— Archiv für den Tag „Existenzgründung” —

— Donnerstag, 13. Oktober 2011 —

Bankrott statt neuer Existenz [ Ein Kommentar ]

Mein Jüngster war kurz davor drei Jahre alt zu werden und natürlich bekam ich eine EInladung zum Gespräch. Ich müßte ich nun langsam mal was machen. Zur Auswahl bekam ich dann einen Schwesternhelferinnenkurs, Bewerbertraining oder Tagesmutterkurs. Den Letzteren hätte ich ja gemacht, nur war dieser nich vereinbar mit den Betreuungszeiten im Kindergarten, außerdem hätte ich pro Fahrt eine Stunde gebraucht.

Welche Kurse sind wirklich hilfreich?

Da ich schon lange von einem eigenen Geschäft träumte, fragte ich nach einem Existenzgründungskurs, welchen ich dann auch bekam.
Der Kurs ging über drei Monate und wurde begleitet von erfahrenen Existensgründungsberatern, Unternehmensberatern, Anwälten, Marketingexperten und anderen klugen Köpfen. Nach zwei Monaten war ich kurz davor mein Projekt auzugeben, da ich einfach keine Händler fand. Ich wurde allerdings immer wieder dazu ermutigt irgendwie weiter zu machen. Am Ende fand ich doch noch Händler und konnte meinen Busniessplan fertig machen – auch nach Änderungen zusammen mit den Beratern. Am Ende wurde die Tragfähigkeit bescheinigt und ich bekam ein Schreiben fürs Jobcenter mit, indem mein Projekt hochgelobt wurde und empfohlen wurde mir ein Darlehn zu geben.

Mich wunderte nur zwischenzeitlich, dass im Kurs getuschelt wurde, dass sich eigentlich nie jemand selbstständig machte nach dem Kurs – dabei klangen in den Präsentationen die Projekte alle so gut.

Mit dem Darlehn in der Hand machte ich mich frisch ans Werk.

Ein Laden fand ich bald in meiner Wunschlage – sogar zwei Monate mietfrei – einen Steuerberater fand ich auch und die Ladeneinrichtung auch günstig. Werbeflyer wurden verteilt und Werbung gemacht, einen Zeitungsartikel gab es auch.

So startete ich voller Enthusiasmus  mein Geschäft

Am ersten Tag hatte ich ganze zwei Kunden und nicht mal zehn Euro verdient. Am nächsten Tag kam keiner. Ich war froh, wenn überhaupt mal jemand ins Geschäft kam. Also habe ich sehr rasch erkannt, dass es nichts wird und den Laden gekündigt. Er war nur drei Monate geöffnet. Im Monat machte ich durchschnittlich 300-400€, allein die Miete betrog 600€. Die Lage war total falsch – aber hat mir das jemand der  erfahrenen Berater gesagt? Die Kundenzahl und Umsatz waren viel zu hoch geschätzt. Mein Steuerberater sagte mir das dann auch, er hätte es von Anfang an gesehen, meinte aber nichts sagen zu müssen. Später kamen andere aus dem Kurs und sagten mir, dass mit Absicht unrealistische Businesspläne abgesegnet wurden seien. Für jeden Teilnehmer am Kurs gab es fettes Geld und erst Recht wenn jemand sich selbstständig machte hinterher. An mir wurde viel verdient. Aber wie hätte ich es wissen können? Ich vertraute den hochausgebildeteten erfahrenen Menschen… Konnte ich wissen, dass sie mich wissentlich und willentlich in den Bankrott treiben?

Das Ende vom Lied sind hohe Schulden…

…und zumindest an Erfahrung reicher. Das Jobcenter und alle die mit ihnen arbeiten wollen nur Geld. Sie wollen niemanden in Arbeit bringen. Es geht nur um das eigene Geld. Mittlerweile habe ich selbst einige Unternehmen beraten mit dem Wissen, welches ich im Kurs erlangte.


Ich wollte mir meinen großen Traum erfüllen und endete in einem Alptraum.

— Mittwoch, 22. Dezember 2010 —

Für alle die über eine Selbständigkeit nachdenken [ Keine Kommentare ]

Für alle die sich selbstständig machen wollen, habe ich einen kostenlosen Onlinerechner gefunden, mit welchem man seinen Kapitalbedarf berechnen kann. Zur Selbstständigkeit gehören selbstverständlich noch weitere finanzielle Berechnungen im Rahmen des Businessplans, so die Finanzierungsplanung und schließlich auch die Rentabilitätsberechnung. Diese zusätzlichen Onlinerechner findet man auch auf der unten genannten Seite.

