— Archiv für den Tag „Arbeit” —
— Sonntag, 13. Februar 2011 —
Mit Ehrgeiz und Engagement Tag für Tag im beruflichen Alltag zu bestehen, ist die eine Sache. Für gute, zum Teil sogar herausragende Leistungen hingegen adäquat entlohnt zu werden, ist in diesem Zusammenhang eine ganz andere. Denn bekanntlich ist es in der heutigen Zeit beileibe keine Selbstverständlichkeit, für gute Arbeit auch gutes Geld verlangen zu können. Bei so manchem Hartz-IV-Empfänger wiederum sieht das Ganze oftmals anders aus. Denn viele bekommen für jahrelanges Nichtstun Geld. Monat für Monat. Jahr für Jahr. Aber das ist eine ohnehin bekannte "Never-ending-Story", die also wohl weiterhin immer wieder für rege Diskussionen sorgen wird.
Engagement braucht Anerkennung
Viele Jobsuchende, die auf "herkömmlichem" Wege nicht auf Anhieb eine neue, berufliche Tätigkeit finden, nutzen aus der Not heraus die Option, die Hilfe eines Zeitarbeitsunternehmens in Anspruch zu nehmen. So weit, so gut. Eine durchaus löbliche Alternative. Jedoch ist Fakt, dass die Differenz im Vergleich zum Gehalt eines Arbeitnehmers, welcher nicht bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt ist, häufig weit unterhalb des Durchschnitts liegt. Traurig, aber wahr. Und so bringt zum Beispiel eine aktuelle DGB-Studie die folgende, durchaus erschreckende Statistik zutage, die vor allem die Herren Politiker endlich zum Nachdenken animieren sollte. Jeder achte (!) Arbeitnehmer, der für eine Zeitarbeitsfirma tätig ist, ist auf die zusätzliche Unterstützung durch Hartz-IV-Leistungen angewiesen.
Vielversprechende Aussichten?
Wie der DGB darüber hinaus mitteilte, handelt es sich hierzulande um sage und schreibe 92.000 Leiharbeiter, die auf staatliche Unterstützung setzen müssten, weil sie anderenfalls finanziell nicht über die Runden kämen. Das bedeutet demnach, dass arbeitswillige, qualifizierte Arbeitnehmer Tag für Tag dieselbe Arbeit verrichten müssen, wie regulär in Vollzeit Beschäftigte. Mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass Erstere in gewisser Weise regelmäßigen, staatlichen Kontrollen unterliegen und von Zeit zu Zeit Einkommensnachweise et cetera einreichen müssen. Ebenso "erniedrigend" ist aber vor allem die Tatsache, dass harte Arbeit nicht immer gute Früchte trägt.
— Sonntag, 5. Dezember 2010 —
Auf den ersten Blick scheinen Fastfood-Ketten und Hartz IV-Leistungsempfänger nur bedingt etwas miteinander zu tun zu haben. Schaut man aber einmal genauer hin, so verhält sich das Ganze doch ein wenig anders. Natürlich geht man immer mal wieder gern dorthin, um einen Burger, eine Pommes und eine Cola oder andere leckere Dinge zu essen. Aber dennoch würde sich der eine oder andere Hartz-IV-Empfänger wünschen, mit McDonald's und co. überhaupt nichts zu "tun" zu haben. Richtig, die Betonung liegt auf "tun"; die Rede ist also vom Arbeiten. Und genau da liegt – wieder einmal – das Problem….
Bleibt das Hartz-IV-Klischee auch weiterhin bestehen…?
Denn dass die renommierte Fastfood-Kette bereits seit mehreren Wochen mithilfe der Medien ein sehr intensives und zugleich auch höchst werbewirksames Job-Marketing betreibt, ist nicht zu übersehen. Im Zuge dessen erscheinen fast täglich immer neue Werbespots, in denen man freundliche, motivierte Mitarbeiter mit hohen Zielsetzungen sucht, und die im Gegenzug durchaus sogar mit attraktiven, beruflichen Perspektiven rechnen dürfen.
Arbeit? Nein, danke!
