— Archiv für den Tag „Kosten” —

— Montag, 17. Oktober 2011 —

Arbeitslosengeld beantragen ist eine Abenteuerreise [ Keine Kommentare ]

Mein Bruder hat gerade sein Studium beendet und muss nun vorübergehend zur Untermiete bei unserer Mutter wohnen. Es liegt ja auf der Hand, dass er sich eine eigene Wohnung zur Zeit mangelns Job nicht leisten kann. Da er schon 25 Jahre alt ist, steht es ihm natürlich zu, Hartz 4 zu beantragen. Gesagt – getan, er geht also zum Arbeitsamt.

Hartz 4 Anträge – ein Buch mit sieben Siegeln

Im Amt teilte man ihm mit, dass er nun sämtliche Anträge auszufüllen hat. Weil ich mich mit der Materie schon öfter beschäftigt habe, kommt er natürlich zu mir damit. Unter den ganzen Anträgen befindet sich auch ein vorgedruckter Mietvertrag, den wir zusammen ausgefüllt haben, wie auch all die anderen Anträge. Was die Arge alles von einem wissen will, ist schon hanebüchend. Einen Vordruck finde ich ganz besonders lustig, dort wird man gefragt, ob Vermögen vorhanden ist und wenn ja, wie viel! Ich meine, wenn ich über Vermögen verfügen würde – ganz ehrlich, würde ich dann Hartz 4 beantragen?

Der Mietvertrag

Um auf den Mietvertrag zurückzukommen: Wir haben ihn so ausgefüllt, dass man genauestens herauslesen kann, wie viel man als Einzelperson verbraucht. Dazu musste meine Mutter sämtliche Unterlagen vorbringen, sei es der Verbrauch von Wasser und Abwasser, die Grundsteuer, Müllgebühren – eben alles, was so als Nebenkosten gelten. Mein Bruder und ich waren der Meinung, dass nun alles zur Zufriedenheit des Amtes ausgefüllt war….

Doch – weit gefehlt! Die Kosten, die wir eingetragen hatten, waren nur auf meine Mutter als im Haus alleinlebende ausgerichtet. Eigentlich sollte das meiner Meinung nach ausreichen, weil meine Mutter ja nun mal EINE Person ist und somit einen geringen Verbrauch hat. Doch was sagt der Mensch beim Arbeitsamt zu meinem Bruder? Tut mir leid, so können Sie den Mietvertrag nicht abgeben, denn wir brauchen sämtliche Angaben nur über den Verbrauch von Ihnen und nicht von Ihrer Mutter… Was soll man dazu sagen?

— Samstag, 3. September 2011 —

Schlechte Personalführung – “Innere Kündigung” [ Keine Kommentare ]

Ein gutes Betriebsklima ist nach Ansicht vieler Arbeitnehmer das A und O, um zu gewährleisten, dass man sich auf Dauer in einem Unternehmen „wohlfühlen“ kann. Ein „gutes Gefühl“ am Arbeitsplatz zu haben, motiviert schließlich ungemein. Und wer fährt schon gern mit „Bauchschmerzen“ oder einem „unguten Gefühl in der Magengegend“ allmorgendlich zur Arbeit? Trotzdem gab eine kürzlich von der Hochschule Osnabrück durchgeführte Studie nun Grund zur Sorge. Denn wie das Forschungsteam im Rahmen der Untersuchung herausfand, sei das Interesse der meisten Chefs und Vorgesetzten an guter Personalführung nahezu gleich Null. Befragt wurden Entscheidungsträger aus insgesamt 118 deutschen Unternehmen. Dabei waren folgende Branchen vertreten: produzierendes Gewerbe, Handel, Finanzen und Industrie.

Ein wahrlich „demotivierendes“ Studienergebnis

Wie Carsten Steinert, Professor für Personalmanagement der Uni Osnabrück erklärte, sei eine schlechte Personalführung letztendlich einer der Gründe für die „innere Kündigung“ von Mitarbeitern. Das heißt, dass der Arbeitnehmer infolge dieser Unzufriedenheit im Job lediglich noch „Dienst nach Vorschrift“ leiste. Im Endeffekt sei eine solche Konsequenz mit frappierenden Folgen für das Unternehmen selbst verbunden. Die meisten Arbeitnehmer mit Führungsverantwortung tolerieren der Studie zufolge sogar eine mangelhafte Personalführung. Solange das operative Gesamtergebnis des Unternehmens passe, habe man kein Problem mit schlechter Personalführung. Harter Tobak, zumal auf diese Weise klar ersichtlich ist, welchen Stellenwert ein Arbeitnehmer in einem Unternehmen tatsächlich hat. Menschlichkeit scheint da in der Tat auf der Strecke zu bleiben.

