— Archiv für den Tag „Arbeitsamt” —

— Montag, 10. September 2012 —

Mutter ist mittellos- zwischen Studium und Kind [ 5 Kommentare ]

Ich habe in diesem Sommer mein Studium erfolgreich abgeschlossen. Da mir noch schmerzlich der Übergang zwischen Bachelor und Master Studiengang und die Lücke in der Bafög Förderung bewusst war, habe ich mich sehr früh beim Arbeitsamt vorgestellt.
Dort wurde ich im Mai (Studiumsende Mitte Juli) weggeschickt (ohne Antragsunterlagen) mit dem Hinweis, dass die Unterlagen so oft aktualisiert würden, so dass ich frühestens 4 Wochen vor Studiumsende noch einmal kommen sollte. Das habe ich dann gemacht und einen dicken Packen an Papieren bekommen. Alle ausgefüllt und nur mit dem Abschlussbescheid vom Bafög Amt gab es Probleme. Das Amt stellt diesen Bescheid nach dem Ende des Studiums aus, das heißt mit der Ausstellung des Master Zeugnisses.
Meiner Sachbearbeiterin erklärte ich diese Lücke, denn das Zeugnis hat eine 4 wöchige Bearbeitungszeit und dazu kommt eine 6 wöchige Bearbeitungszeit für meine letzte Hausarbeit, insgesamt ist mit diesem Zettel also nicht vor Ende September zu rechnen.

Nur Drohungen führen hier zum Ziel!

Obwohl ich ein kleines Kind habe (1,5 Jahre alt) und mich sehr zeitig und gewissenhaft um alles gekümmert habe, stehe ich jetzt seit drei Wochen ohne Geld da – was auch bedeutet ohne Geld für mein Kind. Der Grund ist die mangelnde Abstimmung der Ämter und meine Sachbearbeiterin, die mir immer wieder die Aufforderung schickt, nun endlich den Bafög-Abschluss Bescheid vorzulegen. Emails mit der dringenden Bitte auf Hilfe für den Übergang wurden komplett ignoriert, schließlich drohte ich mit dem Anwalt, sollte ich nicht meine rechtmäßigen Zahlungen erhalten um meine Miete zu bezahlen zu können und mich und mein Kind ernähren zu können – die Antwort dauerte genau 2 Minuten. Ja natürlich, Bescheid wäre unterwegs und das Geld angewiesen.
Ich habe die letzten drei Wochen sehr viel über den Alltag der Arbeitslosen gelernt, ich verstehe die Wut, die Hilflosigkeit und die Verzweiflung, die eine Antwort auf die gespürte Willkür der Behörden ist.
Ich werde jetzt einen Beratungsschein beantragen und dann lasse ich alles von einem Anwalt bearbeiten. Ich finde den Umgang, den ich mit meiner Sachbearbeiterin erfahren musste nicht nur unmenschlich sondern auch zutiefst respektlos.

— Samstag, 25. August 2012 —

10 Jahre Dilettantismus und Hass [ 4 Kommentare ]

Es ist wohl eine etwas längere Geschichte die ich zu erzählen habe.

Prolog:

Angefangen hat es vor gut 10 Jahren, als ich infolge des Platzen der DotComBlase arbeitslos wurde.

Oder besser gesagt garnicht direkt wegen dem Platzen der Blase, sondern wegen dem Bankenklima danach.

Ich hatte damals gerade meine Ausbildung zum Fachinformatiker beendet übernommen hät ich werden sollen bis sich rausstellte, dass die Firma sehr unvorteilhafte Verträge mit dem Toll Collect Konsortium eingegangen war. Bezahlung bei Inbetriebnahme stand dort als Termin. So verzögerte sich die Bezahlung von Automaten im Wert von 80 Millionen €  um gut 1,5 Jahre.

Dieses lies jetzt die Banken verlangen entlasst 10% eurer Mitarbeiter oder eure Kreditlinie wird gestrichen und Ihr seit insolvent. Da war an eine Übernahme garnichtmehr zu denken.

Entweder Ich oder der Kollege mit den 2 kleinen Kindern war die Wahl die mein Abteilungsleiter hatte. Wie das ausging steht wohl ausser Frage. Sozialverträglicher Abbau :(.

Leichter gesagt als getan

Als Fachinformatiker AW zählte ich anfangs zu den Akademischen Berufen und war im für mich zuständigen Arbeitsamt auch von in dem Berufsfeld erfahrenen Mitarbeitern betreut, welche aber schlicht nichts für mich machen konnten, da es keine Arbeit gab.Also  wurde eine Weiterbildung zum Netzwerkadministrator “vorgeschlagen”, die ich aus Ermangelung von Alternativen warnahm. Während dieser Massnahme strukturierte das Arbeitsamt um. Fachinformatiker war jetzt kein akademischer Beruf mehr sondern zählte zu den allgemeinen Berufen. Das hatte zur Folge, dass es keinen Sachbearbeiter mehr gab der in dem Berufsfeld erfahren gewesen wäre. Als es während der Weiterbildung zum Netzwerkadmin notwendig war eine Prüfung zu wiederholen sollte das eigentlich kein Problem darstellen, da eine Wiederholungsprüfung bei den Bewilligungen für den Kurs bereits enthalten war. Alles was zu tun wäre, ist kurz dem Arbeitsamt bescheid sagen, die Erlaubnis abholen und am nächsten Tag die Prüfung zu wiederholen. Den kompletten Artikel lesen…

