— Archiv für den Tag „Glück” —

— Mittwoch, 6. November 2013 —

Glück & Unglück im Job – Ein Brief an Frau von der Leyen (Ministerin für Arbeit und Soziales) [ 4 Kommentare ]

Sehr geehrte Frau von der Leyen,

bitte ändern Sie etwas an unserem aktuellen System der Bundesagentur für Arbeit.

In Zeiten in denen die Begriffe „Innere Kündigung“, „Depression“ und „Burnout“ für viele Betroffene nicht nur hohle Schlagzeilen sind, ist es mir unbegreiflich wie es ein solches menschenunwürdiges System in unserem Staat überhaupt existieren kann.

Durch meine eigene, gottlob sehr kurze Erfahrung kann ich nur sagen, dass mich die die Arbeitsweise der gut geschulten Jobvermittler und deren Gesprächsführung doch sehr an Drückerkolonnen erinnert.

In den kurzen drei Wochen, die ich mit der Bundesagentur zu tun hatte ist mein Selbstwertgefühl unter Null gesunken und meine Existenzängste ums Dreifache angestiegen. Zunächst dachte ich, meine Bestrebungen zur Erzieherin umzuschulen oder in einen sozialen Beruf zu wechseln, sollte in der aktuellen Stunde von Initiativen wie „Große Zukunft mit kleinen Helden“ auf große Zustimmung meiner Jobvermittlerin stoßen, doch sie sagte mir, dass mit meinem „übrigens lückenlosen“ Lebenslauf eine solche Vermittlung unmöglich wäre, da es Ihre einzige Aufgabe sei mich möglichst schnell in eine zumutbares Beschäftigungsverhältnis zu bringen, egal, ob mich diese Arbeit dort glücklich mache oder interessiere. Sie habe keinen Einfluss darauf, welche Kunden in diesem System auf meine Unterlagen zugreifen würden und ich müsse jedes Bewerbungsgespräch und jedes Jobangebot annehmen. Ich glaube ja dies ist juristisch gesehen falsch, aber das kann ich nicht belegen.

Die maschinell erstellten Briefe, die man vom Arbeitsamt bekommt, gleichen einer richterlichen Vorladung und sind entwürdigend. Das Merkblatt für Arbeitslose möchte mich zu einem unmündigen Bürger machen, der obrigkeitstreu und ergeben in Zeiten von E-Mailverkehr und papierlosen Büros dazu nötigt, jeden Tag am Briefkasten zu stehen, um auf Post zu warten. 

Das alles weil ich mir erlaubt habe, mit meinem Lebensgefährten umzuziehen und 

deshalb ein neues Beschäftigungsfeld suche. Sagen sie es nicht, eine doppelte Haushaltsführung kommt für uns nicht in Frage, auch wenn ich das laut Merkblatt für Arbeitslose in Kauf nehmen muss.

Halten Sie das wirklich für lösungsorientiert?

Sollte ein Mensch nicht dazu ermutigt, motiviert werden und vor allem die Chance erhalten eine Anstellung zu finden, mit der er sich auch in irgendeiner Weise identifizieren kann? Ist es wirklich ein Verbrechen, einen Job zu kündigen in dem man wirklich unglücklich war und sein Glück suchen zu gehen, natürlich innerhalb eines bestimmten Rahmens?

Es scheint mir sehr kurzsichtig zu seinen einen Staat und seine Wirtschaftskraft darauf aufzubauen, Arbeitslose möglichst schnell in irgendeinem Job unterzubringen und ihnen zu suggerieren, sie sollen gefälligst froh sein, überhaupt arbeiten zu dürfen.

In den letzten Tagen habe ich oft gehört, das sei nun mal das System und ich zu empfindlich, würde das zu persönlich nehmen und solle mich anpassen, aber als Kind einer deutsch-spanischen Ehe und mit dem geschichtlichen Grundwissen beider Länder bin ich nicht gewillt meine Zivilcourage und meine wirklichen Pflichten als Christin einfach zu vergessen und hinzunehmen, dass das einfach nur das System ist.

Ich habe das Glück, nicht vom Arbeitsamt abhängig zu sein und mich so davon loseisen zu können, aber es gibt viele Menschen die diese Hilfe benötigen, die sich in diese Mühlen begeben müssen, um Engpässe, die das Leben spielt auffangen zu können.

Deshalb bitte ich sie eindringlich von Christin zu Christin, dieses System mit Ihren Beratern und Kollegen noch einmal ganz genau zu hinterfragen und der Arbeitsweise mehr auf den Grund zu gehen.

Denn schließlich sind Sie die Ministerin für Arbeit und Soziales.

Mit freundlichen Grüßen


Jessica B.