Weniger Wertschätzung – schlechtere Leistungen

Etwas Lob hier und da kann sicherlich nicht schaden. Dass sich dies zum Teil maßgeblich auf die Motivation von Arbeitnehmern auswirken kann, hat eine andere Untersuchung unlängst unter Beweis gestellt. Die Leistungen von Arbeitern und Angestellten mehr wertzuschätzen bzw. dem Aspekt einer qualifizierten Personalführung einen höheren Stellenwert beizumessen, wirkt sich demgemäß einerseits auf die Leistungen bzw. auf die Motivation eines Menschen aus. Andererseits lassen sich durch den daraus resultierenden Mehreinsatz Kosten nachhaltig senken. Die finanziellen Aufwendungen für entsprechende Personalführungsseminare würden sich somit langfristig in jedem Fall rechnen.

 

Quelle: http://www.finanzen100.de/nachrichten/chefs-haben-kaum-interesse-an-guter-personalfuehrung_H830351873_1-1-22308/

— Sonntag, 28. August 2011 —

Sieht sich die Bundesagentur für Arbeit bald finanziellen Problemen gegenüber? [ Keine Kommentare ]

Getreu dem Leitsatz: „Erstens kommt es anders, und zweitens, als man denkt…“, hat sich am Arbeitsmarkt hierzulande mal wieder einiges getan. Während immer mehr Unternehmen nach der mittlerweile offenbar überstandenen Wirtschaftskrise in Erwägung ziehen, neue Mitarbeiter einzustellen, und somit „mit dem Strom zu schwimmen“, lief bei der Bundesagentur – wie sollte es anders sein – wieder einmal vieles anders. Wie nämlich in den Medien verlautbart wurde, sollten in der nächsten Zeit zahlreiche Stellen bei den Arbeitsämtern gestrichen werden.

„Es gibt viel zu tun. Lassen wir’s liegen!“

Stellenabbau trotz massenhaft unerledigter Akten? Der Ansturm auf die Arbeitsagenturen und Jobcenter war insbesondere in den letzten Jahren ganz besonders hoch. Während die meisten Unternehmen aus Industrie und Handwerk bekanntlich teils massive Probleme hatten, ihre Mitarbeiter zu halten, wusste man bei der Bundesagentur für Arbeit häufig nicht einmal, wie die anfallenden Aufgaben überhaupt erledigt werden könnten. Nichtsdestotrotz entschied man sich „ganz oben“ aber dennoch dafür, Stellen zu streichen. Nun wiederum sieht das Ganze anders aus….

Feste Jobs für Mitarbeiter der Jobcenter

Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes müssen die Verträge von mehr als 4.000 Mitarbeitern der Bundesagentur für Arbeit in unbefristete Arbeitsverträge umgewandelt werden. Und das, obwohl doch von Stellenabbau die Rede war…. Zwar sind offiziellen Angaben zufolge noch nicht alle Mitarbeiter „untergebracht“, aber „man arbeite daran“. Bislang war jeder sechste Arbeitsplatz in der Bundesagentur für Arbeit befristet. Grundlage für diese Regelung war eine Argumentation im Haushaltsplan der Behörde. Demnach seien die zur Verfügung stehenden Mittel überwiegend für befristete Arbeitsverträge vorgesehen. Diese „Klausel“ dürfe aber nach Ansicht der Richter künftig nicht weiter gelten. Hat die Bundesagentur für Arbeit künftig aufgrund der zu erwartenden finanziellen Mehrbelastung gegebenenfalls gar mit zusätzlichen Problemen zu rechnen? Wird man die zusätzlichen Kosten „stemmen“ können? Man darf in jedem Fall gespannt sein, wie sich das Ganze weiter entwickelt.

 

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,779777,00.html

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