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Wir möchten Urteile, Infos oder einfach nur Ihre Geschichte zum Thema Arbeitslosengeld 2, Hartz IV. Dabei nehmen wir kein Blatt vor den Mund und schreiben das, was schon lange hätte geschrieben werden müssen.

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— Freitag, 18. Juni 2010 —

Urlaub – einmal anders [ Keine Kommentare ]

Mal angenommen, ein Sachbearbeiter der Bundesagentur für Arbeit wäre dazu gezwungen, aus finanziellen Gründen dauerhaft ein Dasein in einem Wohnmobil zu "fristen" – wie bitteschön würde er sich wohl dabei fühlen? Ein Gedankengang, der auf den ersten Blick in der Tat äußerst abwegig erscheint. Schlimm genug allerdings, dass es hierzulande sehr wohl eine Vielzahl bedürftiger Menschen gibt, die aus finanziellen Gründen ganz einfach keine andere Chance haben, als in einer solchen "Camping-Behausung" zu leben. Tragisch – aber leider keineswegs unüblich.

Die finanzielle Unterstützung vom Staat ist so gut wie sicher

Wie nun aktuell das Bundessozialgericht in Kassel entschied, ist es Hartz-IV-Empfängern durchaus möglich, eine "Aufwandsentschädigung" für die Betriebskosten ihres Wohnwagens in Anspruch zu nehmen. Natürlich nur dann, wenn das betreffende Gefährt auch tatsächlich und nachweislich als "Wohnsitz" genutzt wird. Mancher Sachbearbeiter mag in Anbetracht dessen möglicherweise die Ansicht vertreten, dass eine solche Verfahrensweise durchaus legitim und ganz und gar nicht ungewöhnlich ist. Die Steuern und Versicherungen, die das Wohnmobil Monat für Monat verschlingt, sind schließlich kein "Pappenstiel". Ein Schelm, der Böses dabei denkt…. Wenn man jedoch berücksichtigt, dass die finanziellen Aufwendungen für Benzin, Pflege und Wartung dahingegen nicht vom Amt erstattet werden, kommt so mancher sicherlich ins Grübeln. Denn die Begründung der Karlsruher Richter lautet tatsächlich so, dass letztere Kosten in keiner Weise mit der benannten Funktion als Unterkunft in Verbindung stehen.

Ein menschenwürdiges Leben…?! Wohl kaum.

Wie dem auch sei: Geklagt hatte ein 55jähriger Mann aus dem Großraum Kaiserslautern, der im Jahre 2005 arbeitslos geworden war. Weil er vom Hartz-IV-Regelsatz, der bekanntlich gerade mal 345 Euro beträgt, den bisherigen Lebensunterhalt nicht mehr finanzieren konnte, entschloss er sich aus der Not heraus, in ein über 20jähriges Wohnmobil umzusiedeln. So weit, so schlecht. Denn anfänglich war es für ihn sogar nur unter größten Anstrengungen möglich, zumindest eine kleine, finanzielle Unterstützung für die dringend erforderliche Propangasheizung von der Bundesagentur für Arbeit bewilligt zu bekommen. Eisige Zeiten für Hartz-IV-Empfänger….

— Sonntag, 13. Juni 2010 —

Was kommt da noch? [ Keine Kommentare ]

Nun ist es beschlossene Sache, das Sparpaket ist also in "trockenen Tüchern". Herzlichen Glückwunsch. Schulterklopfen in den Führungsmannschaften, beunruhigtes Zähneklappern hingegen bei den augenscheinlich weitaus "weniger wichtigen Menschen".

Hilft da nur noch beten?

Man muss es sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: die Bezeichnung CDU enthält bekanntlich den Begriff "christlich", die FDP hingegen macht immer wieder deutlich, wie viel Wert man doch auf Freiheit, Mut, Nächstenliebe und Verantwortung legt. Hört, hört! Dabei schieben gerade sie doch die Verantwortung, wenn es um finanzielle Unterstützung der Bedürftigen unserer Gesellschaft geht, stets möglichst weit von sich. "Christliches" Handeln sieht in der Tat anders aus. Wo bleibt da die Chance der Bürger hierzulande, sich – auf welche Weise auch immer – "frei" entfalten zu können?

