— Archiv für den Tag „Hohn” —

— Sonntag, 10. Oktober 2010 —

Des einen Leid, des anderen Leid [ Keine Kommentare ]

Ein erstes Etappenziel schien schon erreicht, als es sich in den letzten Wochen abzeichnete, dass die Hartz-I-Regelsätze (endlich) angehoben würden. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, als in diesem Zusammenhang lediglich von einem Zuschlag in Höhe von fünf Euro die Rede war. Und mal ehrlich: ist es überhaupt legitim, angesichts der fünf Euro tatsächlich von einer Anhebung der Sozialleistungen zu sprechen? Wohl kaum… Also ist wohl bereits im Voraus ersichtlich, dass sich das Leben der (wirklich) Bedürftigen auch in absehbarer Zukunft nicht in gravierender Weise verändern wird. Und so nimmt das Hartz-IV-Leid seinen Lauf….

Kleiner Betrag, große Wirkung…

Wie es unlängst in den Medien "durchsickerte", müssen die Städte und Gemeinden trotz der verschwindend geringen Anhebung der staatlichen Unterstützung für Langzeitarbeitslose mit einem riesigen Berg an Zusatzkosten rechnen. So beziffert zum Beispiel die Stadt Berlin die zu erwartenden finanziellen Belastungen mit sage und schreibe dreißig Millionen Euro. In der Tat kein Pappenstiel.

Heute heißt es, Worten Taten folgen zu lassen

Als sei das sprichwörtliche Fass nicht schon voll genug, und droht "überzulaufen", sorgte aktuell auch noch der Landtagsabgeordnete Riese von der FDP mit seiner überheblichen Äußerung Hartz-IV-Empfängern gegenüber für Ärger.

Ironischerweise sorgte der Landtagsabgeordnete Riese (FDP) mit seiner überheblichen Äußerung zusätzlich für Ärger. Denn der behauptete unlängst, mit einem monatlichen Betrag von „gerade einmal“ 1.100 Euro für sich und seine Angetraute auszukommen. Mit dieser Summe könnte er sowohl den Lebensunterhalt, als auch seine jeweiligen Mietaufwendungen bestreiten.

All‘ jene, die unter anderem auch deshalb (endlich) etwas bewegen wollen oder die einfach nur den Drang verspüren, ihrem Unmut Luft zu machen, können heute, am 10. Oktober Krach schlagen. Und so lautet denn auch das Motto der geplanten Protestaktion: „Krach schlagen statt Kohldampf schieben“.

— Montag, 12. April 2010 —

Hartz IV, Geldmangel und neue Autos [ Keine Kommentare ]

Was sagt man dazu: künftig tritt die Ausweispflicht auch bei der Tafel in Kraft. In der Tat der "Hohn auf Socken". Oder müsste es in diesem Zusammenhang nicht besser lauten: "auf Rädern"…?

 

Und alles nur, weil es immer wieder Leute gibt, die zwar keineswegs bedürftig sind, die sich aber dennoch hemmungslos und gut gelaunt an den kostenlosen Lebensmittelspenden der regional ansässigen Tafeln bedienen.

 

Roter Teppich? Ja – oder nein?

 

Wir kennen es ja, da in der Vergangenheit nur allzu häufig darüber berichtet wurde: während sich die einen, die wirklich Bedürftigen verschämt von einem Regal zum nächsten schleichen, um ihre dringend benötigten Nahrungsmittel auszusuchen, genießen die anderen selbst noch bei der Abholung (der Begriff "Kauf" ist hier de facto fehl am Platze) ihrer Güter den "großen Auftritt".

 

Zuvor allerdings mokieren sie sich (natürlich) noch über die möglicherweise nicht mehr ganz so knusprigen Brötchen oder darüber, dass der Salat bereits das eine oder andere welke Blatt aufweist. Sind dann – trotz allem – aber die Tüten bis zum Rand vollgestopft, geht es auch schon wieder weiter. Mit dem 5er BMW zum Familien-Festschmaus… – oder vielleicht zur nächsten Tafel. Wer weiß?

…von oben herab

Ein derartiges Verhalten solch' rücksichtsloser Schmarotzer ist immer wieder ein herber Schlag ins Gesicht eines jeden Bedürftigen. Müssen Hartz-IV-Empfänger und andere Menschen, die am Existenzminimum leben müssen, sich so viel Arroganz und Häme gefallen lassen?

Mitnichten, dachten sich aktuell beispielsweise auch die Betreiber der Remscheider Tafel. Denn dort werden bereits in Kürze gewisse Änderungen in Kraft treten; und zwar in Form einer Ausweispflicht. Jeder Bürger, der also einen Rentenausweis oder einen Hartz-IV-Bescheid vorweisen kann, wird auch weiterhin in den Genuss der Lebensmittelspenden kommen. Die anderen fahren am besten gleich zur nächst gelegenen Dönerbude.