— Archiv für den Tag „Hartz IV” —

— Freitag, 27. Mai 2011 —

Finanzielle Unterstützung für ein Leben im Wohnwagen? Fehlanzeige! [ Keine Kommentare ]

“My home is my castle". Wer ein festes Dach über dem Kopf hat, kann sich in der heutigen Zeit durchaus glücklich schätzen. Denn in der Tat hat nicht jeder das Glück, in einer vom Staat unterstützten Bleibe zu wohnen, so wie es vielen Hartz-IV-Empfängern in diesem unserem Lande ja vergönnt ist. Dass in diesem Zusammenhang ohnehin eine teils sehr sonderbare Rechtsprechung gilt, macht das Ganze darüber hinaus nicht gerade einfacher. In jedem Fall aber gilt, dass die Zahlung von Wohngeld vor allem dem einen Zwecke dient: der Grundsicherung von Menschen ohne Job sowie der Stärkung der Eigenverantwortung erwerbstätiger Hilfsbedürftiger.

Der Wohnwagen – beileibe nicht nur als Unterkunft für den Jahresurlaub geeignet

Was mag einen Menschen dazu bewegen, dauerhaft ein Dasein in einem Wohnwagen zu fristen? Sicherlich tragen in vielen Fällen in erster Linie finanzielle Nöte dazu bei, eine solche Entscheidung zu treffen. Denn nicht jedermann ist bekanntlich in der Lage, Monat für Monat pünktlich seine Miete zu zahlen. Angesichts dessen kann da ein ausgedienter Wohnwagen mitunter durchaus eine Alternative sein. Im Sommer ist es womöglich eine vergleichsweise interessante Herausforderung, ein Leben als "Hardcore-Camper" zu führen. Im Winter hingegen kommen buchstäblich "eisige" Zeiten auf die Bewohner eines Wohnwagens zu….

Es fehlt die Wohnraumeigenschaft

Und so hatte eine Auszubildende im Landkreis Bernkastel-Wittlich im April 2011 auf die Gewährung von Wohngeldleistungen geklagt, und wurde letztendlich jäh enttäuscht. Als wäre es nicht schon schlimm genug, mit geringsten Mitteln gewissermaßen am Rande der Gesellschaft hausen zu müssen, setzten die Richter des Oberverwaltungsgerichtes Rheinland-Pfalz gleich noch eins drauf. Sie wiesen die Klage ab mit der Begründung, dass die eigentliche Zweckbestimmung eines Wohnwagens mitnichten das dauerhafte Bewohnen sei. Es stünde der Klägerin jedoch frei, den Wohnwagen künftig ortsfest aufzustellen. In der Vergangenheit wurde dieser jedoch stets an wechselnden Orten positionert. 

Quelle: Urteil 2 K 1082/10.TR vom 14.04.2011

— Samstag, 21. Mai 2011 —

Sehr spezielle Formen der Mitarbeiter-Motivation [ Keine Kommentare ]

Frühes Aufstehen, niedrige Stundenlöhne, ungünstige Arbeitszeiten, ein schlechtes Betriebsklima, körperliche Anstrengungen und viele andere Dinge schrecken hierzulande viele, viele Menschen davon ab, die Suche nach einer seriösen, sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit ernsthaft "in Angriff zu nehmen". Angesichts dieser "harten" Bedingungen, die in so manchem Unternehmen "hinzunehmen" sind, ist es nach Auffassung vieler Langzeitarbeitsloser naheliegend, doch lieber auf Hartz-IV-Leistungen zu setzen und das Leben langfristig zu genießen. Warum auch nicht? Denn was der deutsche Staat in diesem Zusammenhang zu bieten hat, reicht doch immerhin zum Leben – und erspart einem darüber hinaus zumindest den ach so "lästigen" Weg zur Arbeit….