Der "kleine Mann" guckt in die Röhre

In einem Punkt haben die Herren Regierungsbeamten allerdings Recht: man braucht eine ganze Menge "Mut", um unter derartigen Umständen überhaupt noch so weitermachen zu können. Zumindest aus der Sicht des "kleinen Mannes". Aber andererseits: was bleibt ihm übrig? Zum Auswandern fehlt de facto das Geld. Denn wie bitteschön sollte es in Anbetracht der bisherigen Sparaktionen – natürlich größtenteils zulasten der Langzeitarbeitslosen – sowie im Hinblick auf das aktuell verabschiedete Sparpaket überhaupt noch möglich sein, ein paar Kröten auf die "hohe Kante" zu legen? Denn nur so ließe sich ja ein kleines "Polster" für einen Neuanfang in einem anderen, fernen Land anlegen.

Der lachende Dritte…

Umgekehrt hingegen sieht das Ganze allerdings oft anders aus, denn niemand soll schließlich behaupten, dass man in Deutschland keinen Wert auf die "Nächstenliebe" legt. So freuen sich beispielsweise immer mehr Einwanderer über die vergleichsweise attraktiven, staatlichen Zuwendungen, die das Leben hierzulande für sie bekanntlich so angenehm machen….

— Samstag, 12. Juni 2010 —

Immer auf die Kleinen [ Keine Kommentare ]

Natürlich müssen sich auch jetzt wieder diejenigen, die eh' nichts haben, den Launen der Damen und Herren Politiker beugen. Die Rede ist in diesem Zusammenhang von dem aktuell verabschiedeten Sparpaket, demgemäß beispielsweise in Zukunft kein Elterngeld mehr an Hartz-IV-Empfänger gezahlt werden wird. Wenn man gewissen Aussagen des einen oder anderen Regierungsangehörigen lauscht, so wird sehr rasch deutlich, welche Meinung sie tatsächlich vom "kleinen Volk" haben. Abfällige und überhebliche Kommentare wie "Das Elterngeld geht ja ohnehin nur für Zigaretten und Bier drauf" oder "Die Kids werden mit Süßigkeiten vollgestopft und verdicken und verdummen" sind nur einige wenige, die immer wieder für Ärger und jede Menge Unmut sorgen.

Warum in Hartz-IV-Empfänger investieren…?

Wieso also sollte auch in Zukunft noch in bedürftige Leistungsempfänger investiert werden, wenn die Reichen und Besserverdienenden in den Augen der Politiker offenbar ohnehin weitaus mehr wert sind? Denn dass dem so ist, sieht man doch klar und deutlich auch daran, dass diese so genannte "bessere" Bevölkerungsschicht nicht mit immer neuen Belastungen belegt bzw. "bestraft" wird. Naja – sicherlich spielt da unter anderem auch der Hintergrund eine Rolle, dass die Oberschicht hin und wieder auch mal die eine oder andere größere Summe "springen" lässt. Offiziell werden derartige Beträge selbstverständlich als "Parteispenden" verbucht, inoffiziell hingegen lassen sich auf diese Weise immer mal wieder rauschende Partys oder nette Auslandsreisen in sonnige Gefilde finanzieren. Und warum bitteschön sollte man sich solche Annehmlichkeiten entgehen lassen, wo doch der politische Alltag sooooo stressig und anstrengend ist…?

Ansichtssache

Harte Vorwürfe. In der Tat. Aber sicherlich gelingt es den Verantwortlichen auch in diesem Fall wieder einmal, sich geschickt aus der Affaire zu ziehen, indem schlicht und einfach behauptet wird, dass die "Unterklasse" sehr wohl auch von den Finanzplänen profitieren kann. Denn Letztere dürfen sich unter Umständen sogar glücklich schätzen, wenn sie als Servicekräfte den "Höhergestellten" dienlich sein können. Vorausgesetzt, man ist tatsächlich arbeitswillig. So ist eben alles eine Frage der Sichtweise…. 

— Freitag, 28. Mai 2010 —

Bewerbungen schreiben – aber wie?! [ Keine Kommentare ]

Mit handgeschriebenen Bewerbungsschreiben kann man heutzutage wohl kaum noch einen Blumentopf gewinnen, soviel ist sicher. Also muss ein PC her. Woher aber nehmen, wenn nicht stehlen? So ein Rechner kostet schließlich eine „Kleinigkeit“. Geld, das viele wirklich bedürftige Hartz-IV-Empfänger nun einmal nicht haben. Die Arge hat unlängst einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie zwar die Vielzahl der Langzeitarbeitslosen nur allzu gern aus den „Arbeitslosen-Statistiken“ entfernen würde, aber tatsächlich diesbezüglich aktiv zu werden, fällt den Sachbearbeitern in der Regel ja bekanntlich eher schwer. Da ist guter Rat freilich teuer. Denn wie bitteschön, soll es angesichts der wahrhaftig nicht gerade „üppigen“ Sozialleistungen überhaupt möglich sein, einen Computer aus eigener Tasche zu zahlen?