— Dienstag, 7. August 2012 —

Manipulation im Jobcenter: den Beruf bestimmen sie [ 20 Kommentare ]

Hallo Leute, meine Geschichte die ich erzählen möchte beginnt schon zu Arbeitsamtzeiten und wird sich in die Länge ziehen. Trotzdem habe ich mir überlegt doch mal von beginn an die Machenschaften der Arbeitsämter und der jetzigen Jobcenter aufzuklären. Zu meiner Person. Ich bin heute 55 Jahre jung und versuche verzweifelt mir eine Selbständigkeit aufzubauen. Aber zum Anfang.

Ich habe, bedingt durch meine Eltern, den Beruf des Maurers und Fliesenlegers gelernt und nach Abschluss der Gesellenprüfung auch in diesen Berufen gearbeitet. Durch Akkordarbeit war der Verdienst zwar immens, aber die Gesundheit litt sehr darunter. Es kam was kommen musste, meine Knie und Hangelenke hielten die Belastung nicht aus und ich wurde Berufsunfähig. Bis dahin war meine Welt noch in Ordnung und ich ging nach der Feststellung meiner Berufsunfähigkeit frohen Mutes zum Arbeitsamt, um mich über Maßnahmen zu erkundigen die man nun einleiten könnte. Ich muss dazu sagen, das ich bevor ich diesen Schritt wagte, mir einen Kranführerschein für Brückenkrane und einen Staplerschein aneignete. In meiner Region in NRW wurde aber damals ein riesiges Stahlwerk geschlossen, so das ich auch mit diesen Prüfungen nichts anfangen konnte.

“Wünsche werden berücksichtigt” – beim Arbeitsamt werden sie ignoriert

Nun ja, ich ging also zum Arbeitsamt und mir wurde eine Umschulung vorgeschlagen. Ich solle doch nach meinen Interessen schauen und dem Vermittler (damals waren sie das noch) mitteilen, was ich den gerne machen wolle. Da meine Interssen damals im Bereich des Funkens und der damaligen Computer (C64) lagen suchte ich mir den Beruf des Kommunikationselektronikers der Fachrichtung Informatik aus. Dieses teilte ich auch meinem Vermittler mit und er wollte alle Formalitäten erledigen und mich dann über den Beginn der Umschulung informieren. Wieder erwarten kam aber nicht die Info wann die Umschulung nun begänne, sondern eine Aufforderung zu einem Test, in dem meine geistigen Fähigkeiten bezüglich dieses Berufes getestet werden sollten. Mir wurde nach dem Test dann mitgeteilt, das ich wohl nicht zu diesem Beruf tauge, da man Abitur haben müsse für diesen Beruf und ich mit einem normalen Hauptschulabschluss wohl keine Chance hätte die Prüfung zu bestehen. Statt dessen wurde mir der Beruf des Kommunikationselektronikers der Fachrichtung Funktechnik vorgeschlagen (Neudeutsch für Radio- Fersehtechniker). Da mir der rasante Fortschritt in der Elektronik bekannt war, machte ich darauf aufmerksam, das in diesem Berufszweig doch keinerlei Zunkunftschancen lägen und der Informatiker doch wesentlich zukunftorientierter wäre. Ausserdem wurde auf der Schule eine Türe weiter genau dieses Berufsbild ausgebildet, wobei man mir bestätigte, das die Grundausbildung bei beiden Berufen gleich wäre. Aber wie es wohl bekannt ist, nimmt das Arbeitsamt keine Vorschläge von Arbeitslosen an und ich wurde zuerst als Pendler (70 km jeden Tag) zu der Umschulung geschickt.

