— Archiv für den Tag „krank” —

— Montag, 10. Mai 2010 —

Was macht die ARGE aus uns? [ 3 Kommentare ]

Ich schreibe diese Zeilen aus Wut und Hass gegen die ARGE und den Staat. Heute Nacht den 10.05.10 um 0,45 Uhr ist mein geliebter Kater mit 12 Jahren elendig gestorben. Mir fehlte das nötige Geld für umrangreiche Untersuchungen.

Ist die ARGE schuld an dieser Tragödie?

Meine Geschichte:

Ich habe seit längerem einen Freund und wir beschlossen vor 13 Jahren zusammen zuziehen. Mittlerweile haben wir uns auseinander gelebt,trotzdem gelten wir als Bedarfsgemeinschaft weil wir die Küche und das Bad in der 2 Zimmerwohnung deren Miete 900 Euro beträgt gemeinsam nutzen. Da mein (Ex)Freund 1088 Euro netto verdient und die anerkannte Grundmeite nur noch 562,59 Euro beträgt bekomme ich nur noch 370,18 Euro inklusive Mehrbedarf.Da Er auch noch dem Alkohol und der Spielsucht verfallen ist, muss ich auch noch für Lebensmittel aufkommen. An Arbeit ist nicht zu denken,da ich im Oktober letzten Jahres meine zweite Bandscheibenoperation hatte und immernoch gehbehindert bin. Darüber hinaus soll ich für eine Mietkostensnkung sorgen, eventuell durch Umzug. Diesbezüglich werde ich allerdings nicht beraten. Anrufe enden am Ab. Rückrufe zwecks Terminvereinbarung erfolgen keine. Ich bin mittlerweile in Depressionen verfallen, die mich nur noch an den Freitot denken lassen. Ist der ARGE egal was aus Sozialhilfeempfängern wird?  

— Donnerstag, 6. August 2009 —

Krankes Hartz IV – Kind bleibt alleine!? [ Keine Kommentare ]

Solidarität ist ein mächtiges Instrument. Sie hat einst aus Arbeitsvieh Gesprächspartner gemacht, die um Lohn streiten konnten und Lohnerhöhungen durchsetzten. Sie kann all denjenigen eine Stimme geben, die ohne Solidarität keine hätten. Manchmal hilft Solidarität vielleicht auch kleinen an Leukämie erkrankten Kindern. Ein zwölfjähriger Junge aus Aldenhoven muss wegen einer sich deutlich verschlechternden Leukämieerkrankung auf die Krebsstation ins Klinikum in Aachen. Der tägliche Besuch seiner Mutter ist in solch einer Phase für ihn ganz besonders wichtig, denn der Junge braucht jetzt immens Kraft. Allerdings besitzt die Familie mit insgesamt acht Kindern kein Auto, lebt derzeit von Hartz IV und kann sich die regelmäßigen Fahrten zum Klinikum nicht leisten. Unterstützung vom Amt gibt es für die Besuche keine. Wer einmal durchs Internet surft, hat deshalb derzeit große Chancen auf einen Hilfeaufruf von "Helfen statt Reden Eschweiler" und der "Deutschen Leukämie- und Lymphomhilfe" zu treffen. Hilfe soll gefunden werden, um die Besuche der Mutter bei ihrem kranken Kind zu ermöglichen. Diese Hilfe kann, muss aber nicht in Form von Geldspenden erfolgen. Ebenso möglich wäre es, so "Helfen statt Reden Eschweiler", dass jemand die Mutter im Auto mitnimmt oder der Familie einen Leihwagen zur Verfügung stellt.

Ein Hoch auf die Solidarität

Solch solidarischen Hilfeaktionen finde ich stets aufs Neue bemerkenswert; sie können, wollen und dürfen staatliche Leistungen nicht ersetzen. Und sie sollten von staatlichen Stellen auch nicht als Argument ins Feld geführt werden, dass er selbst (der Staat) ja eigentlich gar nicht so dringend gebraucht wird und seine Leistungen ruhig herunterfahren könnte. Bemerkenswert an solchen Aktionen finde ich, dass manchmal auch sehr unbürokratisch Hilfe gesucht und oftmals auch gefunden wird: auch im Internet. In Anlehnung an Wikipedia entstand wohl der Name Helpedia, der eines Internetportals für gesellschaftliches Engagement in Deutschland. Man mag das als Tropfen auf den heißen Stein empfinden, was hier geschieht. Man mag die Aktionen als etwas sehen, was den Kern dessen nicht berührt, warum die Schere zwischen Arm und Reich größer wird. Andererseits lassen sich durch solche Initiativen Lösungen für aktuelle Probleme finden. Und das ist manchmal besser als Theorien über Ursachen, warum diese Gesellschaft irgendwann auseinander fallen könnte. Einem an Leukämie erkrankten Kind würde Letzteres in jedem Fall weniger helfen als Ersteres. Spontane Hilfe kann hier dazu führen, dass die Überschrift „Krankes Hartz IV – Kind bleibt alleine!“ ihre Gültigkeit verliert. Unsere Gesellschaft mag derzeit eventuell etwas zuviel an Egoismus bieten. Dass es keine komplett egoistische Gesellschaft ist, beweisen für mich die vorab genannten Hilfsaktionen.