— Archiv für den Tag „Kinder” —

— Sonntag, 22. November 2009 —

Gutscheine für Hartz IV Kinder? [ Keine Kommentare ]

Schön, wenn Menschen umdenken. Seltsam, wenn Politiker umdenken. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat umgedacht: Ein Betreuungsgeld könne es nicht in Form von Gutscheinen geben, behauptet sie entgegen ihrer früheren Aussagen und stellt sich damit gegen die FDP, wie die Zeit berichtet. Dabei ginge es ihr plötzlich um Selbstbestimmung. ALG II Empfänger müssten selbst entscheiden, was sie mit ihrem Geld machen. Monatlich bekommen Leistungsempfänger ab 2013 150 Euro Betreuungsgeld, wenn die bis zu dreijährigen Kinder daheim betreut werden. Die FDP meint, es sei wichtig, das Geld für die Kinder auszugeben, weshalb Gutscheine die Lösung seien. Hat auch Merkel so gesehen. Ende Oktober erst. Heißt: Ein neuer Fingerzeig auf Menschen, die Hartz IV empfangen. Noch am 10. November betonte Merkel zuletzt, dass Gutscheine eine Option wären.

Un- und Irr-Sinn Dauergäste im Bundestag
Der Gedanke, dass das Geld auch bei den Kindern ankommen soll, wirkt ja ganz gut. Die Familien, die Hartz IV empfangen und ihren Kindern nur das Minimum oder weniger zukommen lassen, gibt es. Allerdings sind Gutscheine nur ein müder Versuch, dem Herr zu werden. Es ist doch nur eine Umlage: Die 150 Euro werden dann fürs Kind ausgegeben, bleiben 150 Euro mehr von sonstigen Geldern übrig, die das Kind jetzt weniger verbraucht. Das Schlimmste an der Idee ist eigentlich, solche Gutscheine nur an eine Gruppe der Gesellschaft, Hartz IV-Empfängern, auszugeben – darüber diskutiert die Politik allen Ernstes öffentlich! Dass nicht einmal ansatzweise darüber nachgedacht wird, wie sie der Hartz IV Empfänger fühlt, der sich als solcher öffentlich outen muss … Vielleicht sollte man anstelle von Gutscheinen auch eine Art Aufnäher bedenken? „Ich bin ALG-II-Empfänger“; dann ist es wenigstens gleich raus. Denken im Sinne des Volkes, was auch Hartz IV Empfänger einschließt, geht jedenfalls anders!

— Sonntag, 15. November 2009 —

200.000 Kinder sollen aus Hartz IV befreit werden [ Keine Kommentare ]

„Wir könnten damit rund 500.000 Kinder insgesamt erreichen – 200.000 Kinder mehr als jetzt – die dann aus Hartz IV raus wären“, erklärt Ursula von der Leyen (CDU). Sie meint: Würden die aktuellen Missstände bei der Zahlung des Kinderzuschlags behoben werden, könnte man das schaffen, wie das Hamburger Abendblatt berichtet.

Schwächen beim Kinderzuschlag
Sie erklärt die Schwächen beim Kinderzuschlag: „Die Wahlmöglichkeit zwischen Hartz IV und Kinderzuschlag ist nicht gegeben. Manchmal werden Eltern, obwohl sie lieber den Kinderzuschlag nehmen würden, gezwungen in Hartz IV zu bleiben.“ Die Einkommensgrenze bestimme das. Außerdem: „Das kann dazu führen, dass nur ein Euro zusätzlicher Verdienst dazu führt, dass 70 Euro Kinderzuschlag wegfallen. Und diese beiden Punkte wollen wir verbessern.“ Diese Probleme gelte es, beim Einstieg und Ausstieg vom Kinderzuschlag zu beseitigen.

