— Archiv für den Tag „Arbeitslosenzahlen” —

— Sonntag, 31. Juli 2011 —

Nicht nur das Wetter ist durchwachsen im Juli… [ Keine Kommentare ]

Düstere Wolken am Himmel verheißen in der Regel nichts Gutes. Und in der Tat ist es sehr schade, dass der Sommermonat Juli, der ja an sich meist durch strahlenden Sonnenschein sowie durch ein heißes Klima zu begeistern vermag. Davon ist in diesem Jahr allerdings nur sehr wenig zu spüren. Nein, mehr noch: die kühle Atmosphäre sowie der ständige Regen schlagen so manchem mittlerweile buchstäblich „aufs Gemüt“. Ebenso wie die Stimmung, die derzeit insbesondere am Arbeitsmarkt herrscht. Grundsätzlich aber ist die gegenwärtige Situation durchaus eine Sache der individuellen Interpretation…

Positive Stimmungsmache von Seiten der Bundesagentur für Arbeit

Sage und schreibe 2,939 Millionen Arbeitssuchende sind derzeit bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Insgesamt sind das also 46.000 Personen mehr, als dies noch im Juli der Fall war. Nimmt man jedoch die Statistiken der Bundesagentur für Arbeit ein wenig näher in Augenschein, so fällt auf, dass sich die Zahl der Menschen ohne Job im Vergleich zum Vorjahresmonat dennoch reduziert hat. So beträgt die aktuelle Arbeitslosenquote 7,0 Prozent; im vergangenen Jahr betrug sie hingegen sogar 7,6 Prozent.

Was ist da los? Die Bundesagentur streicht Stellen…?!

Wie Heinrich Alt (Mitglied des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit) in diesem Zusammenhang verlauten ließ, habe sich die positive Entwicklung am allgemeinen Arbeitsmarkt in diesem Monat sehr wohl fortgesetzt. Und so würden die Erwerbstätigkeit sowie die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sicherlich auch noch weiterhin wachsen. Überhaupt sei die Nachfrage nach guten Arbeitskräften auch jetzt noch vergleichsweise hoch. Warum aber plant dann die Bundesagentur für Arbeit, in den nächsten vier Jahren mehr als 17.000 Stellen zu streichen? Kein Scherz – denn wie der „Spiegel“ berichtet, steht an, die Zahl der Mitarbeiter auf nurmehr 100.000 Arbeitsplätze zu reduzieren. Als Grund für derartige Überlegungen wurden die guten Arbeitsmarktstatistiken genannt. In diesem Zusammenhang ist der eine oder andere sicherlich dazu geneigt, das Ganze als „verkehrte Welt“ zu bezeichnen….  

 

Quelle: http://web.de/magazine/finanzen/wirtschaft/13163596-bundesagentur-streicht-jobs.html

— Dienstag, 20. Oktober 2009 —

Alles beim Alten? Unveränderte Zahlen im Hinblick auf “Hartz IV” [ Ein Kommentar ]

Statistischen Erhebungen zufolge hat sich in bezug auf die allgemeine Situation am Arbeitsmarkt sowie auch im Zusammenhang mit den Hartz-IV-Zahlen nur sehr wenig getan. Und das, obwohl die Wirtschaftskrise noch immer in einer nahezu unveränderten Art und Weise auf uns hereinbricht. In erster Linie trifft es natürlich – wieder einmal – den "kleinen Mann auf der Straße". Im Zusammenhang mit der Arbeitslosenquote konnte man allerdings nurmehr ein leichtes Minus von rund 0,3 Prozent feststellen. Das bedeutet dementsprechend im Klartext, dass sich das zu erwartende Drama, so wie es ja von zahlreichen, deutschen Politikern bereits seit langem prophezeit wurde, noch immer nicht eingestellt hat. 

Mögliche Ursachen hierfür sind übrigens nicht nur der typische Anstieg der Arbeitslosenzahlen nach dem Ende der großen Ferien – ja, auch dieser Aspekt wird in den Statistiken der Agenturen für Arbeit vermerkt und zum Teil auch für die "Beschönigung" der Zahlen verwendet – sondern wohl auch der vermehrte Einsatz von Kurzarbeit. Alles in allem heißt das für uns, dass sich im vergangenen Monat mehr als 10.500 Jobsuchende bei der Bundesagentur für Arbeit registriert haben. Bleibt also nur zu hoffen, dass sie schnellstmöglich den "Absprung" schaffen und nicht früher oder später auch in die "Hartz-IV-Falle" tappen. Aber obwohl in absehbarer Zeit ein weiterer Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu erwarten sein dürfte, ist seitens des Arbeits- und Sozialministeriums eine Entschärfung der aktuellen Hartz-IV-Regelungen geplant.