Diesen kostenlosen Onlinerechner für Ihre Webseite gibt´s auf gruenderlexikon.de

— Montag, 20. April 2009 —

Arbeit finden mit Hilfe der Arbeitsagentur – so einfach geht das nicht [ Keine Kommentare ]

Der Arbeitsagentur ist offenbar nicht bekannt, dass Frauen nach der Geburt ihres Kindes nicht die Qualifikationen verloren gehen, die sie sich mit vielen Anstrengungen, privater Initiative und einer Menge finanzieller Investitionen erworben haben, um auch nach der Familiengründung nicht aus dem Arbeitsleben scheiden zu müssen. Fachoberschulreife, Ausbildung, Abendgymnasium und zwei Zusatzausbildungen auf eigene Kosten – nebenberuflich und in Abendform – danach Kind, soweit meine Karriere. 

Der erste Job nach der Geburt des Kindes fand statt in einem Call-Center, da die Geschäftsführungsassistenz mit Kind einfach nicht mehr realisierbar war. Kündigung seitens des Arbeitgebers wegen Erkrankung des Kindes – offiziell ohne Pflicht der Begründung, da noch in der Probezeit ausgesprochen. Mein – rechtzeitiges – Vorsprechen bei der Arbeitsagentur ergab die wenig qualifizierte Aussage des Mitarbeiters, dass es wohl klar sei, dass eine „Vermehrung“ die Karriere und die Vermittelbarkeit erheblich reduziere. Meine Aussage, dass hierzu eine Beschwerde an die Führungsetage gehe, wurde mit hochgezogenen Augenbrauen und der Frage „Haben Sie etwa Zeugen?“ quittiert.

Nun denn, drei Monate dauerte die Aktenverschiebung, in der die Entscheidung zwischen ALGI aufgrund ALGII erwogen wurde, weil einerseits die letzte Berufstätigkeit noch kurz genug zurücklag, um ALGI zu beziehen, andererseits mein Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt – trotz vorhandener Kinderbetreuung – in Zweifel gestellt wurde. Das hieß erst einmal eine Finanzierung des Lebens von Ersparnissen, Kindergeld und Erziehungsgeld. Und meine Anmahnung bei der Arbeitsagentur brachten genau die Aussage „Sie haben schließlich etwas Geld zum Leben oder haben sie nichts mehr zu essen für ihren Säugling?“ So weit so gut – die Entscheidung fiel in Richtung ALGII mit den Hinweis „Ihnen steht der Klageweg offen“ – sehr sinnvoll mit einem Säugling und auf Arbeitssuche.

Mehrfache Anrufe, Vorsprachen und Briefe an die Arbeitsagentur mit der Frage, wie es mit meiner weiteren Vermittlung ausschaue, wurden mit Antworten in folgender Richtung „Seien Sie doch froh, dass Sie Geld bekommen“ quittiert. „Andere würden uns nicht die Büros einrennen wegen Arbeit“ fand ich diskriminierend.

Nach langem Drängen durfte ich dann doch bis zu meiner Fallmanagerin vordringen, die meine Daten zum x-ten Male aufnahm und mit meinen drei Berufsausbildungen hinsichtlich der Eingabemaske völlig überfordert war. Zudem die Frage, wie viele „Anschläge“ ich denn als Geschäftsführungsassistentin aufweisen könne. Mein Hinweis, dass meine Tätigkeit in der Hauptsache in der Organisation, der Erstellung von Berichten für den Vorstand und der Mittlerarbeit zwischen Mitarbeitern und Geschäftsführung bestand, wurde mit Verwunderung aufgenommen und der Aussage „schließlich wisse man nicht so genau, was die Tätigkeit in der Geschäftsführungsassistenz für Tätigkeiten umfasse“. Sehr schön, soweit die Profile der Berufsbilder bei der Arbeitsagentur.

Nun gut, meine Vermittelbarkeit wurde nun neu bedingt durch eine „Überqualifizierung“ in Kombination mit einem Kind als Alleinerziehender gleich Null bewertet. Ich entschloss mich, ein Call-Center als Ein-Personen-Firma und auf selbständiger Basis aufzubauen. Die großen „Oh“ und „Ah“ der Arbeitsagentur irritierten mich inzwischen schon nicht mehr. Aber ob ich Fördergelder erhalte, darüber wollte man sich nicht so genau auslassen. „Fangen Sie erst einmal an, dann sehen wir mal weiter“ waren übliche Aussagen ohne Aussagekraft.

Meine weitere Frage ging in Richtung Krankenversicherung: Noch pflichtversichert über die Arbeitsagentur als finanziellem Leister oder aufgrund der Gewerbegründung freiwillig gesetzlich bzw. privat versichert? Und die Antwort der Arbeitsagentur wieder unqualifiziert: „Informieren Sie Ihre Krankenkasse doch einfach nicht. Meinen Sie, die bekommen das so schnell raus?“ war dann die letzte sachdienliche Information, die ich von meiner Fallmanagerin abholte.

Ich informierte die Arbeitsagentur mit dem Start des Call-Centers über diese Geschäftseröffnung, bekam sofort ab dem nächsten Monat keine Leistungen mehr, lediglich noch eine mehr oder weniger freundliche E-Mail meiner Fallmanagerin, man hätte diese Existenzgründung sicherlich auch gemeinsam qualifiziert vorbereiten können.

Aber: Es läuft auch ohne Arbeitsagentur!

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