Die Macher von stern-TV schauten angesichts all' dessen einmal genauer hin. Soll heißen, es wurden unlängst (in enger Zusammenarbeit mit McDonald's) mit einhundert arbeitssuchenden Personen, die man vor der Agentur für Arbeit in Frankfurt am Main angetroffen hatte, Gespräche geführt. In diesem Zusammenhang wurde den Jobsuchenden einer von drei ausgeschriebenen, vielversprechenden Arbeitsplätzen in der Systemgastronomie angeboten, mit einem Stundenlohn von immerhin 7,35 Euro. Aber wie sollte es anders sein: nur eine einzige (!) der 100 Jobsuchenden war auch tatsächlich dazu bereit, diesen Job anzunehmen.
Wen wundert es da, dass es wohl auch in Zukunft nur schwerlich möglich sein wird, das Negativ-Image, das den meisten Langzeitarbeitslosen ja bekanntlich seit jeher anzuhaften scheint, auszumerzen und ein neues, besseres "Bild" zu "kreieren"? Da ist Eigeninitiative gefragt. Diesmal von Seiten der "Betroffenen" selbst. Denn nicht immer sind nur die "anderen" Schuld….
— Samstag, 13. März 2010 —
Da scheiden sich die Geister…
"Nichtstun" lohnt sich? Was soll man denn nun wieder davon halten? Die einen – dabei ist hier die Rede von den Hartz-IV-Empfängern selbst – sind (wie sollte es auch anders sein) der Meinung, die derzeit geltenden Regelsätze seien weit unterhalb des zumutbaren Niveaus. Aber derartige Nörgeleien und unzufriedenen Äußerungen kennt man ja wahrlich zu genüge….
Andere hingegen bemängeln die augenscheinlich viel zu hohen Hartz-IV-Sätze und beschweren sich darüber, dass es offenbar weitaus rentabler sei, keiner geregelten, beruflichen Tätigkeit nachzugehen und sich stattdessen auf die "faule Haut zu legen".
Es kommt noch besser!
Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, behauptete unlängst der Präsident des "Paritätischen Gesamtverbundes", Ulrich Schneider, dass der eine oder andere Regierungsbeamte der Allgemeinheit bewusst fehlerhafte oder unzureichende ALG-II-Berechnungen unter die Nase reiben würde. Selbst der "Bund der Steuerzahler" sowie renommierte Wirtschaftswissenschaftler stünden im Hinblick auf derartige Irreführungen in nichts nach. Dass die in diesem Zusammenhang veröffentlichten Zahlen jedoch alles andere als der Wahrheit entsprechen, sei doch offensichtlich. Denn sogar Arbeitnehmer, die lediglich einer Tätigkeit auf Minijob-Basis nachgingen, erhielten nach Auffassung von Schneider mehr Geld, als Langzeitarbeitslose.
Verantwortung übernehmen – ja. Aber nicht um jeden Preis.
Eigentlich sollte es doch eines der Grundprinzipien eines gut funktionierenden Sozialstaates sein, Arbeitslosen zwar eine gewisse finanzielle Unterstützung zu gewähren. Aber diese – und das ist gleichwohl aus dem so genannten Lohnabstandsgebot ersichtlich – sollte weit unterhalb der Einkünfte liegen, die Beschäftigte mit ihrer eigenen Arbeitsleistung erbringen.
So weit, so gut. Das Problem ist diesbezüglich allerdings, dass sogar das Bundesverfassungsgericht die fehlerhafte Berechnung der Hartz-IV-Leistungen bemängelt hatte. Trotzdem ließ beispielsweise Guido Westerwelle, der ja gegenwärtig in bezug auf die ALG-II-Thematik ohnehin bereits harscher Kritik ausgesetzt war, verlauten, dass die Hartz-IV-Bezüge unter keinen Umständen erhöht werden dürfen.
Und nun?
Um in dieser Hinsicht den Durchblick zu bewahren, kann es aus der Sicht von "Otto Normalverbraucher" und "Lieschen Müller" durchaus sinnvoll sein, selbst ein Rechenexempel zu statuieren. Auf diese Weise würde jedem Bürger schnell klar werden, wer denn in dieser Debatte tatsächlich Recht behält….