— Archiv für den Tag „Arge” —

— Mittwoch, 12. Oktober 2011 —

Kurioser Einfall der ARGE [ Keine Kommentare ]

Arbeitssuche und mangelnde Hilfestellung seitens der ARGE

Einen meiner Freunde, der zuvor in der IT Branche tätig war, traf die Arbeitslosigkeit, als das Unternehmen, für das er gearbeitet hatte, den Standort im Ruhrgebiet schloss. Zunächst war er noch sehr optimistisch, schnell wieder einen Job zu finden, was sich jedoch als nicht so einfach herausstellte. Ein Jahr ging schnell vorüber, ohne dass er Aussichten auf eine neue Anstellung hatte. Dazu kamen die wirtschaftlichen Probleme, den nun rutschte er aus dem Bezug von Arbeitslosengeld I in den Bereich von Hartz IV. Seitens des Arbeitsamtes erhielt er während der Gesamtdauer der Arbeitssuche nicht einen einzigen Stellenvorschlag und auch ansonsten wurden seine Bemühungen, sich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, kaum unterstützt. So hatte er etwa zahlreiche Ideen, wie er sich weiter qualifizieren könnte; eine Förderung wurde allerdings abgelehnt.

Fragwürdiges Verhalten der ARGE

Aufgrund seines eigenen hohen Engagements und mithilfe von Beziehungen gelang es im schließlich nach mehr als zwei Jahren, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Er meldete sich bei der ARGE ab und dachte sich, damit sei alles erledigt. Zwei Monate später erhielt er einen Brief von der Regionaldirektion des Arbeitsamtes. Es handelte sich bei dem Schreiben um die Bitte, einen Fragebogen auszufüllen. Die Fragestellungen waren jedoch mehr als seltsam. So sollte etwa über die psychischen Auswirkungen der Phase der Arbeitslosigkeit Auskunft erteilt werden. Wortwörtlich war dort zu lesen: Wie haben Sie sich gefühlt, als sie arbeitslos waren? Die Krönung dieses Briefes war jedoch, dass die ARGE für das Ausfüllen des Fragebogens ein Los der ARD Fernsehlotterie “Aktion Mensch” in Aussicht stellte. Der mit diesem Ansinnen konfrontierte Freund hat diese Aktion als puren Zynismus empfunden und war regelrecht erschüttert über diesen Vorgang.

— Montag, 3. Oktober 2011 —

Schikane bei der ARGE – drohende Obdachlosigkeit [ Keine Kommentare ]

Oktober 2008: ich wurde 18, volljährig. Bis dato hatte ich regelmäßig Leistungen erhalten, doch ab meiner Volljährigkeit haben die Probleme beim Jobcenter angefangen. Ehrlich wie ich bin, habe ich bei der Antragsstellung alle Konten angegeben, auch das Sparkonto meiner Großmutter väterlichseits. War das doch ein Fehler? Auf diesem Sparkonto war eine höhere Geldsumme, die als Vermögen gelten würde, doch ich wusste nicht, dass ich dieses Geld danach bis heute niemals bekommen werde. Mein Vater hatte sich meine Bankdaten heimlich kopiert und da er mein Vormund war, hat er dieses Geld vor meiner Volljährigkeit von meinem Konto genommen, sodass ich garkein Zugriff auf dieses Geld haben konnte! Dies hat er auch schriftlich der ARGE mitgeteilt und Beweise erbracht, doch trotz dessen, wollte die ARGE mir keine Leistungen mehr geben. Ich war hochschwanger und bin gerade erst in meine eigene Wohnung gezogen.

Dezember 2008: Ich befand mich kurz vor der Geburt meines ersten Kindes, da flatterte die 3. Miet-Mahnung durch den Briefkasten. Die ARGE hatte also immernoch nicht die Miete bezahlt und uns drohte nun die Obdachlosigkeit. Ich machte mir große Sorgen. Bezahlte die ARGE überhaupt noch die Versicherung, oder war ich nun ohne Versicherung und muss mein Kind auf der Straße auf die Welt bringen? Wo soll ich leben mit meinem neugeborenen Baby, wenn wir keine Wohnungen haben? Was kommt auf mich zu mit den Mietschulden? Wie sollen wir etwas zu essen kaufen? Dann kam doch noch eine Erleichterung. Die ARGE hat wieder die Miete bezahlt, auch rückwirkend und zahlte uns "Leistungen", obwohl ca. 100 Euro für 3 Personen ein bißchen wenig sind… Sie zogen meinem Lebenspartner und mir jeden Monat das Kindergeld mit ab, das wir aber nicht ausgezahlt bekommen haben und ihnen das auch bewiesen haben! Das sind 184+184 = 368 Euro! Sie meinten wir können es bei der Kindergeldkasse beantragen. Dies war aber nicht der Fall, da die Eltern auch unterschreiben müssen und ich kein Kontakt damals zu meinen Eltern hatte. Ich hatte es ja schon einige Male beantragt, aber erfolglos, das interessierte dem Amt garnicht.