Hilft Polemik?
Klingt erst mal … nun ja, nach gar nichts. Wenn eine Frau von der Leyen anfängt, gegen Missstände zu wittern, riecht das meist nach reiner Polemik. Was soll es Kindern, die in Armut, weil mit Arbeitslosengeld II aufwachsen, bringen, wenn die Eltern zwischen Kinderzuschlag und Hartz IV wählen können? Das bringt sie nicht aus der Armut. Klingt aber erst mal gut, wenn man dem Bürger vorgaukelt, er habe die Wahl. Außerdem verschönt es die Statistiken, wenn 200.000 Kinder „mehr als jetzt“ aus Hartz IV raus wären. Außer statistischen Verschönerungen und der Stimme einiger leichtgläubiger Bürger bringt der Vorschlag allerdings nichts. Die Kinderarmut ist nur zu stoppen, wenn eine Alternative zu Hartz IV gefunden wird, bei dem keine Familie am Existenzminimum zu leben hat. Oder wenn Mittel und Wege gefunden würden, Arbeitslosengeld II Empfängern einen echten Weg aus der staatlichen Unterstützung zu ebnen.

— Donnerstag, 24. September 2009 —

Hartz-IV-Online-Rechner: was bringen sie? [ 3 Kommentare ]

Wer in die "Hartz-IV-Falle" abrutscht – egal, ob "freiwillig oder unfreiwillig" – hat schon im Vorfeld zahlreiche Möglichkeiten, herauszufinden, welche Leistungen überhaupt in Anspruch genommen werden können – und welche nicht. Das "Zauberwort" lautet in diesem Zusammenhang "Online-Rechner". die im world wide web zur Verfügung stehenden, zumeist kostenlosen Portale bieten interessierten Besuchern auf der einen Seite die Option, mehr zum Thema Hartz IV in Erfahrung zu bringen, andererseits geht es dabei aber auch "ans Eingemachte". Nichtsdestotrotz ist die Verfahrensweise, die Hartz-VI-Online-Rechner zu "bedienen" eigentlich recht einfach. Es stellt sich dabei allerdings lediglich die Frage, inwieweit der Einzelne dort bereit ist oder es als notwendig ansieht, zum Beispiel im Hinblick auf die Bekanntgabe persönlicher Daten zu sehr ins Detail zu gehen….

Neben der jeweiligen Altersangabe zum Beispiel wird zunächst auch nach dem individuellen Familienstand gefragt. Besonders relevant ist diesbezüglich natürlich der Aspekt, ob der User alleinerziehend ist oder mit einem (Lebens-)Partner zusammenlebt. Insbesondere auch die Angabe zur Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder ist in dieser Hinsicht erforderlich. Denn: für jedes Kind sind zusätzliche Zuschüsse drin. Angaben über eine bestehende Schwangerschaft sowie darüber, ob gegebenenfalls eine Behinderung vorliegt, gehen da ein ganzes Stückchen tiefer ins Detail. Dennoch: je detaillierter die Eingabe der entsprechenden Daten jeweils erfolgt, desto expliziter ist im Nachhinein das Ergebnis. Generell wird man auf diese Weise jedenfalls hilfreiche Infos über eventuell zustehende "Extras" für Kinder, werdende Mütter, Alleinerziehende oder für alle sonstigen, persönlichen Umstände erhalten. Tipp: die Inanspruchnahme eines Online-Rechners dient im Übrigen natürlich auch als ideale Grundlage für die ersten Gespräche mit den zuständigen Sachbearbeitern der Agentur für Arbeit.

Man sollte allerdings berücksichtigen, dass bei der jeweiligen Vorab-Ermittlung der Hartz-IV-Leistungen mithilfe der Online-Rechner stets vom möglichen Höchstsatz auszugehen ist. Aus diesem Grunde bitte nicht wundern, wenn die Resultate im Internet ein wenig höher ausfallen, als letztendlich die tatsächlichen Bezüge sind. Und noch ein Hinweis: In der Regel sind bei den Seiten der Online-Rechner zusätzliche Informationen und aktuelle Ratschläge zum Thema Hartz-IV zu finden, sodass sich bereits bei der Nutzung dieser Angebote erste Fragen klären lassen könnten.



 

 

 

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