— Archiv für den Tag „Bildungspaket” —

— Samstag, 6. August 2011 —

Die armen Kinder Deutschlands… [ Keine Kommentare ]

Viele Eltern sind dank prekärer finanzieller Verhältnisse nicht mehr in der Lage, ihrem Nachwuchs neue Schuhe oder vielleicht auch mal einen Kinobesuch zu finanzieren. Das Bildungspaket scheint in diesem Zusammenhang auch nicht wirklich weiterzuhelfen. Und so haben neueste Statistiken ergeben, dass mittlerweile jedes zehnte Kind in diesem unserem Lande in wirtschaftlich desolaten Verhältnissen aufwächst. Ein wahrlich katastrophaler Zustand. Wie es heißt, gelten Familien offiziell als arm, wenn ihr jeweiliges Haushaltseinkommen die Hälfte des allgemeinen Durchschnittseinkommens ausmacht. Sage und schreibe 13,1 Millionen Kinder sind es mittlerweile, die in Deutschland in ärmsten Verhältnissen existieren müssen. Dies gab unlängst das Statistische Bundesamt in Berlin bekannt. Betrachtet man das Ganze allerdings aus einer anderen Perspektive, so gilt Deutschland als das kinderärmste Land in Europa.

Kein Urlaub, keine Hobbies, keine Geburtstagsfeiern – keine Lebensfreude…?

Offiziellen Zahlen zufolge lebt ein Drittel der Kinder mit einem alleinerziehenden Elternteil in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften. Nur allzu häufig fehlt unter anderem auch dort das Geld für einen kurzen Urlaubstrip, für die Finanzierung eines Hobbies und so weiter. Darüber hinaus kommen oftmals – wenn überhaupt – minderwertige Lebensmittel auf den Tisch. Ein Aspekt, der ebenfalls arg zu denken geben dürfte.

Faire Ordnung am Arbeitsmarkt?

Der Sprecher des Deutschen Kinderhilfswerks, Michael Kruse, zeigte sich erschüttert über derartige Zahlen. Warum sei es hierzulande nicht möglich, eine faire Ordnung auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen und den Grundsatz „Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit“ durchzusetzen? Im Zuge dessen hätten beispielsweise auch alleinerziehende Frauen eher die Möglichkeit, von Teil- in Vollzeitstellen zu wechseln. Überhaupt solle der Anstieg der Mindestlöhne besser gestern, wie heute realisiert werden. Denn auch auf diese Weise sei es denkbar, zu verhindern, dass noch mehr Kinder in Deutschland von Armut bedroht sind. Sogar die Statistiken im Osten des Landes sind alarmierend. Auch hier werden immer mehr Kinder von nur einem Elternteil erzogen. Überhaupt gehen die Geburtenraten in Ostdeutschland rapide zurück.

— Samstag, 30. Juli 2011 —

Die “andere Seite” des Bildungspaketes [ Keine Kommentare ]

Das unlängst ins Leben gerufene Bildungspaket schlägt wahrlich „hohe Wellen“. Denn während die einen noch behaupten, das Ganze würde seitens der Hartz-IV-Empfänger mit einem viel zu geringen Interesse bedacht, so äußern sich diese aber in dem Zusammenhang ganz anders. Denn Leistungsempfänger, wie zum Beispiel die 50jährige Sabine Rohde aus Geesthacht bemängelt, dass sie nach Antragstellung sage und schreibe drei Monate warten musste, bis die Klassenfahrt ihres Sohnes letztendlich überhaupt bewilligt worden war. Besonders nervig waren diesbezüglich offenbar die häufigen Nachfragen der Sachbearbeiter des Jobcenters. Aber auch die plötzliche Nichtakzeptanz bereits eingereichter Belege gestaltete das Ganze nicht gerade einfacher.