Januar 2009: Angeblich sollte uns nun wieder Leistungen gezahlt werden, doch wir erhielten schon wieder keine Leistungen, nur die Versicherungskosten wurden anscheinend bezahlt, jedoch kein Unterhalt, d.h. keine Miete und kein Essen. Nicht nur, dass wir kein Geld bekamen, nein, die ARGE reagierte überhaupt nicht mehr auf die Telefonate, Briefe und persönliche Vorsprachen. Am Telefon hatten die Mitarbeiter keinen Durchblick und wunderten sich, dass wir keine Leistungen bekommen, obwohl alles stimmte. Auf viele viele Briefe wurde überhaupt nicht reagiert und nachdem man über 5 Stunden bei der ARGE gewartet hat war, wie immer, niemand zuständig und wusste von nichts und waren überfordert! Gott sei Dank gab es meine Großmutter, die uns finanziell dann unterstützt hat, so konnten wir wenigsten einige Monate die Miete bezahlen und genug zu Essen kaufen.

April 2009: Das Jobcenter meldete uns ohne unsere Kenntnis ab, wir waren nun komplett dort abgemeldet und wussten es nicht einmal.

Juni/Juli 2009: Wir erfuhren, dass wir abgemeldet worden sind und konnten uns aber erfolgreich wieder anmelden.

August/September 2009: Noch bevor der Bewilligungsbescheid im Briefkasten war, bekamen wir eine Zahlungsforderung in Höhe von mehreren Tausend Euro – Geld, das wir nie erhalten hatten. Bei der ARGE wusste niemand Bescheid und konnten nicht weiterhelfen, sie nannten es glaube ich: mysteriös – und das war es allemal! Wenigstens wurde wieder die Miete und Unterhalt bezahlt. Beim Sozialanwalt waren sie geschockt, aber nun ist es soweit geklärt und seitdem ich in eine andere Stadt gezogen bin erhalte ich volle Leistungen und war dort sehr zufrieden, bis auf einige kleine Problemchen…

— Sonntag, 15. Mai 2011 —

Zivis raus, Hartz-IV-Empfänger ‘rein – ins Altenheim… [ Keine Kommentare ]

Da will der Staat Kosten sparen, die Gesundheitsbranche revolutionieren – und streicht kurzerhand die Stellen der Zivildienstleistenden in Altenheimen und Krankenhäusern gnadenlos ein. Sehr zum Leidwesen des Pflegepersonals und der pflegebedürftigen Senioren. Und auch die Zivis selbst sind mit dieser Entscheidung zum größten Teil so gar nicht einverstanden.

Vom "sinnlosen Löcherstopfen" ist die Rede

Die "weitreichende Kreativität" der Herren Politiker ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt. Und so kam man unlängst auch noch auf die "glorreiche" Idee, auf Biegen und Brechen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu wollen. Vor dem Hintergrund, die Gegebenheiten in den Bereichen Pflege und Betreuung deutschlandweit nachhaltig zu verbessern, nahmen sich einige Regierungsbeamte vor, einerseits so schnell wie möglich dem akuten Pflegenotstand in den Krankenhäusern und Altenheimen ein Ende zu setzen. Andererseits sollte im Zuge dessen auch die wirtschaftliche Situation weiter entspannt werden. Und zwar dadurch, dass vor allem langzeitarbeitslose Leistungsempfänger wieder "bei der Hand genommen" und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden. Ein weiterer gewitzter Schachzug zur Beschönigung der Statistiken…? Erfahrene Fachkräfte, die schon seit Jahren "an der Front", also in Altenheimen und Krankenhäusern qualifizierte Dienste leisten, können eine solch' undurchdachte Vorgehensweise nur schwerlich nachvollziehen.

Auch die Senioren verstehen die Welt nicht mehr…

Der direkte Umgang mit älteren oder kranken Menschen ist nicht Jedermanns Sache. Schließlich handelt es sich dabei um eine Tätigkeit, bei der in der Regel jede Menge Herzblut und Leidenschaft gefragt sind. Was aber, wenn man einen solchen Job trotz aller Vorbehalte erledigen muss; immer in der Angst, Sanktionen unterschiedlichster Art (Leistungskürzungen et cetera) in Kauf zu nehmen? Aus der Sicht eines Hartz-IV-Empfängers ist es oft durchaus ein "hartes Los", eine Tätigkeit im Bereich Alten- bzw. Gesundheitspflege ausüben zu müssen. Demotivation macht sich breit, Frust und Ärger. All' dies überträgt sich quasi – Fachleuten zufolge – über kurz oder lang vor allem auf die Schwächsten: die pflegebedürftigen Menschen in den Heimen und Hospitälern. Wohl kaum jemand will schließlich von Menschen umgeben sein, die zwangsweise ihren Dienst verrichten….

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  • stephan letsch: es ist hanebüchen was sich die mitarbeiter dieses amtes herausnehmen. ich halte so und so mindesten...
  • Angela: Auch ich habe seit dem Hartz4-Bezug noch kein einziges Arbeitsangebot bekommen vom Jobcenter Lippe/D...