— Archiv für den Tag „Kinder” —

— Samstag, 30. Juli 2011 —

Die “andere Seite” des Bildungspaketes [ Keine Kommentare ]

Das unlängst ins Leben gerufene Bildungspaket schlägt wahrlich „hohe Wellen“. Denn während die einen noch behaupten, das Ganze würde seitens der Hartz-IV-Empfänger mit einem viel zu geringen Interesse bedacht, so äußern sich diese aber in dem Zusammenhang ganz anders. Denn Leistungsempfänger, wie zum Beispiel die 50jährige Sabine Rohde aus Geesthacht bemängelt, dass sie nach Antragstellung sage und schreibe drei Monate warten musste, bis die Klassenfahrt ihres Sohnes letztendlich überhaupt bewilligt worden war. Besonders nervig waren diesbezüglich offenbar die häufigen Nachfragen der Sachbearbeiter des Jobcenters. Aber auch die plötzliche Nichtakzeptanz bereits eingereichter Belege gestaltete das Ganze nicht gerade einfacher.

In Vorleistung treten und dann lange Wartezeiten in Kauf nehmen

Damit sie ihrem Sohn überhaupt erst die Teilnahme an der Klassenfahrt ermöglichen konnte, sah sich Frau Rohde gezwungen, die Kosten hierfür – immerhin 385 Euro – bis zur tatsächlichen Bewilligung im Freundeskreis zu leihen. Auch im Hinblick auf die Kostenregulierung im Rahmen der Schulbeförderung sah es nicht besser aus. Ihren Antrag stellte die Frau am 1. Juni 2011 und erhielt bis dato noch immer keine Rückantwort. Auf ihre Nachfrage hin wurde sie lediglich mit der lapidaren  Begründung abgespeist, dass man aufgrund der Vielzahl der eingegangenen Anfragen – so gering scheint das Interesse der Hartz-IV-Empfänger also wohl doch nicht zu sein – noch nicht in der Lage gewesen sei, ihren Antrag zu bearbeiten.

Schon jetzt zum Scheitern verurteilt?

Sicherlich: das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Aber wenn das Ganze schon jetzt von Grund auf derartig unprofessionell angegangen wird, ist das „Unternehmen Bildungspaket“ schon jetzt zum Scheitern verurteilt. Dabei klang alles bei der Verabschiedung am 1. Januar so vielversprechend. Sage und schreibe 2,5 Millionen bedürftige Kinder sollten vom Bildungspaket profitieren. Bleibt am Ende nur ein Scherbenhaufen, der wiederum hohe Kosten verursacht? Man weiß es nicht….

 

Quelle: "Bild der Frau 30/2011"

— Samstag, 16. Juli 2011 —

Vorbildliches Bildungspaket? Grundsätzlich schon, aber… [ Keine Kommentare ]

Die Regierung lässt sich ja bekanntlich immer wieder so einiges einfallen, um vor allem auch die Kinder aus Hartz-IV-Familien nachhaltig zu unterstützen. Denn schließlich geht es in erster Linie darum, die jungen Menschen davor zu bewahren, über kurz oder lang selbst – wie ihre Eltern – in die „Hartz-IV-Falle“ zu tappen. Und so wurde auch unlängst das Bildungspaket des Bundesarbeitsministeriums ins Leben gerufen, auf dem in der Tat die Hoffnungen vieler „ruhten“…. Aber der Erfolg wurde einfach nicht „wach“….

Das Prinzip erscheint durchaus sinnvoll

Die Grundidee des ganzen war es, Kindern und Jugendlichen besondere Vorzüge zu bieten, wie zum Beispiel Nachhilfeunterricht bzw. spezifische Lernförderungsmaßnahmen, ein warmes Mittagessen, Musik- oder Sportunterricht und so weiter. Wenn sie in bestimmten Bereichen mehr eingebunden würden, so die Hoffnung der Anbieter, hätten die Kinder nicht nur die Möglichkeit, ihren Horizont zu erweitern und sich in gewisser Weise auch motivieren zu lassen. Sondern sie könnten "ganz nebenbei" auch noch ihre sozialen Kontakte kontinuierlich weiter auszubauen. Wenn man aber den Kommentaren der Städte und Gemeinden jedoch Glauben schenkt, so war die Resonanz der Bürger in diesem Zusammenhang doch „eher zurückhaltend“. Nicht einmal ein Viertel der Hartz-IV-Empfänger habe einen entsprechenden Antrag bei ihren Sachbearbeitern eingereicht.

