— Archiv für den Tag „Langzeitarbeitslose” —

— Samstag, 21. Mai 2011 —

Sehr spezielle Formen der Mitarbeiter-Motivation [ Keine Kommentare ]

Frühes Aufstehen, niedrige Stundenlöhne, ungünstige Arbeitszeiten, ein schlechtes Betriebsklima, körperliche Anstrengungen und viele andere Dinge schrecken hierzulande viele, viele Menschen davon ab, die Suche nach einer seriösen, sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit ernsthaft "in Angriff zu nehmen". Angesichts dieser "harten" Bedingungen, die in so manchem Unternehmen "hinzunehmen" sind, ist es nach Auffassung vieler Langzeitarbeitsloser naheliegend, doch lieber auf Hartz-IV-Leistungen zu setzen und das Leben langfristig zu genießen. Warum auch nicht? Denn was der deutsche Staat in diesem Zusammenhang zu bieten hat, reicht doch immerhin zum Leben – und erspart einem darüber hinaus zumindest den ach so "lästigen" Weg zur Arbeit….

Die einen so, die anderen ganz anders

Natürlich darf eine solche Aussage keinesfalls pauschalisiert werden, denn es gibt hierzulande durchaus viele arbeitswillige Menschen, die aber schlichtweg aufgrund – nachvollziehbarer – persönlicher oder auch gesundheitlicher Aspekte keine Chance auf einen "richtigen" Job haben. Allen anderen sei jedoch gesagt, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt in diesem unserem Lande durchaus zu verbessern scheint, wenn man dem einen oder anderen Medienbericht Glauben schenkt. Demzufolge gibt es zum Beispiel ein renommiertes Versicherungsunternehmen, das seinen erfolgreichsten Mitarbeitern ganz besonders attraktive Vergünstigungen ermöglicht. Rauschende Erotik-Partys, die sogar von Führungskräften des Konzerns organisiert worden waren vor dem Hintergrund, die besten Vertriebler zu motivieren, bietet schließlich nicht jedes Unternehmen.

Auch andere Verlockungen sind durchaus "reizvoll"

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen will dahingegen eine US-amerikanische Pizzakette. Sie will nicht nur potentielle Mitarbeiter in sehr spezieller Weise motivieren, sondern darüber hinaus auch in den Medien Werbung in eigener Sache machen. Bei einem ausgelobten Stundenlohn von sage und schreibe 22.000 Euro dürfte dieses Ziel zweifelsohne schnell erreicht sein. Wer da nicht Lust auf einen seriösen Job bekommt, ist wirklich selber schuld. Unter solch' verlockenden Voraussetzungen sollte es sogar dem arbeitsscheuesten Zeitgenossen gelingen, in die (Computer-)Tasten zu hauen und endlich anzufangen, Bewerbungen zu schreiben….

Quellen:

http://money.de.msn.com/aktien/bilder.aspx?cp-documentid=157614857

http://money.de.msn.com/aktien/aktien.aspx?cp-documentid=155174172

— Sonntag, 1. Mai 2011 —

Aus 50.000 wurden 62.000 [ Keine Kommentare ]

Vor einigen Wochen sorgte die bekannte Fastfood-Kette aus den USA mit dem "großen, goldenen M" wieder einmal für Schlagzeilen. Und zwar dadurch, dass in den Medien immer wieder verlautbart wurde, dass 50.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden sollten. Und zwar an nur einem einzigen Tag. In der Tat war die Resonanz darauf durchweg überwältigend. Nicht nur, dass es dem Unternehmen auf diese Weise gelungen ist, noch mehr ins Gespräch zu kommen und somit auf eine vergleichsweise kostengünstige, aber sehr effektive Art Werbung zu betreiben. Sondern vor allem die Tatsache, dass sich auch zahlreiche Jobsuchende sehr interessiert an den ausgeschriebenen Stellenangeboten zeigten, ist in diesem Zusammenhang unbedingt erwähnenswert.

