— Archiv für den Tag „Kinder” —

— Mittwoch, 18. Januar 2012 —

Der Bildungsgutschein – Am teuersten war die Druckerschwärze [ Keine Kommentare ]

In Lübeck existierte bis zur Einführung des Bildungsgutschein ein Bildungsfonds, aus dem alle bedürftigen Familien einmal im Jahr Zuschüsse für Mittagessen, Vereine und Schulausflüge beantragen konnten. Das System ist jahrelang gereift und verlief für uns als betroffen Familie anstandslos. Wir bekamen am Ende eines jeden Jahres auf Antrag einen kleinen Teil für das Mittagessen in den Kitas zurück und waren auch zu einem Teil von Leistungen an der Schule befreit.

Neues Gesetz weniger Vorteile für die Kinder

Nun kam es zur hoch angepriesenen Einführung des Bildungsgutschein. Unsere Regierung rühmte sich, mit der auch so tollen und teuren Förderung von bedürftigen Kindern um sie nicht ins soziale Aus zu katapultieren. Als sogenannten Arbeitnehmern mit zusätzlichen Hartz4 Anspruch, durften wir nun auch einen Antrag pro Kind für den heiß erwarteten Bildungsgutschein stellen. Mit tausend Erwartungen im Bauch, nun endlich das Kind zum heiß ersehnten Musikunterricht anmelden zu können und dem anderen Kind den Tanzkurs zugutekommen zu lassen, füllten wir mithilfe des Kindergartens den Antrag aus. Es dauerte auch nur fast zwei Monate, bis wir einen Bescheid erhielten, und zwar in fünffacher Form. Für jeden kleinen Betrag gab es vier neue Seiten Berechnung und keiner verstand, was nun für was war. Anbei noch ein lustiges postkartengroßes Kärtchen, mit einem Betrag für 6 Monate, auf den sich Vereine und Co. verewigen sollten, wenn sie ihr Geld für die erbrachten Leistungen haben wollten.

Das Ende der kindgerechten Förderung

Nun mehr fast ein Jahr später hat es der Kindergarten endlich geschafft in zusätzlichen Arbeitsstunden alle offenen Zahlungen, die doppelt geleistet wurden, an die Eltern zurück zuführen. Ja und auf Nachfragen bei der ARGE wer den die kleinen Kärtchen unterstützt und die Kinder unterrichtet, wurde man darauf hingewiesen das Selbst zu recherchieren. Am Ende tut es keiner nur ein zwei kleine Vereine, den der bürokratische Aufwand nicht zu hoch ist, um ihr Geld zu bekommen. Bye bye Musikunterricht und Tanzkurs. Ich würde sagen Förderungsziel nicht erreicht. Und die ARGE spart kräftig an den schwächsten der Gesellschaft an den Kindern.

— Samstag, 30. Juli 2011 —

Die “andere Seite” des Bildungspaketes [ Keine Kommentare ]

Das unlängst ins Leben gerufene Bildungspaket schlägt wahrlich „hohe Wellen“. Denn während die einen noch behaupten, das Ganze würde seitens der Hartz-IV-Empfänger mit einem viel zu geringen Interesse bedacht, so äußern sich diese aber in dem Zusammenhang ganz anders. Denn Leistungsempfänger, wie zum Beispiel die 50jährige Sabine Rohde aus Geesthacht bemängelt, dass sie nach Antragstellung sage und schreibe drei Monate warten musste, bis die Klassenfahrt ihres Sohnes letztendlich überhaupt bewilligt worden war. Besonders nervig waren diesbezüglich offenbar die häufigen Nachfragen der Sachbearbeiter des Jobcenters. Aber auch die plötzliche Nichtakzeptanz bereits eingereichter Belege gestaltete das Ganze nicht gerade einfacher.

In Vorleistung treten und dann lange Wartezeiten in Kauf nehmen

Damit sie ihrem Sohn überhaupt erst die Teilnahme an der Klassenfahrt ermöglichen konnte, sah sich Frau Rohde gezwungen, die Kosten hierfür – immerhin 385 Euro – bis zur tatsächlichen Bewilligung im Freundeskreis zu leihen. Auch im Hinblick auf die Kostenregulierung im Rahmen der Schulbeförderung sah es nicht besser aus. Ihren Antrag stellte die Frau am 1. Juni 2011 und erhielt bis dato noch immer keine Rückantwort. Auf ihre Nachfrage hin wurde sie lediglich mit der lapidaren  Begründung abgespeist, dass man aufgrund der Vielzahl der eingegangenen Anfragen – so gering scheint das Interesse der Hartz-IV-Empfänger also wohl doch nicht zu sein – noch nicht in der Lage gewesen sei, ihren Antrag zu bearbeiten.

