen. Gewollt, geduldet oder mit Vorsatz. Und besonders bei den Jobcentern kann man durchaus Vorsatz unterstellen. Da werden Anträge verschleppt, verzögert, Papiere sind nicht auffindbar und auch immer ganz beliebt „unvollständig“. Bei diesem perfiden Spielchen auf dem Rücken der Betroffenen macht das Jobcenter Waldeck-.Frankenberg keine Ausnahme. Ob Menschen über Wochen und Monate aus Abfalleimer oder Mülltonnen leben ist den Sachbearbeitern des Jobcenters Waldeck-Frankenberg schlicht egal. Dem Geschäftsführer des Jobcenters ist durchaus bekannt, dass es Menschen gibt die sich aus Tonnen ernähren: „Das Problem ist bekannt,“ sagt Reinhold Lohmar, Geschäftsführer des Jobcenters Waldeck-Frankenberg am Telefon. „ Ein paar Leute machen das sicher, weil es es trendy ist und regelmäßig durch die Medien geht,“ so Lohmar weiter, aber es gibt sie auch hier im Landkreis, die Leute die aus Containern leben.“ Das Jobcenter hilft wo es kann, betont der Geschäftsführer des Jobcenters, aber nur im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten. ( Interview vom 31. März.  http://eder-dampfradio.de/reader/items/mitternacht-shopping.html)

Das Jobcenter Waldeck- Frankenberg. hilft noch nicht mal im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten. Weder durch Lebensmittelgutscheine oder durch einen Berechtigungsschein für die Tafel. Zu mindestens ein Fall ist bekannt, bei dem seit mehr als 8 Wochen dem Jobcenter bekannt ist, dass man nur deswegen nicht verhungert ist, weil man sich ausschließlich aus Container bedient. Das Jobcenter wurde von dem Betroffenen immer wieder auf diesem Umstand hingewiesen. Reaktion? Keine. Und da kann man den Mitarbeitern des Jobcenters schon Vorsatz unterstellen. Im schlimmsten Fall sogar vorsätzliche Körperverletzung, denn man nimmt ja seitens des Jobcenters Krankheiten durch unhygienische Lebensmittel, verschimmeltes Brot usw. in Kauf. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ aber eben nicht wenn man HartzIV- Empfänger in Waldeck-Frankenberg ist. Für das Jobcenter ist auch eine Miete von 230 Euro nicht „angemessen“. Aber das Wohnen in einem Abbruchhaus mit undichtem Dach und Fäkalien durch Rückstau aus dem Abwasserkanal im Keller, dass ist für die Sachbearbeiterin angemessen.

Übrigens, das Zufügen von psychischem oder physischem Leid Gewalt, Qualen, Schmerz, Angst, massive Erniedrigung, nennt man in totalitären Staaten Folter. Aber in Deutschland gibt es ja ein Grundgesetz und einen Artikel 1. (Frankenberger)

Die Geschichte ist meine Geschichte: 59 Jahre, ehemalig selbstständig mit 15 Mitarbeitern, Ende 2001 Liquiditätsinsolvenz der Firma durch Krankenkasse.   Ein Jahr Bewerbungen bis nach USA, Europäische Ausland usw. Ab 2003 angefangen mit Zeitungsaustragen, 2004 Haus und Hof verloren, weil nicht mehr zu halten. Ab 2006 als freiberuflicher Lokaljournalist ( Zeilenhonorar zwischen 0,5 Cent und 0,13 Cent die Zeile), 2008 Frau weg, also die ganz klassische Geschichte des sozialen Abstiegs. Zwischen 2008 und 2011 mit netto 150-200 Euro ohne staatliche Hilfe und Krankenversicherung überlebt, nebenbei investiert um HARTZ IV zu vermeiden. Nach Anfrage  nach Honorarerhöhung wurde alle Aufträge storniert und ich lebe von meinem Internet-Blog und Videos für eine Agentur, kann aber oft nicht zu Ereignissen fahren, weil Geld für Sprit fehlt seit HartzIV .  A