— Archiv für den Tag „Hartz IV” —
— Samstag, 4. Dezember 2010 —
Gerade zur Weihnachtszeit sitzen die Geldbörsen der Menschen offenbar stets ein wenig lockerer. Die Herzen öffnen sich, und der Wunsch, anderen Menschen Gutes zu tun, wird "alle Jahre wieder" dann geweckt, wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden. Liegt dies möglicherweise daran, dass man sich angesichts der verstärkten Kauflust, die einen gerade zum Ende eines Jahres immer wieder "überkommt", darauf besinnt, wie gut es einem tatsächlich geht? Und dass es in der Regel – wenn man ehrlich ist – nur wenige Wünsche gibt, die sich nicht erfüllen lassen?
Oh, Du fröhliche…
In der Tat ist es ein gutes Gefühl, wenn man sich nach einem anstrengenden, vorweihnachtlichen Einkaufsbummel wieder entspannt ins warme und gemütliche "Nest" daheim zurückziehen kann…. Aber wenn man dann, in diesen kleinen Momenten des Glücks daran denkt, dass es gerade jetzt sehr, sehr viele Menschen auf diesem Erdball gibt, die sich nichts sehnlicher wünschen würden, auch einmal so etwas Schönes spüren und erleben zu können, so wird der eine oder andere durchaus zum Nachdenken angeregt….
Jeder hat sein "Päckchen" zu tragen. Andere hingegen schleppen ein "Paket" mit sich herum….
Und so dauert es insbesondere in diesen Zeiten auch gar nicht lange, bis es an der Haustür klingelt. Oftmals ist es jemand, der – in dicke Winterkleidung eingepackt und mit einer Blechbüchse in der Hand – Spenden für eine Hilfsorganisation sammelt. Und Hilfsorganisationen gibt es mittlerweile wahrlich wie "Sand am Meer". Wie gut, dass es all' diese wohltätigen Vereine gibt, die sich für die Kinder in Afrika, für die Katastrophenopfer in Haiti oder in den zahlreichen anderen Ländern einsetzen! Aber wer hilft den Obdachlosen hierzulande? Auch die bedürftigen Hartz-IV-Empfänger, die mit ein paar Euros ihr Dasein fristen müssen, wären sicherlich für die eine oder andere zusätzliche "Finanzspritze" dankbar. Aber stattdessen werden Letztere meist nur von oben herab behandelt, belächelt, und am Rande dieser, unserer Konsumgesellschaft stehen gelassen. Fröhliche Weihnachten? Wohl kaum. Denn die sind augenscheinlich nur den anderen vorbehalten….
— Sonntag, 28. November 2010 —
Frost, Schnee, Kälte und Eis sind wahrlich nicht jedermanns Sache. Während die einen aus diesem Grund Jahr für Jahr für einige Wochen in die Heimat "entfliehen", um in den südlichen Gefilden gemeinsam mit den übrigen Verwandten, Bekannten und Freunden der "tristen Stimmung" hierzulande zu entkommen, bleibt den wirklich bedürftigen Hartz-IV-Empfängern in der Regel nichts anderes übrig, als sich mit den Gegebenheiten abzufinden. Mittlerweile weiss aber fast jedes Kind, dass die Winterzeit zugleich auch als die "Hochzeit" von Frust und Depressionen bekannt ist. Ebenso ist Fakt, dass Sonne, eine gesunde, hochwertige Ernährung sowie vor allem auch positive Erlebnisse echte "Wundermittel" gegen Stress und Melancholie sein können.
Schon Kleinigkeiten können entscheidend das seelische Wohl beeinflussen
Zwar ist es für deutsche Hartz-IV-Empfänger ein schier unerreichbares Ziel, unter den bekannt schwierigen finanziellen Voraussetzungen ohne Weiteres in ferne Länder zu reisen. Aber ein paar Tricks können sehr wohl dabei helfen, depressiven (Winter-)Verstimmungen zu entkommen. Mit einem Stückchen Schokolade beispielsweise kann man durchaus schon etwas erreichen. Schließlich setzt die braune "Köstlichkeit" ein Glückshormon, das so genannte Serotonin, frei. Sogar ein halber Hering, Frischkäse oder Bananen regen die Bildung des wertvollen Serotonins zusätzlich an. Viel trinken sorgt obendrein für gute Laune. Dabei ist hier allerdings eher von Wasser und Kräutertees die Rede, nicht aber von Bier, Wein oder Wodka.
Sonne, Serotonin und gute Stimmung…
Tageslicht ist überdies zwingend notwendig, um einerseits das Immunsystem nachhaltig zu stärken und um die Glückshormon-Dosis im Körper zu erhöhen. Wer sich nicht dazu aufraffen kann, mindestens drei Mal täglich für eine halbe Stunde draußen einen Spaziergang zu machen, sollte wenigstens einmal wöchentlich ins Solarium. Zehn Minuten "Steckdosen-Sonne" kosten jedoch rund fünf Euro. Und somit beginnt spätestens jetzt für die meisten daheimgebliebenen Hartz-IV-Empfänger der Teufelskreis der finanziellen Nöte von vorn….
— Samstag, 20. November 2010 —
Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger steigt und steigt. So jedenfalls ist es in den Medien immer wieder zu lesen und zu hören. Und zwar trotz der sich nahezu kontinuierlich verbessernden Wirtschaftssituation. Fakt ist sogar, dass selbst ältere Arbeitnehmer bei Arbeitgebern derzeit wieder gefragter sind, denn je. Denn Expertenmeinungen zufolge verhält es sich so, dass gerade jetzt Fachwissen von erfahrenen Menschen gefragt ist, da nur auf diese Weise die Wirtschaft noch weiter angekurbelt werden könne. Junge Arbeitnehmer seien zwar oftmals durchaus gut ausgebildet, jedoch fehlt diesen zumeist die Erfahrung. Klingt logisch. Wie aber erklärt es sich dann, dass die Zahl der ALG-II-Bezieher in diesem unserem Lande dennoch größer und größer wird? Betrachtet man in diesem Zusammenhang einmal zugleich die statistischen Werte im Hinblick auf die Einwanderungspolitik, wird so einiges klar…
Ein neuer Anfang – anderswo
Zugleich entscheiden sich aber auch immer mehr deutsche Bürger dafür, in einem anderen Land einen Neuanfang wagen zu wollen. Denn trotz all' der sich hierzulande bietenden Programme und Arbeitseingliederungs-Specials sehen viele Menschen ihre Chancen auf einen wirklich geeigneten Arbeitsplatz in Deutschland als eher gering an. Wen wundert es, dass die Angst vor einem erneuten Scheitern nahezu allgegenwärtig ist? Umso mutiger ist es da, hier "alle Zelte abzubrechen" und anderswo von Grund auf neu durchzustarten.
Es muss weitergehen – auch, wenn gar nichts mehr geht…
Gründe gibt es nach Ansicht vieler Auswanderer wahrhaftig genug, um in einem fremden Land ein neues Leben zu beginnen und das Vegetieren auf "Hartz-IV-Niveau" hierzulande (hoffentlich) zu beenden. Da stellt sich aber oftmals zugleich die Frage, wie verzweifelt manch' einer sein muss, wenn er es selbst ohne Sprachkenntnisse und ohne Finanzreserven (denn wie sollte man die als Hartz-IV-Empfänger ansparen können?) riskiert, in Kanada, Texas, Lappland & Co. auf Wohnungs- und Jobsuche zu gehen?
Bleibt ihnen nur zu wünschen, dass ihnen das Glück zumindest im "gelobten Land" hold sein wird…
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