Sämtliche Erwartungen wurden übertroffen

Geplant war ursprünglich, an einem "strategisch günstigen" Tag insgesamt 50.000 neue Beschäftigte, verteilt auf zahlreiche US-amerikanische McDonald's-Filialen, einzustellen. Letztendlich wurden aus 50.000 geplanten Neueinstellungen sage und schreibe 62.000! Sicherlich bleibt in diesem Zusammenhang abzuwarten, wie viele der neuen Mitarbeiter sich in der Systemgastronomie langfristig behaupten werden. Aber nichtsdestotrotz sind die Begeisterung und das Engagement auf beiden Seiten in jedem Fall bemerkenswert.

Internationale Marketingstrategien, die (nicht) immer aufgehen.

Bekanntlich "schwappt" ja immer mal wieder die eine oder andere Idee aus den USA  über den "großen Teich" auch zu uns herüber. Und viele davon setzen sich über kurz oder lang auch in hiesigen Gefilden durch. Aber ob sich der neue Trend auch diesmal in Deutschland durchsetzen wird, ist in der Tat fraglich. Denn die Arbeitsmoral in den einzelnen Ländern unterscheidet sich mitunter doch maßgeblich. Man darf aus diesem Grund also sehr wohl gespannt sein, wie sich das Ganze weiterhin entwickeln wird bzw. ob diese oder ähnliche (Groß-)Projekte wohl auch hierzulande von Erfolg gekrönt sein könnten. Aber eigenen Angaben zufolge sind ja viele Hartz-IV-Empfänger bereit, "alles, dafür zu tun, um endlich wieder einen seriösen Job zu bekommen."

— Sonntag, 24. Oktober 2010 —

Warum keine Jobs für Langzeitarbeitslose? [ Keine Kommentare ]

Anders gefragt: wie kann es sein, dass es so vielen Hartz-IV-Empfängern selbst trotz intensiver Bemühungen nicht gelingt, einen adäquaten Job zu finden, um endlich der Hartz-IV-Falle zu entkommen? Denn wirklich befriedigend kann ein solches Dasein doch wahrhaftig nicht sein. Diese Frage stellen sich übrigens vor allem auch diejenigen immer wieder, die in Lohn und Brot stehen. Die weitverbreitete Meinung ist doch, dass jeder, der wirklich arbeiten will, über kurz oder lang auch einen passenden Job finden kann. Aber genau da liegt oftmals der "Hund begraben". In diesem Zusammenhang wirft sich für den einen oder anderen nämlich sogleich die Frage auf, welche berufliche Tätigkeit denn tatsächlich die "passende" ist….

 

Vorurteile contra Kompetenz

Auf der einen Seite sind freilich in erster Linie die Vorurteile zu nennen, die es vor allem von Seiten der Personalverantwortlichen gegenüber Langzeitarbeitslosen gibt. Selbst wenn in zahlreichen öffentlichen bzw. firmenspezifischen Kampagnen noch so häufig unterstrichen wird, dass jedem eine Chance gegeben wird und dass alle Bewerber dieselben Möglichkeiten hätten. Die Realität sieht de facto leider häufig völlig anders aus, denn derartige – zugegeben durchaus werbewirksamen – "Bekanntmachungen" entsprechen keineswegs (immer) den Tatsachen.

 

Auf der anderen Seite des Schreibtisches  

Betrachtet man diese Gegebenheiten andererseits einmal aus der Sicht eines (objektiven) Sachbearbeiters der ARGE, so stellt  sich das Ganze wiederum etwas anders dar. Natürlich gibt es Langzeitarbeitslose, die wirklich nichts unversucht lassen, um schnellstmöglich wieder einen Job – gleich, welcher Art – zu finden. Dann aber gibt es auch diejenigen, die beispielsweise mit handgeschriebenen (!) Bewerbungen im DINA-5-Format, in denen es von Rechtschreibfehlern nur so "wimmelt", bei potentiellen Arbeitgebern "punkten" wollen.

 

Mal ehrlich: wenn man berücksichtigt, wie intensiv die persönliche Betreuung respektive die Bewerbungstrainings innerhalb der (ARGE-)Fördermaßnahmen im Einzelnen sind, stellt sich durchaus die Frage, ob nicht eventuell auch ein wenig Kalkül dahintersteckt. Die Absicht, auch in Zukunft noch auf Kosten des deutschen Staates zu leben, und auch weiterhin mit mangelhaften Deutschkenntnissen gut durchs Leben zu kommen…. 

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