— Archiv für den Tag „Betreuungsgeld” —

— Montag, 23. November 2009 —

…und nun doch keine Betreuungsgutscheine für Hartz-IV-Empfänger? [ Keine Kommentare ]

Noch vor wenigen Wochen waren im Zusammenhang mit dem geplanten Betreuungsgeld für Hartz-IV-Familien noch gänzlich andere Töne zu hören. Denn wie aktuell aus Berlin bekannt wurde, soll auf Wunsch von Bundeskanzlerin Merkel nun doch das Gutscheinsystem nicht eingeführt werden. Sicher ist in diesem Zusammenhang eines schon jetzt in jedem Fall: in Anbetracht der mehr als 320.000 zu betreuenden Kinder, die das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, und für die das Betreuungsgeld gedacht ist, wäre durchaus – umgehend – Handlungsbedarf gefragt.

 

Eine entsprechende, finanzielle Unterstützung für betroffene Familien, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind, sei zwar unbedingt gerechtfertigt, allerdings soll jeder individuell bestimmen können, wie die staatlichen Subventionen tatsächlich verwendet werden. Würden wie geplant die Betreuungsgutscheine eingeführt, so wäre es unter Umständen möglich, dass seitens der Familien der Eindruck erweckt werde, man wolle sie "kontrollieren" oder man würde ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit dem Geld nicht in vollem Umfang zutrauen. Und das sei natürlich in keiner Weise beabsichtigt.

Grundsätzlich steht jedoch schon jetzt fest, dass sich die Höhe des Betreuungsgeldes auf eine monatliche Summe von 150 Euro belaufen und ab dem Jahr 2013 ausgezahlt wird. All' jene Hartz-IV-Familien, die ihre unter dreijährigen Kinder zu Hause betreuen, dürfen mit dieser Zuwendung rechnen.

Immer wieder werden jedoch Stimmen laut, die eine verschärfte, diesbezügliche Kontrolle der Eltern fordern. Immer wieder sei schließlich in den Medien von vernachlässigten oder nur unzureichend versorgten Kindern zu hören. Auch das Klischee, Hartz-IV-Betroffene zögen es somit gegebenenfalls vor, von dem Geld Alkohol und Zigaretten zu erwerben, statt ihre Kinder in adäquater Weise zu versorgen und zu fördern, bekommt in diesem Zusammenhang wieder neue Nahrung….

— Mittwoch, 4. November 2009 —

Bildung oder Bargeld? Oder einfach nur beispiellos billig – und zwar um jeden Preis? [ Keine Kommentare ]

Diskriminierung pur – dieser Meinung ist unter anderem auch Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, wenn es um die zusätzlichen Hartz-IV-Zuwendungen geht, die insbesondere auch die künftige Schul- und Berufsbildung von Kindern dauerhaft gewährleisten sollen.

"Es sei unbedingt erforderlich, die entsprechenden Hartz-IV-Regelsätze aufzustocken." So (unter anderem) die Ansicht Schneiders. Darüber hinaus sei es von einer entscheidenden Bedeutung, finanziell benachteiligten Kindern kostenfrei einen entsprechenden Weg zu modernen Lehr- und Bildungsangeboten zu ermöglichen. Obwohl: eigentlich ist Merkels Idee, Hartz-IV-Leistungsempfängern einen zusätzlichen Bildungs-Bonus zu "gönnen", doch grundsätzlich als sehr positiv zu bewerten.

Und durch die Bildungsgutscheine ließe sich zugleich auch ein gewisser Missbrauch verhindern – in Anbetracht der "schwarzen Schafe", die es hierzulande ja leider nun auch in großer Zahl gibt. Wie auch "SPDler" Heinz Buschkowsky schon so "unkonventionell" formulierte. Mögliche Zuwendungen, die Kindern in so genannten Hartz-IV-Familien zugeteilt würden, würden unter Umständen nicht zweckgemäß verwendet, sondern es sei stattdessen vielmehr zu bedenken, dass die Eltern dieses Geld "für Alkohol" et cetera ausgeben würden. Die Kinder hingegen schauten wieder einmal "in die Röhre".

Wahrlich eine Aussage, aufgrund derer er sicherlich mit der einen oder anderen kritischen Gegenargumentation zu rechnen haben wird. Denn wie man ja bereits in der Vergangenheit beobachten konnte, sind Politiker, die sich auch mal "konstruktiv" äußern, bei einer Vielzahl deutscher Bürger nicht gern gesehen. Wir erinnern uns an Thilo Sarrazin & Co. – ranghohe Politiker, die sich ebenfalls mit "treffenden Bemerkungen" einen höheren Bekanntheitsgrad "erarbeiten" konnten.

Aber auch auf eventuelle Rücktrittswünsche oder andere "Aktionen" werden sich Buschkowsky & Co. ganz bestimmt erfolgreich zu wehren wissen, um ihre Machtpositionen zu verteidigen. Aber weshalb sollten auch Politiker nicht auch mal ehrlich sein dürfen?