Wird es an der Ausführung scheitern?

Das Problem ist unter anderem, dass viele Eltern nicht einmal wissen, dass es ein solches Bildungspaket überhaupt gibt. Aber nicht nur das, sondern vor allem die Tatsache, dass es für den einen oder anderen ein recht schwieriges Unterfangen ist, den Antrag überhaupt auszufüllen, macht die Angelegenheit nicht gerade leichter. In einigen Städten, wie zum Beispiel in Lübeck, zäumt man das Pferd also von hinten auf. Dort haben vor allem Erzieher und Lehrer die Möglichkeit, Mittel für bestimmte Lehrmaßnahmen zu beantragen. Warum wird eine solche Vorgehensweise nicht für alle Regionen Deutschlands vereinbart? Überhaupt sollte jedoch zunächst einmal mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden. Eine bessere Kommunikation zwischen Sachbearbeitern der Bundesagentur für Arbeit und den Leistungsempfängern täte ihr Übriges zu einem erfolgreicheren Anlauf des – durchaus vielversprechenden – Bildungspaketes!

— Sonntag, 10. Juli 2011 —

Ferienjobs für Hartz-IV-Empfänger: Neue Regelungen seit Juli 2011 [ Keine Kommentare ]

Sommerzeit – Ferienzeit. Klar, dass sich in diesen Wochen der eine oder andere Hartz-IV-Empfänger Gedanken über eventuelle Zuverdienstmöglichkeiten macht. Denn gerade jetzt bieten sich mitunter attraktive Gelegenheiten, um die Haushaltskasse aufzubessern – und dem „Alltagstrott“ zu entkommen. Seit dem 1. Juli 2011 gelten in diesem Zusammenhang übrigens neue Regelungen, die unter anderem auch die bedarfsmindernde Anrechnung von Erwerbseinkommen vorgeben.

„Ganz nebenbei“ Geld verdienen

Wer zum Beispiel „nebenbei“ ein monatliches Einkommen bis zu einer Höhe von 100 Euro erhält, muss nicht mit Kürzungen rechnen. Bei einem Einkommen von bis zu 1.000 Euro je Monat gelten bis zu 20 Prozent als anrechnungsfrei. Ein monatlicher Verdienst zwischen 1.000 und 1.200 Euro bleibt mit bis zu 10 Prozent anrechnungsfrei. Hierbei gilt im Übrigen zu berücksichtigen, dass bei Haushalten, in denen mindestens ein minderjähriges Kind dauerhaft lebt, ein Erwerbseinkommen von 1.500 Euro zugrunde gelegt wird. Wissenswert ist darüber hinaus, dass in den jeweiligen Grundfreibeträgen die Absetzbeträge zur Riester-Rente, Fahrtkosten, die Werbungskostenpauschale sowie etwaige private Versicherungen bereits enthalten sind.

Kinder unter 25 Jahren haben andere Möglichkeiten

Kinder, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und auch noch nicht in einem (bezahlten) Ausbildungsverhältnis stehen, müssen nicht mit Abzügen rechnen, sofern sie sich dazu entschließen, während der Ferienzeit etwas hinzuverdienen zu wollen. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn ihr Verdienst nicht höher ist, als 1.200 Euro pro Kalenderjahr. Gleichwohl darf die gesamte diesbezügliche Arbeitszeit, die im Übrigen in den Schulferien liegen sollte, vier Wochen je Kalenderjahr nicht überschreiten. Ferienjobs sind generell eine willkommene Möglichkeit, Eigeninitiative zu zeigen und gerade auch jungen Menschen die ersten Schritte ins „richtige“ Berufsleben näherzubringen. Aber nicht nur das: Kinder aus Hartz-IV-Familien „lernen“ im Zuge dessen meist auch „ganz nebenbei“, wie „motivierend“ es doch sein kann, für das Erbringen einer Leistung Geld zu bekommen. Anders also, als es die Eltern in vielen Fällen vorleben….

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