In Vorleistung treten und dann lange Wartezeiten in Kauf nehmen

Damit sie ihrem Sohn überhaupt erst die Teilnahme an der Klassenfahrt ermöglichen konnte, sah sich Frau Rohde gezwungen, die Kosten hierfür – immerhin 385 Euro – bis zur tatsächlichen Bewilligung im Freundeskreis zu leihen. Auch im Hinblick auf die Kostenregulierung im Rahmen der Schulbeförderung sah es nicht besser aus. Ihren Antrag stellte die Frau am 1. Juni 2011 und erhielt bis dato noch immer keine Rückantwort. Auf ihre Nachfrage hin wurde sie lediglich mit der lapidaren  Begründung abgespeist, dass man aufgrund der Vielzahl der eingegangenen Anfragen – so gering scheint das Interesse der Hartz-IV-Empfänger also wohl doch nicht zu sein – noch nicht in der Lage gewesen sei, ihren Antrag zu bearbeiten.

Schon jetzt zum Scheitern verurteilt?

Sicherlich: das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Aber wenn das Ganze schon jetzt von Grund auf derartig unprofessionell angegangen wird, ist das „Unternehmen Bildungspaket“ schon jetzt zum Scheitern verurteilt. Dabei klang alles bei der Verabschiedung am 1. Januar so vielversprechend. Sage und schreibe 2,5 Millionen bedürftige Kinder sollten vom Bildungspaket profitieren. Bleibt am Ende nur ein Scherbenhaufen, der wiederum hohe Kosten verursacht? Man weiß es nicht….

 

Quelle: "Bild der Frau 30/2011"

— Samstag, 16. Juli 2011 —

Vorbildliches Bildungspaket? Grundsätzlich schon, aber… [ Keine Kommentare ]

Die Regierung lässt sich ja bekanntlich immer wieder so einiges einfallen, um vor allem auch die Kinder aus Hartz-IV-Familien nachhaltig zu unterstützen. Denn schließlich geht es in erster Linie darum, die jungen Menschen davor zu bewahren, über kurz oder lang selbst – wie ihre Eltern – in die „Hartz-IV-Falle“ zu tappen. Und so wurde auch unlängst das Bildungspaket des Bundesarbeitsministeriums ins Leben gerufen, auf dem in der Tat die Hoffnungen vieler „ruhten“…. Aber der Erfolg wurde einfach nicht „wach“….

Das Prinzip erscheint durchaus sinnvoll

Die Grundidee des ganzen war es, Kindern und Jugendlichen besondere Vorzüge zu bieten, wie zum Beispiel Nachhilfeunterricht bzw. spezifische Lernförderungsmaßnahmen, ein warmes Mittagessen, Musik- oder Sportunterricht und so weiter. Wenn sie in bestimmten Bereichen mehr eingebunden würden, so die Hoffnung der Anbieter, hätten die Kinder nicht nur die Möglichkeit, ihren Horizont zu erweitern und sich in gewisser Weise auch motivieren zu lassen. Sondern sie könnten "ganz nebenbei" auch noch ihre sozialen Kontakte kontinuierlich weiter auszubauen. Wenn man aber den Kommentaren der Städte und Gemeinden jedoch Glauben schenkt, so war die Resonanz der Bürger in diesem Zusammenhang doch „eher zurückhaltend“. Nicht einmal ein Viertel der Hartz-IV-Empfänger habe einen entsprechenden Antrag bei ihren Sachbearbeitern eingereicht.

Wird es an der Ausführung scheitern?

Das Problem ist unter anderem, dass viele Eltern nicht einmal wissen, dass es ein solches Bildungspaket überhaupt gibt. Aber nicht nur das, sondern vor allem die Tatsache, dass es für den einen oder anderen ein recht schwieriges Unterfangen ist, den Antrag überhaupt auszufüllen, macht die Angelegenheit nicht gerade leichter. In einigen Städten, wie zum Beispiel in Lübeck, zäumt man das Pferd also von hinten auf. Dort haben vor allem Erzieher und Lehrer die Möglichkeit, Mittel für bestimmte Lehrmaßnahmen zu beantragen. Warum wird eine solche Vorgehensweise nicht für alle Regionen Deutschlands vereinbart? Überhaupt sollte jedoch zunächst einmal mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden. Eine bessere Kommunikation zwischen Sachbearbeitern der Bundesagentur für Arbeit und den Leistungsempfängern täte ihr Übriges zu einem erfolgreicheren Anlauf des – durchaus vielversprechenden – Bildungspaketes!