— Archiv für den Tag „Arbeitsamt” —

— Samstag, 15. Oktober 2011 —

Vom ALG-2 Schalter zur ALG-1 Domina [ Keine Kommentare ]

Vor ein paar Jahren befand ich mich mit 32 Jahren in einer Selbstfindungsphase und hatte keinen Bock mehr auf meinen Job. Ich hatte eine gut bezahlte, aber sehr langweilige Arbeit mit knappen 2000 Euro netto. Da mich mein Chef nicht rausschmeißen wollte, habe ich aus “Gesundheitlichen Gründen” selber gekündigt. Dabei ging es mir wohl mehr um die Gesundheit meiner Kollegen als um meine eigene …

Zum ersten Mal im Leben arbeitslos!

Da stand ich nun vor dem Frankfurter Arbeitsamt und wollte mich arbeitslos melden. Die Frau am Empfang war sehr nett zu mir, aber irgendwie haben wir uns wohl missverstanden und auf einmal stand ich in der Reihe der ALG-2 Empfänger. Ich fühlte mich ehrlich gesagt total unwohl und hatte das Gefühl, am Tiefpunkt meines Lebens angekommen zu sein. Endlich an der Reihe, versuchte mich der sehr genervte Sachbearbeiter erst mal zur Sau zu machen. Dann stelle er fest, dass ich gar nicht in die ALG-2 Abteilung gehöre und er wurde stinkfreundlich. Tolle Klassifizierung von Menschen dachte ich. Bin ich als ALG-1 Empfänger jetzt mehr wert als ein ALG-2 Empfänger?

Die ALG-Domina aus dem ersten Stock

Also ging es für mich nach oben in das 1.OG. Dort erwartete mich der Schrecken auf zwei Beinen. Bin ich hier in der ALG-0190 Abteilung gelandet? Die dominante Dame wollte mir zunächst eine Sperre geben, weil ich selber gekündigt habe, durch mein ärztliches Attest konnte sie das jedoch schnell vergessen. Ich wurde Freiberufler und bekam meine knapp 16.400 Euro Überbrückungsgeld.

— Freitag, 14. Oktober 2011 —

Mal schauen ob Sie wiederkommen… [ Keine Kommentare ]

Seit mein Mann aus gesundheitlichen Gründen seinen Job aufgeben musste, erfuhren wir, was das heißt, Hartz4 Empfänger zu sein. Angefangen hat es schon bei der Antragstellung. Im Arbeitsamt angekommen, wandte er sich an seine Sachbearbeiterin. Diese überreichte ihm die Antragsformulare mit Worten: „ Mal schauen ob Sie wiederkommen. Die Anträge, samt den Forderungen und Auflagen seien schon so gestrickt, dass die meisten aufgeben, sie müssen schließlich schauen, dass viele die Anträge schon gar nicht einreichen.“

Nun ja, das Antragsformular, welches das gesamte Leben eines Menschen zum Vorschein brachte, einschließlich sämtlicher Ersparnissen, die nachweislich aufgebraucht werden mussten – bevor der Antrag überhaupt gestellt werden kann, enthielt auch zusätzliche Voraussetzungen, die zu erfüllen galten.

Zum einen, was mich persönlich hart traf, musste, neben den Kontoauszügen und Sparverträgen meines Mannes und das über Jahre rückwirkend, auch mein finanzielles Dasein – unabhängig davon ob ich Antrag stelle oder nicht, offenlegen. Auch die Sparbücher unserer Kinder mussten dran glauben. Zudem mussten wir uns verpflichten, auch ich, über jegliche Änderungen in unserem Leben die Agentur für Arbeit unverzüglich in Kenntnis zu setzen. Ob es nun ein Ausflug, welches sich über mehrere Tage erstreckt, Krankheit oder Urlaub ist – wobei Urlaub von der Agentur für Arbeit genehmigt werden muss, sonst drohen Sanktionen.

Also gegen gewisse Anforderungen und Forderungen habe ich nichts, doch bei der Agentur für Arbeit, könnte sich ein Gefühl „Menschen zweiter Klasse“ entwickeln. Da glaube ich, dass es im Gefängnis lockerer zugeht, was Auflagen angeht.

Nun ja, das Ende vom Lied war, dass wir den Antrag nicht abgegeben haben, denn ein bisschen Anspruch auf Entscheidungsfreiheit haben wir doch.

— Samstag, 8. Oktober 2011 —

Dann arbeiten Sie eben nicht! [ Ein Kommentar ]

Über das gute alte Arbeitsamt, kann man scheinbar nur noch den Kopf schütteln. Eine gute Freundin von mir hat stets und ständig nur Ärger mit denen!

Zur Vorgeschichte ist folgendes zu sagen

Sie hat bereits mehrere Male im Ausland gearbeitet und dementsprechend auch alleine dort gewohnt. Zudem hatte sie auch Arbeit innerhalb von Deutschland und hat auch hier bereits längere Zeit alleine in einer normalen Mietwohnung gelebt. Als der Arbeitsvertrag auslief, ist sie dann zurück zu ihrem Vater und den anderen Geschwistern ins Haus gezogen. Sie war immer sehr unzufrieden mit ihrer Arbeitslosigkeit. Das einzige, was sie nicht mehr wollte, war ins Ausland gehen. Hier hatte sie nicht allzu gute Erfahrungen gesammelt. Ansonsten aber war sie stets sehr bemüht (mehr als alle anderen Personen, die ich kenne), eine neue Arbeitsstelle zu finden. Und die fand sie auch! Sogar gleich eine unbefristete Stelle!

Verkehrsanbindung Dorf <=> Arbeitsamt

Ich muss hinzufügen, dass sie in einem kleinen Dorf lebte und die Verkehrsanbindungen zu ihrer Arbeitsstelle, wirklich schlecht und praktisch kaum vorhanden waren. Es fährt zwar einige Male ein Bus, aber nie zu den richtigen Zeiten. Einen Führerschein besaß sie nicht. Also wollte sie beim Amt vorsprechen. Ihr Ziel war eine kleine Wohnung. Tja, was soll ich sagen: Das Arbeitsamt stellte sich quer! Angefangen bei Kommentaren, wie “Sie sind unter 25 Jahren”, worauf sie konterte “Ja, aber nur noch bis Dezember (3 Monate) und zudem habe ich einen unbefristeten Arbeitsvertrag in Aussicht und anders ist es mir nicht möglich, zur Arbeitsstelle zu gelangen!” Die Dame vom Amt diskutierte weiter mit ihr und wollte keine Zustimmung zur eigenen Wohnung geben. Als meine Freundin dann meinte, dass sie dann die Arbeit aber nicht annehmen könne, verabschiedete sie die Dame mit den Worten: “Dann gehen sie eben nicht arbeiten!”

Ich kann da nur noch mit dem Kopf schütteln.

Erst macht das Amt Druck und dann wollen die netten Leute ihr Steine in den Weg legen! Meine Freundin ist aber nicht Ohne und so hat sie sich so lange durchgeboxt, bis ihr die Wohnung genehmigt wurde und sie nun problemlos jeden Tag pünktlich an ihrem Arbeitsplatz erscheinen konnte.

Pages: « 1 2 3 4 5 6 7 »