— Archiv für den Tag „Arge” —
— Sonntag, 27. Juni 2010 —
Reformen hier, "Verbesserungen" dort – das leidige Thema mit den gesetzlichen Krankenkassen scheint wahrlich kein Ende zu nehmen. Und auch jetzt wieder bahnt sich offenbar großer Ärger an. Womöglich sind es auch dieses Mal wieder die leidgeprüften Hartz-IV-Empfänger, die sich benachteiligt fühlen. Oftmals sogar zu Recht: die Rede ist von den geplanten Krankenkassen-Zusatzbeiträgen, die den Versicherten über kurz oder lang aller Wahrscheinlichkeit nach von jeder gesetzlichen Krankenversicherung in Rechnung gestellt werden.
Armut wird zu einer noch stärkeren Belastung
Ein Umstand, den man nicht länger ohne Weiteres in Kauf nehmen darf. Das Problem: die Bundesagenturen für Arbeit sind rein rechtlich (noch) nicht dazu verpflichtet, die diesbezüglich zusätzlich anfallenden Kosten für Empfänger von Sozialleistungen zu übernehmen…. Wird infolge dessen erneut mit einer "Klageflut" zu rechnen sein? Was für die eine "Peanuts", sind für die anderen schier unüberwindbare, finanzielle Hindernisse. Die Bundesagentur teilte unlängst mit, dass sage und schreibe 400.000 Personen von den geplanten Neuerungen betroffen sein werden. Tendenz steigend.
In der Tat äußerst beunruhigende Aussichten
Wirtschaftsexperten befürchten, dass sich in diesem Zusammenhang an den Gerichten in den kommenden Wochen und Monaten in der Tat so einiges tun wird. Verständlich, denn wer bereits einmal versucht hat, einem "nackten Mann in die Tasche zu fassen", wird wissen, dass dort nichts, aber auch gar nichts zu holen sein wird. Denn wie bitteschön sollen bedürftige Hartz-IV-Empfänger von den geringfügigen Mitteln, die sie Monat für Monat gerade mal erhalten, in der Lage sein, noch mehr Geld für die eigene Gesundheit abzuzweigen? Werden hierzulande bald US-amerikanische Verhältnisse herrschen? Beängstigende Aussichten in jedem Fall.
Ich schreibe diese Zeilen aus Wut und Hass gegen die ARGE und den Staat. Heute Nacht den 10.05.10 um 0,45 Uhr ist mein geliebter Kater mit 12 Jahren elendig gestorben. Mir fehlte das nötige Geld für umrangreiche Untersuchungen.
Ist die ARGE schuld an dieser Tragödie?
Meine Geschichte:
Ich habe seit längerem einen Freund und wir beschlossen vor 13 Jahren zusammen zuziehen. Mittlerweile haben wir uns auseinander gelebt,trotzdem gelten wir als Bedarfsgemeinschaft weil wir die Küche und das Bad in der 2 Zimmerwohnung deren Miete 900 Euro beträgt gemeinsam nutzen. Da mein (Ex)Freund 1088 Euro netto verdient und die anerkannte Grundmeite nur noch 562,59 Euro beträgt bekomme ich nur noch 370,18 Euro inklusive Mehrbedarf.Da Er auch noch dem Alkohol und der Spielsucht verfallen ist, muss ich auch noch für Lebensmittel aufkommen. An Arbeit ist nicht zu denken,da ich im Oktober letzten Jahres meine zweite Bandscheibenoperation hatte und immernoch gehbehindert bin. Darüber hinaus soll ich für eine Mietkostensnkung sorgen, eventuell durch Umzug. Diesbezüglich werde ich allerdings nicht beraten. Anrufe enden am Ab. Rückrufe zwecks Terminvereinbarung erfolgen keine. Ich bin mittlerweile in Depressionen verfallen, die mich nur noch an den Freitot denken lassen. Ist der ARGE egal was aus Sozialhilfeempfängern wird?
— Mittwoch, 21. April 2010 —
Nun sind offenbar auch mal die jüngeren Hartz-IV-Empfänger dran. Es "winken" verpflichtende Arbeits- oder Weiterbildungsofferten, die seitens der Arbeitsagenturen jeweils innerhalb eines Zeitraumes von eineinhalb Monaten vorgeschlagen und den jungen Leuten somit den Weg in ein neues (Berufs-)Leben ebnen sollen. So jedenfalls plant es die Bundesregierung, allen voran Ursula von der Leyen. Und jeder, der sich nicht an die entsprechenden Gegebenheiten und Richtlinien hält, darf mit Leistungskürzungen rechnen.
Potential vorhanden…?
Sicherlich zieht eine solche Vorgehensweise unter anderem auch jede Menge Vorteile für die Jugendlichen selbst nach sich. Theoretisch jedenfalls. So zum Beispiel ist die daraus resultierende Chance, einen Schulabschluss nachzuholen oder gar einen Berufsabschluss zu erreichen, in jedem Fall erwähnenswert. Aber eben diese hintergründigen Absichten von Westerwelle, von der Leyen & Co. rufen wieder einmal den Unmut vieler Hartz-IV-Empfänger hervor. Denn offenbar geht man auf der deutschen Regierungsebene prinzipiell stark davon aus, dass die Kinder aus sozial schwächeren Familien automatisch "ungebildet" oder noch dazu "faul" seien.
Andererseits sprechen aber auch die aktuellen Statistiken über den schulischen bzw. den ausbildungsspezifischen "Notstand" der Jugendlichen hierzulande eine mehr als deutliche Sprache. Und wie bitteschön sollten sich denn anhand derartiger Gegebenheiten die neuesten, politischen Vorhaben erfolgversprechend realisieren lassen? Welches Unternehmen wird sich denn tatsächlich dazu bereit erklären, Jugendliche zu beschäftigen, die noch nicht einmal annähernd über ein gewisses Bildungsniveau verfügen?
Ein Toast auf die traditionellen Werte…
Leider ist Fakt, dass Tradition in Hartz-IV-Familien offenbar sehr groß geschrieben wird…. Im Klartext heißt es, dass Kinder, deren Eltern bereits über Jahre hinweg Hartz-IV-Leistungen erhalten, über kurz oder lang größtenteils ebenfalls von der Unterstützung des deutschen Staates leben werden.
Somit sind die Zweifel an den neuesten Regierungsplänen keineswegs unbegründet. Ganz im Gegenteil….
Pages:
«
1
2
3
4
5
6
7
8
...10
11
12
»