— Archiv für den Tag „Arge” —

— Montag, 8. Juni 2009 —

Hauptsache, es passiert etwas! Sinnentleerte Wiedereingliederungsversuche der ARGE [ Ein Kommentar ]

Zu den hehren Zielen der ARGE gehört ja die Wiedereingliederung der Hartz IV – Empfänger in die Arbeitswelt. Das klingt erst einmal toll, nicht wahr? Ich will auch gar nicht bestreiten, dass bei der ARGE teilweise Menschen sitzen, die noch echtes Bemühen zeigen und sinnvolle Maßnahmen suchen, um Arbeitslose wieder in die Arbeitswelt einzugliedern. Aber da gibt es dann noch die Anderen. Ich weiß nicht, ob es Unfähigkeit ist oder ob einfach Statistiken geschönt werden sollen, aber bei manch einer Eingliederungsmaßnahme, über die ich so in Foren lese, sträuben sich mir die Haare. [immer noch besser, als würden sie mir ausfallen ;-).] 

Staplerfahrer trotz Epilepsie

Da liest man dann etwa von einem Mann, der von der ARGE zu einem Lehrgang geschickt wurde, um den Gabelstaplerschein zu machen. Soweit, so gut! Als Fahrer eines Gabelstaplers mag man ja tatsächlich verbesserte Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Das Problem dabei: Der Mann, dem diese Maßnahme aufgezwungen wurde, ist Epileptiker. Ein Fahrzeug darf er erst dann führen, wenn er zwei Jahre lang keinen epileptischen Anfall mehr bekommen hat. Soweit es mir bekannt ist, handelt es sich bei einem Gabelstapler definitiv um ein Fahrzeug. Ich darf kurz zusammenfassen: Da wäre also ein Mann und da wäre eine Maßnahme, wobei Mann und Maßnahme definitiv nicht zusammenpassen. Die ARGE hat das wohl anders gesehen und mit Sanktionen gedroht, falls jener Mann die Maßnahme nicht antritt. Und so lernte er also etwas, was seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt um etwa 0,0 Prozent gesteigert hat. Immerhin hatte er Gelegenheit, jenen anderen Mann kennen zu lernen, der dieselbe Maßnahme aufgedrückt bekam, obwohl er längst einen Staplerschein besaß. Ist ja auch etwas Wert, oder?

Der Lehrer wird zum Lernenden

Ich behaupte immer noch, dass es eine ganze Reihe sinnvoller ARGE-Maßnahmen zur Wiedereingliederung von Arbeitslosen ins Berufsleben gibt. Sorgen machen mir die anderen Maßnahmen. Da gibt es beispielsweise jenen Mann, der über Jahre hinweg Bewerbungstrainings im Rahmen von Maßnahmen der ARGE durchgeführt hat und plötzlich selbst arbeitslos wurde. Auch dann konnte er ab und an noch weiter als Bewerbungstrainer arbeiten. Dieser Mann wurde von der ARGE schließlich selbst zum Bewerbungstraining geschickt: als Kursteilnehmer. Der Lehrende wird zum Lernenden! Seinen Widerspruch schmetterte die ARGE ab. Was kann man daraus schließen? Entweder a) die ARGE hat einen Bewerbungstrainer beschäftigt, von dem sie eigentlich wusste, dass er kein wirklich guter Bewerbungstrainer ist, weshalb sie ihn nun zum Bewerbungstraining schickt. Oder b) die ARGE hat einen Fehler gemacht, den sie nicht zugeben möchte, weshalb sie eine völlig unsinnige Maßnahme aufrechterhält. So richtig klasse wäre weder das eine noch das andere.
 

— Donnerstag, 21. Mai 2009 —

Alles was Recht ist [ Keine Kommentare ]

Die ARGE macht Hartz IV Empfängern das Leben schwer, mit legalen und auch mit illegalen Mitteln. Die ARGE darf viel, aber sie darf nicht alles. Wer den schweren Gang zur ARGE antreten muss, sollte das nie allein tun. Besser ist es, eine Freundin oder gute Bekannte mitzunehmen. So hat man in jedem Fall einen Zeugen.

Einen solchen kann man mitunter auch dringend gebrauchen, beispielsweise wenn man einen Brief oder einen Antrag abgeben will. Meist wird, aus welchen Gründen auch immer, eine Empfangsbestätigung verweigert. Leider geht auf der ARGE sehr viel verloren, deshalb ist es ratsam, sich das Datum, die Uhrzeit, die Zimmernummer und den Namen des Sachbearbeiters vor Zeugen zu notieren, damit es später nicht zu Missverständnissen kommt.