Die einen so, die anderen ganz anders

Natürlich darf eine solche Aussage keinesfalls pauschalisiert werden, denn es gibt hierzulande durchaus viele arbeitswillige Menschen, die aber schlichtweg aufgrund – nachvollziehbarer – persönlicher oder auch gesundheitlicher Aspekte keine Chance auf einen "richtigen" Job haben. Allen anderen sei jedoch gesagt, dass sich die Situation am Arbeitsmarkt in diesem unserem Lande durchaus zu verbessern scheint, wenn man dem einen oder anderen Medienbericht Glauben schenkt. Demzufolge gibt es zum Beispiel ein renommiertes Versicherungsunternehmen, das seinen erfolgreichsten Mitarbeitern ganz besonders attraktive Vergünstigungen ermöglicht. Rauschende Erotik-Partys, die sogar von Führungskräften des Konzerns organisiert worden waren vor dem Hintergrund, die besten Vertriebler zu motivieren, bietet schließlich nicht jedes Unternehmen.

Auch andere Verlockungen sind durchaus "reizvoll"

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen will dahingegen eine US-amerikanische Pizzakette. Sie will nicht nur potentielle Mitarbeiter in sehr spezieller Weise motivieren, sondern darüber hinaus auch in den Medien Werbung in eigener Sache machen. Bei einem ausgelobten Stundenlohn von sage und schreibe 22.000 Euro dürfte dieses Ziel zweifelsohne schnell erreicht sein. Wer da nicht Lust auf einen seriösen Job bekommt, ist wirklich selber schuld. Unter solch' verlockenden Voraussetzungen sollte es sogar dem arbeitsscheuesten Zeitgenossen gelingen, in die (Computer-)Tasten zu hauen und endlich anzufangen, Bewerbungen zu schreiben….

Quellen:

http://money.de.msn.com/aktien/bilder.aspx?cp-documentid=157614857

http://money.de.msn.com/aktien/aktien.aspx?cp-documentid=155174172

— Sonntag, 15. Mai 2011 —

Zivis raus, Hartz-IV-Empfänger ‘rein – ins Altenheim… [ Keine Kommentare ]

Da will der Staat Kosten sparen, die Gesundheitsbranche revolutionieren – und streicht kurzerhand die Stellen der Zivildienstleistenden in Altenheimen und Krankenhäusern gnadenlos ein. Sehr zum Leidwesen des Pflegepersonals und der pflegebedürftigen Senioren. Und auch die Zivis selbst sind mit dieser Entscheidung zum größten Teil so gar nicht einverstanden.

Vom "sinnlosen Löcherstopfen" ist die Rede

Die "weitreichende Kreativität" der Herren Politiker ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt. Und so kam man unlängst auch noch auf die "glorreiche" Idee, auf Biegen und Brechen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu wollen. Vor dem Hintergrund, die Gegebenheiten in den Bereichen Pflege und Betreuung deutschlandweit nachhaltig zu verbessern, nahmen sich einige Regierungsbeamte vor, einerseits so schnell wie möglich dem akuten Pflegenotstand in den Krankenhäusern und Altenheimen ein Ende zu setzen. Andererseits sollte im Zuge dessen auch die wirtschaftliche Situation weiter entspannt werden. Und zwar dadurch, dass vor allem langzeitarbeitslose Leistungsempfänger wieder "bei der Hand genommen" und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden. Ein weiterer gewitzter Schachzug zur Beschönigung der Statistiken…? Erfahrene Fachkräfte, die schon seit Jahren "an der Front", also in Altenheimen und Krankenhäusern qualifizierte Dienste leisten, können eine solch' undurchdachte Vorgehensweise nur schwerlich nachvollziehen.

Auch die Senioren verstehen die Welt nicht mehr…

Der direkte Umgang mit älteren oder kranken Menschen ist nicht Jedermanns Sache. Schließlich handelt es sich dabei um eine Tätigkeit, bei der in der Regel jede Menge Herzblut und Leidenschaft gefragt sind. Was aber, wenn man einen solchen Job trotz aller Vorbehalte erledigen muss; immer in der Angst, Sanktionen unterschiedlichster Art (Leistungskürzungen et cetera) in Kauf zu nehmen? Aus der Sicht eines Hartz-IV-Empfängers ist es oft durchaus ein "hartes Los", eine Tätigkeit im Bereich Alten- bzw. Gesundheitspflege ausüben zu müssen. Demotivation macht sich breit, Frust und Ärger. All' dies überträgt sich quasi – Fachleuten zufolge – über kurz oder lang vor allem auf die Schwächsten: die pflegebedürftigen Menschen in den Heimen und Hospitälern. Wohl kaum jemand will schließlich von Menschen umgeben sein, die zwangsweise ihren Dienst verrichten….

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