— Archiv für den Tag „Arbeitsloser” —

— Dienstag, 13. Oktober 2009 —

Fehler der Arge den ich ausbügeln muss? [ Ein Kommentar ]

Hallo zusammen. Ich musste letzten Monat mein Antrag auf Hatz 4 verlängern. Habe erst letzte Woche den Bescheid bekommen der soweit in Ordnung war. Jetzt bekam ich am Samstag den Scheck.. 90€… was voll und ganz nicht in Ordnung ist.

Als ich heute morgen beim Amt war, sagte man mir das es ein Fehler bei den Überweisungen gegeben hat.

Man hat mir letzten Monat Geld zuviel überwiesen, (was nicht wirklich viel mehr war, da ich selbst es zwar bemerkte, es sich aber nur um ca. 20€ handelte.) was eigentlich an meinen Stromversorger gehen sollte. Angeblich das Geld was zum ausgleich der Nebenkosten Abrechnung dienen sollte. 

Darlehen für Arbeitslose?

Als ich den Herren fragte wie ich nun mit 90€ überleben sollte, sagte er mir das einzigste was er mir anbieten könnte sei ein Darlehen für Arbeitslose von 120€ den ich monatlich zurück zahlen muss.

Ich weiss nicht was die Leute sich dort denken ich bekomme eh schon nur ca. 220€, von denen ich aber auch wirklich nur so grade ebend über die Runden komme.

Wohnung zu teuer

Jetzt muss ich noch ein Darlehen ausgleichen was heissen würde das ich "noch" weniger bekomme. Die Begründung warum ich nur 220€ bekomme liegt daran das meine Wohnung mit 50qm² und 325€ warm inkl. Nebenkosten zu teuer sei. Ich kann aus dieser Wohnung aber nicht raus, da diese Renovierungsbedürftig ist, ich für die Renovierung kein Geld habe und ich keine wirklich billigere Wohnugn finde, es sei den es handelt sich um eine größere Bruchbude als ich sie jetzt schon habe.

Meine Frage wäre jetzt, wie kann ich dagegen angehen, wo kann ich mich beschwere?

Ich habe es langsam satt mich von "denen" Verarschen zu lassen. Ich mache nebenher meine Ausbildung zum Koch, ich habe keien Zait für so ein Theater. Jedes mal wenn ich ein Anliegen habe, sei es eine Verlängerung oder sonstiges wird immer zu ungunsten meinerseits entschieden und dies steht mir langsam gewaltig gegen gegen den Kragen und un reicht es mir einfach.

— Samstag, 25. April 2009 —

Auf die Farbe kommt es an [ Keine Kommentare ]

Zu den Merkwürdigkeiten der Arbeitsagentur gehören die zuweilen hilflosen Aktivitäten, wenn es darum geht, Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen. Eine dieser skurrilen Aktivitäten ist das so genannte „Bewerbungstraining“. Wer meint, man könne nur für einen Marathonlauf trainieren, der irrt sich, auch der Arbeitsagentur wird trainiert. Das sieht dann folgendermaßen aus: Ein Handvoll Empfänger von ALG I oder ALG II, die auf dem umfangreichen und vor Angeboten nur so strotzenden freien Arbeitsmarkt irgendwie durch den Rost gefallen sind, werden „eingeladen“ (wer nicht erscheint, wird mit Sperrfristen bestraft), um dort in gemütlicher Runde Bewerbungen zu trainieren. Die Trainer dieser Aktionen waren vielleicht in ihrem früheren Leben Postangestellte oder Mitarbeiter des Finanzamtes, also Menschen mit einem denkbar schlechten Ruf, was Service und Dienstleistung angeht.

Für die Trainer ist die Sache klar: Wenn man keine Arbeit hat, dann liegt das nicht am Alter oder an der fehlenden Qualifikation, nein, Schuld an der Arbeitslosigkeit ist immer die falsche Bewerbung. Eine richtige Bewerbung ist das Nonplusultra. Wer das nicht beherrscht, wird es nie zu etwas bringen. Diese Weisheit wird während des Trainings gebetsmühlenartig wiederholt und hat zur Folge, dass man irgendwann felsenfest davon überzeugt ist, dass es mit einer Arbeit ja gar nicht klappen konnte, weil man immer wieder die falsche Bewerbung geschrieben hat. Und man kommt zu der grauenhaften Erkenntnis, wie schrecklich blöd man doch war und schämt sich ein bisschen. Keiner ist zu alt oder zu unter- oder überqualifiziert oder hat die falsche Staatsbürgerschaft um einen Job zu bekommen, es liegt einzig und allein an der falschen Bewerbung.

Das fängt schon mit den Mappen an. Die eingeschüchterten Arbeitssuchenden (es gibt keine Arbeitslosen) sind erschüttert, dass ihre ansehnlichen und oft teuer erworbenen Bewerbungsmappen so gar keine Gnade vor den Augen der Trainer finden („Für 1,99 auf dem Grabbeltisch geschossen, oder was?“). Abschätzig werden die Mappen mit spitzen Fingern hochgehoben und wieder fallengelassen als würden sie brennen.

So geht das nicht, da stimmt ja gar nichts. Weder der ordentlich getippt tabellarische Lebenslauf noch die Zeugniskopien. („Das sieht alles billig aus.“) Von den grauenhaften Fotos mal ganz zu schweigen. Wo steht da in den Bewerbungen was von ehrenamtlichen Tätigkeiten? Denn die kommen bei potentiellen Arbeitsgebern immer sehr gut an. Wer nicht mal Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist, hat so gut wie keine Chancen, sagt der Trainer und schüttelt traurig und ein wenig resigniert den Kopf. Die gelegentliche Betreuung der Nachbarskinder wird zu einer „Ehrenamtlichen Tätigkeit mit Kindern auf sozialer Ebene“, denn das macht sich gut im Anschreiben.

Fotos, so werden Arbeitslose am Existenzabgrund belehrt, Fotos sind das A und O einer guten Bewerbung, die dürfen auf gar keinen Fall am Automaten geschossen werden, da muss man schon investieren und ein professionelles Fotostudio aufsuchen, koste es, was es wolle. Meistens Geld, etwas an dem es Arbeitslosen in der Regel mangelt.

Wehe demjenigen, der mehr als zwei Fremdsprachen in seiner Qualifikation erwähnt, der fällt für die Arbeitssuche völlig durch den Rost. Das ist einfach zu intellektuell! Wie wirkt das denn, wenn man sich als Regalauffüller im Supermarkt für 3,50 Euro in der Stunde bewirbt? Solche Sachen sollten bei einer Bewerbung möglichst nicht zur Sprache kommen.

In den nächsten Wochen gehen alle brav einmal in der Woche zum Bewerbungstraining und optimieren ihre Mappen mit Feuereifer. Aber leider nie hundertprozentig. Immer wenn man glaubt, ja, so sieht sie aus, die perfekte Mappe, dann stimmt aus der Sicht des Coachs wieder irgendwas nicht. Man fragt sich verzweifelt, woran es denn diesmal fehlt. An der Farbe, sagt der Trainer, man hätte lieber eine blaue Mappe nehmen sollen, denn Blau mögen die Arbeitgeber besonders gern.