— Archiv für den Tag „Fleiß” —

— Samstag, 11. Dezember 2010 —

Hartz IV an sich ist schlimm genug. Aber es geht noch härter…. [ Ein Kommentar ]

Für den einen oder anderen ist es in der Tat schon schwer genug, in diesem, unserem Lande auf Hartz-IV-Niveau leben zu müssen. Denn die Einnahmen, mit denen man von staatlicher Seite her rechnen kann, sind bekanntlich oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Anhebung der Bezüge um immerhin fünf Euro pro Monat ist da auch nicht wirklich tröstlich. Frei nach dem Motto: "Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel" gelingt es unter solchen Voraussetzungen vielen Hartz-IV-Empfängern nur unter großen Anstrengungen, wenigstens ansatzweise ein normales Leben zu führen. Nichtsdestotrotz können Betroffene wahrhaftig froh sein, hierzulande zu leben – und nicht etwa in Singapur. Zwar werden die Menschen vor Ort im Falle der Arbeitslosigkeit auch finanziell unterstützt, aber nur bis zu einem bestimmten Rahmen.

In Singapur sind Leistungsbereitschaft und Flexibilität (über-)lebenswichtig

Arbeitslose Bürger in Singapur werden in finanzieller Hinsicht durchaus vom staatlichen System aufgefangen.  Mit einem monatlichen Betrag in Höhe von 250 Euro zuzüglich Mietzuwendungen müssen die Menschen auskommen, solange sie ohne Job sind. Setzt man diese Einkünfte einmal in Relation zu deutschen Hartz-IV-Leistungen, so schneidet Singapur durchaus passabel ab. 

Andere Länder, andere Möglichkeiten….

Manch' ein Hartz-IV-Empfänger, der in Deutschland lebt, käme in Singapur freilich nur schwer zurecht, denn dort sind Eigeninitiative und jede Menge Fleiß gefragt. Das bedeutet, dass arbeitslose Menschen nur für einen bestimmten Zeitraum von staatlichen Zuwendungen profitieren. Für den Fall, dass sie keine neue (Fest-)Anstellung finden, stehen sie gewissermaßen in der Pflicht, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Zum Beispiel als Taxifahrer. Natürlich ohne Gründungszuschüsse und andere schöne Dinge…! Wenn also mal wieder ein (Groß-)Unternehmen seine Pforten schließt und die Arbeitslosenquote kurzfristig ansteigt, steigt parallel dazu meist auch die Zahl der Taxifahrer an. Zwar wirkt sich diese Entwicklung nicht gerade positiv auf die Höhe der zu erwartenden Einnahmen aus, aber zumindest ist man beschäftigt. Immerhin 72 Stunden pro Woche – oder mehr….

(Quelle: zdf, Auslandsjournal)

— Samstag, 6. November 2010 —

Christian Rach zeigt, wie’s geht. Aber auch, wie’s nicht geht…. [ Keine Kommentare ]

Um Vorurteile gegen Langzeitarbeitslose zumindest ansatzweise abzubauen, lässt man sich immer wieder neue Dinge einfallen. Einige davon mögen durchaus vielversprechend und möglicherweise sogar langfristig erfolgreich sein. Andere hingegen sind oft bereits im Ansatz zum Scheitern verurteilt. Aber trotz all' der verschiedenartigen Projekte und kreativen Vorschläge, die aus den unterschiedlichsten Richtungen vorgebracht werden, stellt man im Nachhinein fest: "Das war nix."

Dabei liegt es keineswegs (immer) an einem eventuell vorhandenen Defizit hinsichtlich der Ideenfindung. Vielmehr sind es oft genug die Betroffenen selbst, die sich offenbar gar nicht erst helfen lassen wollen. Wie bitteschön soll es denn möglich sein, dieses Problem, also die Ursache allen Übels, effizient zu bekämpfen, wenn nicht alle an "einem Strang ziehen"?

Wenn man sich auf die ARGE verlässt, ist man verlassen…

Grund genug für den Unternehmer bzw. Sternekoch Christian Rach, das "Übel" an der Wurzel zu packen und ein Projekt ins Leben zu rufen, das es Hartz-IV-Empfängern ermöglichen kann, neue Wege in Richtung Zukunft zu gehen. Fleiß, Einsatzbereitschaft und Zielstrebigkeit vorausgesetzt. Von Ende August bis Oktober 2010 öffnet Rach bei RTL seine "Restaurantschule". Zwölf (langzeit-)arbeitslose Menschen im Alter von 17 bis 44 Jahren können dank Rach die Chance ihres Lebens nutzen. Wenn sie wollen…. Und siehe da: die meisten von ihnen arbeiten tatsächlich sehr hart (an sich)…!

…da war doch noch was!

Sternekoch Rach zeigt vor allem eines deutlich auf: eine fundierte Bildung ist die Basis für einen erfolgreichen Berufs- bzw. Lebensweg. In jedem Fall kann man sagen, dass die achtteilige Sendereihe Mut macht. Nicht nur junge Menschen profitieren davon.

In diesem Zusammenhang werden allerdings auch wieder Erinnerungen an das umstrittene Buch von Thilo Sarrazin wach. Dieser macht bekanntlich vor allem die mangelnde Bildung für die marode Situation in diesem unserem Lande verantwortlich….