— Donnerstag, 30. Dezember 2010 —

Pläne zum Jahreswechsel [ Keine Kommentare ]

Neues Jahr, neues Glück? Wer weiß…? Sind die einen Hartz-IV-Empfänger der Ansicht, dass das neue Jahr nur besser werden kann, hegen die anderen dahingegen ihre Zweifel. Denn das Leben als Bezieher derartig geringer, sozialer Leistungen ist in der Tat kein Zuckerschlecken. Ganz im Gegenteil. Und wie sollte es angesichts all' der zahlreichen negativen Erfahrungen, die so manch' Einer in der Vergangenheit diesbezüglich machen musste bitteschön gelingen, mit einer positiven Grundeinstellung dem Jahreswechsel entgegenzublicken?

Zielstrebig ins Neue Jahr 2011 "hineinrutschen"

Sofern möglich macht es natürlich in jedem Fall Sinn, die Suche nach einer neuen, beruflichen Tätigkeit zu intensivieren und im Zuge dessen freilich auch die Zahl der Bewerbungsschreiben zu erhöhen. Das neue Jahr sollte als ein neuer Anfang betrachtet werden, vielleicht sogar als der Beginn eines neuen, vielversprechenderen Lebensabschnitts. Und weil Flexibilität und Zielstrebigkeit in der heutigen Welt des "Big Business" bekanntlich eine immer größere Rolle spielen, bietet es sich an, endlich neue Ziele zu setzen und demgemäß vielleicht sogar die Durchführung einer beruflichen Weiterbildung in Erwägung zu ziehen. Auf diese Weise wird die Suche nach dem neuen Job sicherlich von mehr Motivation geprägt sein.

Ein bisschen mehr Eigeninitiative zeigen…

Aber auch diejenigen, die in 2011 weiterhin auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sein werden, weil es ihre individuelle Situation nicht anders ermöglicht, sollten jetzt unbedingt noch aktiv werden. Denn zu verschenken hat sicherlich niemand etwas. Am allerwenigsten sicherlich der Staat. Grund genug also, um noch bis zum 31. Dezember 2010 alle Bescheide der Arbeitsagentur – auf vier Jahre rückwirkend, also bis zum 1. Januar 2006 – auf eventuelle Fehler zu überprüfen. Tipp: diese Frist soll übrigens schon bald auf nurmehr ein Jahr gekürzt werden. Denn Fakt ist, dass nur wenigen Leistungsempfängern bewusst ist, wenn ihnen möglicherweise zu wenig Geld bewilligt oder zu viel abgezogen wurde. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist eben besser!

— Freitag, 1. Oktober 2010 —

Es gibt viel zu tun. Lassen wir’s liegen. Oder?! [ Keine Kommentare ]

Für die einen ist Arbeiten schlicht und einfach der Sinn des Lebens. Für die anderen hingegen lediglich ein Mittel zum Zweck. Nämlich um Geld zu verdienen und auf diese Weise den Lebensunterhalt dauerhaft zu bestreiten. So weit, so gut. Und dann gibt es allerdings noch diejenigen, die von Arbeiten nichts, aber auch gar nichts halten. Schlimm genug; noch schlimmer allerdings ist nach Ansicht vieler Menschen aber die Tatsache, dass der Lebensstandard dieser "Spezies" oftmals (fast) ähnlich hoch ist, wie der der arbeitenden Bevölkerung. Nun ja, über dieses Thema wurde ja in der Vergangenheit mehr als genug debattiert. Und diesbezügliche, langfristige Änderungen sind leider noch immer nicht in Sicht. Wie auch immer.

Macht Arbeit glücklich?

Zumeist steht im Hinblick auf die mittlerweile nahezu allgegenwärtigen Hartz-IV-Debatten" der finanzielle Aspekt im Vordergrund. Durchaus nachvollziehbar in jedem Fall. Schade nur, dass sich diejenigen, die lediglich auf der faulen Haut liegen, auf Staatskosten dahinvegetieren und es noch dazu meist sogar ihren Kindern "weitervererben", der folgenden Tatsache offenbar so gar nicht bewusst sind: Arbeit kann sehr wohl dazu beitragen, das Selbstwertgefühl zu steigern. Sie trägt somit zugleich auch zu mehr Selbstverstrauen bei. Ein gutes Gefühl? Oh ja!

Ob im Team oder als Einzelkämpfer: Engagement macht stark!

Die mit Arbeit meist verbundene, eigene Produktivität vor dem Hintergrund, ein kreatives (Arbeits-)Ergebnis zu schaffen, die Freude daran, gemeinsam mit anderen Menschen gewisse Anstrengungen zu unternehmen und im Zuge dessen vielleicht sogar ein Stück zusammenzuwachsen, der anschließende Genuss der (wohlverdienten!) Freizeit nach Feierabend bzw. an den Wochenenden – all' dies und vieles mehr machen ein erfülltes Berufsleben aus. Wen hält es angesichts dieser Tatsachen noch auf dem Sofa bzw. auf dem Divan…?

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