Da aber keinerlei Fahrgeld bezahlt wurde gingen mir nach drei Wochen die Geldmittel aus um weiterhin zu pendeln. Ich gab also auf und kämpfte dann mit dem Arbeitsamt um einen erneuten Termin um die Umschulung zu beginnen. Sanktionsandrohungen wurden zwar ausgesprochen aber schlussendlich wurde mir doch ein zweiter Antrittstermin genannt. Dieses mal aber als Internatsbewohner. Ich versuchte auch weiterhin, besonders nachdem ich nun vor Ort die Lerninhalte vergleichen konnte, die Umschulung doch noch zum Informationstechniker zu drehen, was aber nicht gelang. Nach 27 Monaten schloss ich die Prüfung mit Gesellenbrief ab. Bewerbungen die ich schrieb wurden zu 90% wegen Überqualifizierung abgelehnt. Da ich so was ja schon vermutet hatte, suchte ich eine Möglichkeit doch noch in das Wissen der Computertechnik eingeweiht zu werden. Ich schloss mit einem Computerladen dann auch einen Deal ab. Ich versprach defekte Monitore zu reparieren und mir wurde dafür das Konfigurieren von Rechnern gezeigt in Hardware und Betriebssystem (Linux & MS-Dos). Nach ca. 1 Jahr (wohlgemerkt ohne Bezahlung) sprach ich in einem anderen Laden vor und schloss dort einen Deal ab, der beinhaltete, das ich nun Monitore Repariere und Computer Zusammenbau und konfiguriere und dafür wurde ich in die Netzwerktechnik eingeweiht. Dieses machte ich nun auch ca. 1,5 Jahre und fand dann einen Job bei einem hier ansässigen Computersupport. Ich erledigte mittlerweile selbständig den aufbau von Netzwerken und den Kundensupport. Unter meinen zu betreuenden Kunden gehörte auch eine Schule (Berufsförderungswerk) bei dem ich die komplette Administration des Netzes einschließlich Klassenräumen übernahm. Leider verstarb mein damaliger Chef und ich wurde wieder Arbeitslos.
Nun fing der ganze Schlamassel aber erst an. Ich bekam ein Angebot einer großen Firma dort als Administrator anzufangen, allerdings mit der Auflage eine Microsoft Zertifizierung (MCSE) nachzuweisen. Ich erkundigte mich in meiner Region, doch die Schule war finanziell einfach nicht machbar. Also sprach ich beim Arbeitsamt vor und bat um eine Weiterbildung, die man mir als Darlehn doch bewilligen solle. „Natürlich machen wir das“ wurde mir bestätigt und ich wartete auf einen Termin. Nach 1 Monat war noch nichts zu hören also frug ich nach. „Das dauert noch etwas wir stehen aber mit der Firma die Sie einstellen will in Kontakt“ war die Aussage. Nach etlichen Nachfragen und Besuchen beim Arbeitsamt kam dann endlich die Mitteilung, das die Schule genehmigt sei und der Termin wurde mir zugesandt. Ich viel aus allen Wolken als ich die Adresse der Schule sah und welches Berufsziel eingetragen war. Es war die gleiche Schule, die ich administriert hatte und das Berufsziel war EDV-Service-Techniker. Beschwerden der Dozenten und mir wurden allesamt vom Arbeitsamt ignoriert und ich musste 9 Monate diese Schule mitmachen, obwohl von vornherein klar war, das dieses Berufsziel nicht ausreichen würde zumal ich das Wissen dazu ja schon hatte). Es kam natürlich nach dieser Schule NICHT zur Einstellung bei besagter Firma.
Nach einiger Zeit wurde ich zum Arbeitsamt zitiert und mir wurde mitgeteilt, das ich ja wohl doch nicht die Kenntnisse hätte die der Markt fordert und man legte mir eine Weiterbildung nahe und zwar in Sachen SPS als Speicherprogrammierbare Steuerung. In meinem Gesellenbrief stand das ich Microcomputergesteuerte Elektronik gelernt habe. Ich wies die Herren darauf hin, das dieses SPS das gleiche in grün ist, nichts half ich musste auch diese Schule über mich ergehen lassen.
Mittlerweile wurde Hartz4 eingeführt und ich versuchte eine Selbständigkeit aufzubauen, da ich mittlerweile 47 Jahre jung war, sah ich nach zig Absagen nur noch diese Möglichkeit.Ich ging also auf Kundenaquise und erreichte auch bei 3 Firmen einen Wartungsvertrag und auch einige Kunden bescheinigten, das ich für Sie arbeiten könne. Ganz aus dem Hartz4 bezug würde es zwar noch nicht reichen aber ich war guter Dinge. Nun als Außendienstsupporter benötigt man nicht viel. Was aber zwingend erforderlich ist ist ein Fahrzeug. Also Fahrzeug beantragt, abgelehnt. Zum SG auch dort abgelehnt. Dann versucht 2000 Euro für ein Fahrzeug zu bekommen als Darlehn. Abgelehnt. Nun hatte ich die Faxen dicke. Ich sprach einen Kollegen an der eine Firma mit ca. 20 Mitarbeitern hatte , ob er mich nicht einstellen könne, da ich mal wieder etwas Luft brauche um wieder auf die Beine zu kommen. Er stellte mich befristet ein und bekam vom Arbeitsamt eine Förderung von 75% meines Bruttolohnes. Das heißt er hat in den 2 Jahren als ich für Ihn arbeitete 50.000 Euro kassiert. Natürlich wurde der Vertrag nicht verlängert, sondern ein neuer vom Arbeitsamt wartete schon.
Das ich natürlich nur die Kurzform geschrieben habe (1Eurojobs, Caritas in der Entgeldvariante usw) versteht sich von selbst. Es soll nur einen kleinen Einblick gewähren in die sinnlose Steuerverschwendung bei einer Einzelperson. Ein ganz normaler Bürger und da schon so ein Geld rausgeschmissen. Nun sitze ich hier mit 4 Gesellenbriefen bin selbstständig und muss aufstocken.
Das soll alles ein Mensch verstehn!

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