— Archiv für den Tag „Arbeiten” —

— Donnerstag, 1. Oktober 2009 —

Was ist schlimmer als Hartz 4? [ 3 Kommentare ]

Kurze Frage mit einer kurzen Antwort: Die DDR und ihre Stasioffiziere, Mitarbeiter und Mitläufer sowie deren Umgang mit der DDR Bevölkerung, Menschen die anders gedacht haben, sich anders verhalten haben oder einfach nur was anderes wollten.

Sicher fragen Sie sich jetzt, warum in diesem Arbeitslosenblog es plötzlich um DDR, Stasi und deren Methoden geht? Ganz einfach, weil ich gestern Abend (30.09.2009) in der ARD Jenseits der Mauer gesehen habe und mich mal wieder fragte, ob man so etwas vergessen könne? Gerade in Zeiten der Wahl, wo die heutige Linke, frühere PDS und deren Vorgänger die SED Mitarbeiter der Stasi und des DDR Regiems untergebracht haben. Ja, die Leute sind noch unter uns, die damals den flüchtenden Eltern das Kind weg nahmen und es zur Adoption mit geänderten Namen freigaben. Das ist kein Witz sondern Realität, haben wir in unserer Familie am eigenen Leib erlebt. Aber das ist ja im Wahlkampf nicht so wichtig, Hauptsache die Politik geht weiter, egal wer da dran sitzt.

In der DDR haben sich alle gegenseitig ausspioniert, sowohl in der unteren Ebene, der Nachbar hat auf den Gegenüber aufgepasst, der wiederum auf seinen Untermieter. In der Stasizentrale haben sich aber auch alle IMs gegenseitig überwacht, wer nciht mehr wollte, musste Intrigen oder Schikanen seiner Familie gegenüber befürchten. Die Leute sitzen heute auch noch am Ruder und auch in der Politik.

All diese Stasibonzen haben heute gute Posten bekommen, wieder viel Macht und Geld, so wie früher. Ist das nicht traurig?

Aber das ist Deutschland, du bist Deutschland. Dagegen ist die Überwachung durch Google und der heutige EDV und Internetstaat ein Scheißdreck.

Hier auch mal eine kritische Meinung zum Film, die ich nicht unbedingt teile.

Also, Hartz 4 ist gegen die Methoden, Schikanen und Machenschafften der DDR Regierung seiner Bevölkerung gegenüber ein Spaziergang, ein echter Kindergeburtstag. In der DDR konnte nämlich keiner gegen den Staat klagen und das auch noch von dem bezahlt bekommen. Von wegen, der Fernseher oder der Urlaub steht mir zu. Ich nehm mir einen Rechtsanwalt, liebe ARGE: "Zahl mal bitte für mich." Solche Leute hätte man in der DDR ohne zu fragen oder eine Erklärung haben zu wollen, ohne Rechtfertigung oder lautes Geschrei, STILL und HEIMLICH eingebuchtet und zwar so lange, bis derjenige psychisch zermürbt war. Danach, nach 10 oder 15 Jahren Zuchthaus oder Politknast ging´s ab in die Fabrik, arbeiten. Von wegen auf der faulen Haut liegen.

Also, jammert nicht und seit froh, dass ihr nicht mehr in der DDR wohnt.

— Montag, 4. Mai 2009 —

Viele nette Menschen [ Ein Kommentar ]

Hartz IV Empfänger haben es in vielerlei Hinsicht schwer. Sie werden in fast allen Bereichen des Lebens auf ein Minimum reduziert und müssen Demütigungen, Bevormundung und Beleidigungen wegzustecken. In ihrem Leben geht es um nackte Zahlen, Bedarfsgemeinschaften und vor allem um Faulheit.

Jeder Hartz IV Empfänger ist grundsätzlich zu faul zum Arbeiten

Wäre er nicht so faul, würde er jetzt arbeiten und nicht der Allgemeinheit auf der Tasche liegen, eine sehr einfache Logik. Nach Ansicht der Mitarbeiter der ARGE sind Hartz IV Empfänger nicht nur faul, sie sind auch dumm. Dumme Menschen haben keine Ahnung von Gesetzen und deshalb kann man sie auch bei jeder Gelegenheit bedrohen. Eine Drohung klingt ungefähr so: „Wenn Sie hier falsche Angaben machen, dann kommt jemand zu Ihnen nach Hause und stellt Ihnen die Bude auf den Kopf. Dann werden wir ja sehen, ob Sie wirklich so bedürftig sind, wie Sie hier angeben!“

Weiterführende Schulen? Nein, danke!

Besonders schlimm wird die Situation für Hartz IV-Empfänger, die Kinder haben, denn Kinder gehören zu einer Bedarfsgemeinschaft und kosten somit vor allem Geld. Steht ein Kind beispielsweise kurz vor dem Abschluss der Hauptschule, dann steht für die Mitarbeiter der ARGE schon mal fest: das Kind geht in die Lehre, um die Haushaltskasse der Familie aufzufüllen. Der Einwand, das Kind habe aber eine Empfehlung für eine höhere Schule, wird vom Tisch gewischt. Nichts da, der Nachwuchs von Hartz IV-Empfängern gehört nicht aufs Gymnasium, der hat gefälligst arbeiten zu gehen.

Eltern die sich nicht einschüchtern lassen und darauf bestehen, dass ihr Kind das Abitur machen soll, müssen Zeugnisse vorlegen und jedes „ausreichend“ darin wird genüsslich kommentiert. Die Eltern, die kämpfen können und ihr Kind doch auf eine höhere Schule schicken, müssen nicht nur jede Drohung der Sachbearbeiter wegstecken können („Sie werden schon sehen, was Sie davon haben“), sondern auch viel Rückgrat beweisen.

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