Auch wenn die Polizei kommt, was öfter der Fall ist, ist es ratsam Zeugen dazu haben. Bei Polizeieinsätzen sollte man ruhig bleiben und verlangen, dass die Daten des Sachbearbeiters aufgenommen werden, da man seinerseits Anzeige erstatten will, zum Beispiel wegen unterlassener Hilfeleistung. Das ist immer dann der Fall, wenn die ARGE das Bargeld verweigert, was passiert ständig.

Die ARGE verliert wie gesagt gerne mal etwas, Bewilligungsbescheide beispielsweise. Wenn dann Not am Mann ist und man dringend Bargeld braucht, stellt sich die ARGE gerne taub. Der Verweis auf den Bargeldautomaten ist sinnlos, denn der ist (fast) immer defekt oder leer. Dann kommt die ARGE mit Gutscheinen. Die sind aber sinnlos, da man zum Beispiel in Apotheken damit nicht einkaufen kann, zudem ist es entmündigend und diskriminierend. Die ARGE muss Bargeld auszahlen.

Wird man krank, dann wird die ARGE versuchen, das Arztgeheimnis zu knacken. Denn je mehr Daten die ARGE hat, umso erpressbarer und manipulierbarer werden Hartz IV Empfänger. Um an vertrauliche Krankenakten zu kommen, muss die ARGE allerdings sehr gute Gründe haben, die nachvollziehbar sind. Im Zweifelsfall sollte man immer einen Anwalt einschalten.

— Dienstag, 12. Mai 2009 —

Wie blöd kann man sein? [ 2 Kommentare ]

Meine ersten Erfahrungen mit der Arbeitsagentur liegen mittlerweile schon etwas zurück. Ich war damals Beamtenanwärter, ich hatte eine Berufsausbildung in der Steuerverwaltung als Vorbereitung auf den gehobenen Dienst gemacht. Wie das Leben so spielt: erst kurz nachdem ich meine Prüfung erfolgreich abgelegt hatte, wurde mir (wie auch vielen anderen) mitgeteilt, dass ich nicht übernommen werden würde. Nun war ich quasi von einem Tag auf den anderen arbeitslos. Mir wurde dann geraten, mich unverzüglich arbeitssuchend zu melden. Das hab ich dann auch getan.

Kein Verständnis

Immerhin unterstützte mich ein anderer Leidensgenosse beim Ausfüllen der Meldung, so dass wenigstens das relativ schnell von statten ging. Daraufhin begab ich mich zum Informationsschalter um diese abzugeben. Folgendes Gespräch ergab sich dabei:
ARGE-Mitarbeiter: „Bitte nehmen Sie im Wartezimmer Platz. Sie werden etwas später aufgerufen, damit Ihre Daten aufgenommen werden können.“
Ich: „Ich habe als Beamter keinen Anspruch auf den Bezug von Arbeitslosengeld. Ist dieses Gespräch dann überhaupt erforderlich? Ich möchte lediglich dafür sorgen, dass die Ausfallzeiten in der Rentenversicherung anerkannt werden.“
ARGE-Mitarbeiter: „Sie benötigen das Gespräch trotzdem, bitte warten Sie dort drüben!“

Nur zwei Stunden warten

Nach gut zwei Stunden bin ich dann endlich dran gekommen. Die nette Dame begann auch gleich mit ihrer Befragung. Als erstes dachte ich, dass mir gleich die Hutschnur platzen müsste, als sie mich fragte, was denn eigentlich ein gehobener Dienst sei. Nachdem wir das geklärt hatten, sagte sie mir, dass ich erst einmal Arbeitslosengeld beantragen sollte. Jetzt erklärte ich ihr nochmal in aller Ausführlichkeit, dass ich als Beamter niemals in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hatte und dass insofern einfach auch kein Grund dafür bestünde, einen solchen Antrag zu stellen. Schließlich ist der Groschen dann wohl doch noch gefallen, denn plötzlich rief sie aus: „Dann wäre diese Datenaufnahme ja überhaupt nicht nötig gewesen!“

Naja, wenn’s mal wieder länger dauert…

Pages: « 1 2 3 ... 9 10 11 12 13 14 15 16 17 »