Schon jetzt zum Scheitern verurteilt?

Sicherlich: das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Aber wenn das Ganze schon jetzt von Grund auf derartig unprofessionell angegangen wird, ist das „Unternehmen Bildungspaket“ schon jetzt zum Scheitern verurteilt. Dabei klang alles bei der Verabschiedung am 1. Januar so vielversprechend. Sage und schreibe 2,5 Millionen bedürftige Kinder sollten vom Bildungspaket profitieren. Bleibt am Ende nur ein Scherbenhaufen, der wiederum hohe Kosten verursacht? Man weiß es nicht….

 

Quelle: "Bild der Frau 30/2011"

— Samstag, 16. Juli 2011 —

Vorbildliches Bildungspaket? Grundsätzlich schon, aber… [ Keine Kommentare ]

Die Regierung lässt sich ja bekanntlich immer wieder so einiges einfallen, um vor allem auch die Kinder aus Hartz-IV-Familien nachhaltig zu unterstützen. Denn schließlich geht es in erster Linie darum, die jungen Menschen davor zu bewahren, über kurz oder lang selbst – wie ihre Eltern – in die „Hartz-IV-Falle“ zu tappen. Und so wurde auch unlängst das Bildungspaket des Bundesarbeitsministeriums ins Leben gerufen, auf dem in der Tat die Hoffnungen vieler „ruhten“…. Aber der Erfolg wurde einfach nicht „wach“….

Das Prinzip erscheint durchaus sinnvoll

Die Grundidee des ganzen war es, Kindern und Jugendlichen besondere Vorzüge zu bieten, wie zum Beispiel Nachhilfeunterricht bzw. spezifische Lernförderungsmaßnahmen, ein warmes Mittagessen, Musik- oder Sportunterricht und so weiter. Wenn sie in bestimmten Bereichen mehr eingebunden würden, so die Hoffnung der Anbieter, hätten die Kinder nicht nur die Möglichkeit, ihren Horizont zu erweitern und sich in gewisser Weise auch motivieren zu lassen. Sondern sie könnten "ganz nebenbei" auch noch ihre sozialen Kontakte kontinuierlich weiter auszubauen. Wenn man aber den Kommentaren der Städte und Gemeinden jedoch Glauben schenkt, so war die Resonanz der Bürger in diesem Zusammenhang doch „eher zurückhaltend“. Nicht einmal ein Viertel der Hartz-IV-Empfänger habe einen entsprechenden Antrag bei ihren Sachbearbeitern eingereicht.

Wird es an der Ausführung scheitern?

Das Problem ist unter anderem, dass viele Eltern nicht einmal wissen, dass es ein solches Bildungspaket überhaupt gibt. Aber nicht nur das, sondern vor allem die Tatsache, dass es für den einen oder anderen ein recht schwieriges Unterfangen ist, den Antrag überhaupt auszufüllen, macht die Angelegenheit nicht gerade leichter. In einigen Städten, wie zum Beispiel in Lübeck, zäumt man das Pferd also von hinten auf. Dort haben vor allem Erzieher und Lehrer die Möglichkeit, Mittel für bestimmte Lehrmaßnahmen zu beantragen. Warum wird eine solche Vorgehensweise nicht für alle Regionen Deutschlands vereinbart? Überhaupt sollte jedoch zunächst einmal mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden. Eine bessere Kommunikation zwischen Sachbearbeitern der Bundesagentur für Arbeit und den Leistungsempfängern täte ihr Übriges zu einem erfolgreicheren Anlauf des – durchaus vielversprechenden – Bildungspaketes!

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  • Dona: Was im Fernsehr kommt besonders solche Sendungen ist eh nur alles gestellt und nicht einmal 2% sind ...
  • Adolarfg01: Karlchen viel bekommst du nicht mehr mit oder? die auf den amt sind selber schuld, wie man in den wa...
  • stephan letsch: es ist hanebüchen was sich die mitarbeiter dieses amtes herausnehmen. ich halte so und so mindesten...
  • Angela: Auch ich habe seit dem Hartz4-Bezug noch kein einziges Arbeitsangebot bekommen vom Jobcenter Lippe/D...