Der Vorschlag: Hartz-IV-Empfänger sollen künftig mit einer Erhöhung des so genannten "Schonvermögens" rechnen. Das heißt also, dass sich der entsprechende Betrag von bislang 16.250 Euro auf nunmehr 45.500 Euro erhöhen soll.

In diesem Zusammenhang sei allerdings noch gesagt, dass Expertenmeinungen zufolge schon im bevorstehenden Herbst eine Vielzahl derer, die jetzt noch Kurzarbeit ausüben, ihre Kündigung erhalten werden…..

— Freitag, 17. Juli 2009 —

Hartz IV – Empfänger bekommen weniger, damit Banken überleben? [ Ein Kommentar ]

Fast 100 Milliarden Euro soll die durch die Finanzkrise entstandene Arbeitslosigkeit den Bund nach einem Bericht aus dem Handelsblatt bis zum Jahr 2013 kosten. Die Arbeitslosenversicherung soll in diesem Zeitraum mindestens 52 Milliarden Euro an Zusatzgeld benötigen. Für Hartz IV werden 46 Milliarden zusätzlicher Euro veranschlagt. Wundert das irgendjemanden? Viele Banken müssen saniert werden und zeigen sich zudem knauserig bei Krediten für Unternehmen. Die Unternehmen müssen sparen und sparen bei Arbeitsplätzen. Mehr Arbeitslose = mehr Kosten für den Staat. Manchmal ist Rechnen ganz einfach! Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) prognostiziert laut Focus bis zum Ende des Jahres 2010 eine Arbeitslosenquote in Deutschland von fast zwölf Prozent. Zum Vergleich: Im Juni 2009 lag die Quote bei 8,1 Prozent. Auf Vater Staat kommen immense Kosten zu.

Hartz IV-Sätze runter aus Gerechtigkeit?

Seit dem ersten Juli 2009 gelten die erhöhten Sätze fürs Arbeitslosengeld II. Und wieder haben einige Leute Anlass dazu, sich darüber zu beschweren, wie viel Geld man doch fürs Nichtstun bekommt. Da gibt es dann Menschen wie den Berliner FDP-Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl Martin Lindner, die alte Leiern auspacken und fröhlich anfangen zu trällern. Die Hartz IV – Sätze müssten um bis zu 30 Prozent reduziert werden, sagt Lindner. Dafür sollten Hartz IV – Empfänger dann zu gemeinnütziger Arbeit herangezogen werden. Das klingt ja dann erst einmal ganz nett, nicht wahr? So ein bisschen nach: Leute, tut etwas für euer Geld. Wir wollen ja, aber so? Einsatz als Billiglohnkräfte für Arbeiten, für die man eventuell auch Stellen schaffen könnte? Stellen, mit denen Menschen ihr Auskommen haben? Mag sein, dass der eine oder andere arbeitslose Hartz IV – Empfänger tatsächlich arbeitsunwillig ist und auf diese Weise einen Schubs gebrauchen könnte. Glaubt man Lindner, so gibt es in Berlin ganz viele solcher Menschen: arbeitsunwillige, gesunde und faule Menschen. Ich persönlich glaube Lindner eher nicht. Ich glaube dagegen, viele wollen arbeiten, doch die Anzahl an Arbeitsstellen (richtige Arbeitsstellen, mit richtigem Lohn und so, wobei damit nicht Tausende von Euro gemeint sind!) dürfte in Zukunft nicht unbedingt zunehmen. (siehe oben!)

Not leidende Banken sind wichtiger!

Es sei ungerecht, wenn Hartz IV – Empfänger so viel bekämen wie Menschen, die morgens aufstünden, um als Busfahrer zu arbeiten, sagt Lindner weiter. In ein ähnliches Horn tutete Arbeitsagentur-Vorstand Heinrich Alt Im Februar 2009, als er eine Senkung der Hartz IV – Sätze für Jugendliche unter 25 forderte. Die Regelsätze seien im Vergleich zu Azubis zu hoch. Nun, nehmen wir doch einmal die Busfahrer. Tatsächlich gibt es Menschen, die Busse fahren und dafür Hungerlöhne kassieren (siehe: Frankfurter Rundschau vom 11.12.2008). Das… ist wirklich ungerecht. Aber wieder soll sich die Spirale nach unten drehen. Der Niedriglohn bleibt gleich und, um den Abstand zu wahren, werden die Hartz IV – Regelsätze gekürzt. Klasse! Da hätte der Staat dann wieder etwas mehr Geld, um Not leidende Bankleute zu unterstützen. Die… sind nämlich wirklich bedürftig. Hartz IV-ler sollten sich da nicht so anstellen.