— Archiv für den Tag „Hinzuverdienstmöglichkeiten” —

— Montag, 16. November 2009 —

Staffelung der Hartz-IV-Sätze geplant? [ Keine Kommentare ]

Was wohl die Regierung zu den neuen Plänen der Ifo sagt. Oder sollte man vielleicht schon jetzt die Frage stellen, wann die neuen Hartz-IV-Sparpläne denn tatsächlich in die Tat umgesetzt werden? Denn das Einsparen finanzieller Mittel auf Kosten Bedürftiger ist ja hierzulande recht beliebt….

 

Wie Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Institutes in München, aktuell in der "Financial Times Deutschland" bekanntgab, sei im Hinblick auf die derzeit geltenden Hartz-IV-Regelungen dringender Handlungsbedarf gefragt. Von einer Ost-West-Anpassung war in diesem Zusammenhang sogar die Rede. Grund für seinen Vorschlag war unter anderem die Tatsache, dass die Lebenshaltungskosten in Berlin in der Regel um ein Vielfaches höher seien, als die finanziellen Aufwendungen für Miete und Lebensmittel im Raum Hoyerswerda & Co.

 

Selbst auf die Frage, wie denn die eventuell "im Raum stehenden" Leistungseinschränkungen für Hartz-IV-Empfänger im Bereich "Ost" überhaupt noch kompensiert werden könnten, hatte Sinn prompt eine Antwort parat. Die Betroffenen hätten ihren "Lebensstil" zwar ihren bisherigen Hartz-IV-Einkünften angepasst und kämen unter anderem deshalb wohl auch kaum mit noch weniger Geld aus, aber in diesem Zusammenhang sollen – man höre und staune – verbesserte Hinuverdienstmöglichkeiten gewährleistet werden. Das Minus in der Haushaltskasse könne de facto am besten durch einen Job ausgeglichen werden.

 

Überhaupt schlage man auf diese Weise "zwei Fliegen mit einer Klappe": zum einen lasse sich die angestrebte Wiedereingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt viel leichter in die Tat umsetzen, wenn man einen solchen Schritt gehe, andererseits erreiche man dadurch gleichzeitig den erhofften Ausgleich der regionalen Lohnunterschiede.

 

Stellt sich allerdings noch eine Frage. Und zwar die, ob Herr Sinn bei seinen ehrgeizigen Plänen auch an die Alleinerziehenden oder an all' jene gedacht hat, denen es – aus welchen Gründen auch immer – nachweislich nicht möglich ist, zum gegenwärtigen Zeitpunkt einer geregelten Tätigkeit nachzugehen? Sollen diese Menschen künftig tatsächlich am Hungertuch nagen, nur weil die "regionalen Unterschiede" kompensiert werden müssen? Fakt ist doch, dass diese Betroffenen wohl kaum eine Chance haben, die "ach so attraktiv gestalteten Hinzuverdienstmöglichkeiten" ausschöpfen zu können. Armes Deutschland.

http://www.nealine.de/news/Soziales/sinn-fordert-regional-gestaffelte-hartz-iv-saetze-1937828686.html

— Freitag, 23. Oktober 2009 —

Wird Hartz IV nun doch abgeschafft?! [ Keine Kommentare ]

Nun ist es soweit: Die Verhandlungen zwischen der CDU und der FDP sind in vollem Gange. Einer der diesbezüglichen Hauptpunkte ist dabei das Thema "Hartz IV"…. Guido Westerwelle beispielsweise ist bestrebt, einige zum Teil gravierende Veränderungen in Angriff zu nehmen. Und zwar schon sehr bald. Und Herrmann Otto Solms (FDP) äußerte sich gegenüber der "Welt", dass sogar geplant sei, ein so genanntes Bürgergeld zu etablieren, welches nicht nur weitaus "leistungsfreundlicher", sondern darüber hinaus auch "arbeitsplatzschaffend" sein soll.

Überhaupt ist ein grundlegender Wechsel auf sozialpolitischer Ebene nicht mehr ganz auszuschließen. So wird zusätzlich in Erwägung gezogen, sämtliche soziale Leistungen, welche durch Steuergelder subventioniert sind, miteinander zu kombinieren. Das bedeutet im Klartext, dass sowohl die Sozialhilfe, die Altersgrundsicherung, das Wohngeld, der Kinderzuschlag, als auch die Leistungen für Wohngeld und Heizung zusammengelegt werden sollen. Ziel des Ganzen sei es, den Leistungsempfängern auf diese Weise die Möglichkeit zu geben, jeweils am Monatsende ein höheres Nettoeinkommen in der Tasche bzw. in der Haushaltskasse zu haben.

Noch sträubt sich allerdings die CDU ein wenig gegen die Pläne der FDP; allen voran Ronald Pofalla, denn seiner Ansicht nach sollen sämtliche unterstützende Maßnahmen für bedürftige Bürger "bedarfsabhängig gestaltet" sein. Des Weiteren will die neue Regierung – in dieser Hinsicht sind sich die beiden Parteien allerdings offenbar einig – so genannte "Hinzuverdienstmöglichkeiten" schaffen, um den ALG-II-Beziehern dadurch einen gewissen, zusätzlichen Anreiz zu geben, (endlich) wieder auf Arbeitssuche zu gehen….