 

Kein Anspruch auf einen PC…

Jeder Arbeitgeber, der in der heutigen Zeit eine Bewerbung in Händen hält, welche noch mit Kugelschreiber- oder Füllertinte geschrieben wurde, kann sich wohl kaum des Eindrucks erwehren, dass der Bewerber lediglich ein sehr geringes Interesse daran hat, den (ausgeschriebenen) Job tatsächlich auch zu ergattern. Schließlich ist es doch in der Tat so, dass es viele, viele (Langzeit-)Arbeitslose gibt, die genau in dieser Art und Weise verfahren, um zwar einerseits ihrer Bewerbungspflicht nachzukommen, damit ihr Anspruch auf die sozialen Leistungen des Staates weiterhin bestehen bleibt. Andererseits ist es mit derartigen Bewerbungsschreiben eh‘ so gut wie sicher, dass eine Absage erfolgen wird….

 

Die Gerichte sind anderer Meinung

Trotz alledem: die ARGE zahlt keinen Cent, wenn es um die Erstanschaffung eines PC geht. Dieses „unterstreichen“ sowohl das Landessozialgericht NRW sowie auch das Sozialgericht Detmold. Natürlich ist in der heutigen Zeit ein PC in nahezu jedem Haushalt vorhanden; allerdings scheint dieser Aspekt für das eine oder andere Gericht nicht von Belang zu sein. Ein echter „Rattenschwanz“ also für bedürftige Hartz-IV-Empfänger….

— Mittwoch, 26. Mai 2010 —

Immer auf die Kleinen…. [ Keine Kommentare ]

Das reale Leben kann hart sein. Sehr hart. Für die einen mehr, für die anderen eben weniger. Mit solchen Ungerechtigkeiten muss man halt leben lernen. Als Erwachsener ist es allerdings in der Regel leichter, mit derartigen Dingen umzugehen. Kinder haben es dahingegen nicht selten ein wenig schwerer, überhaupt nachvollziehen zu können, was denn da in der „Welt der Großen“ so alles vor sich geht…. Erst recht, wenn die Agenturen für Arbeit ihre „Finger im Spiel“ haben….

Unzumutbare Gegebenheiten…

So sicherlich auch die Kinder einer Familie in Gelsenkirchen. Deren Eltern hatten nämlich beim Bundessozialgericht auf „Mehrbedarf“ für ihren schwerbehinderten Sohn geklagt, weil die beantragten, zusätzlichen Leistungen von der Arge – aus welchen Gründen auch immer – nicht gewährt worden waren. Zuschläge zum ALG II seien für Kids, die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet hätten, nicht vorgesehen. Sogar mit der so genannten Härtefallregelung war in diesem Fall nichts zu machen.

All‘ jenen, die der Ansicht sind, Hartz-IV-Empfänger bekommen eh‘ zu viel Geld, sei gesagt, dass der Vater des betroffenen Jungen sehr wohl einer geregelten, beruflichen Tätigkeit nachgeht. Nur leider reichen die monatlichen Einkünfte vorn und hinten nicht aus, sodass die Familie auf „ergänzende Hartz-IV-Leistungen“ angewiesen ist. Ein Mehrbedarf für schwerbehinderte Leistungsempfänger beläuft sich in der Regel auf rund 17 Prozent, was im vorliegenden Fall etwa 35 Euro bedeutet hätte. Viel Geld für die Familie aus Gelsenkirchen…

Alles eine Frage der Definition

Andere hingegen dürften derartige „Summen“ wohl eher für „Peanuts“ halten. Nämlich unter anderem diejenigen, denen schon allein aufgrund bestehender Gesetzgebungen per se andere, „attraktivere“, staatliche Zuwendungen zustehen. So werden in den Medien aktuell immer wieder kritische Stimmen laut, dass Arbeitnehmer aus anderen europäischen Staaten bereits nach kurzzeitiger Beschäftigungsdauer in Deutschland Anspruch auf bestimmte, zusätzliche Sozialleistungen haben. Hat irgendjemand eine Erklärung dafür?

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Kommentare
  • Nihilus: "fünfwöchigen Haftzeit" ---> tja, da sollte man gleich ausziehen und die M&ou...
  • Busti: Das wäre ja noch schöner, wenn man seine Strafe abgesessen hat kommt man uas dem Knast und...
  • Torsten: Kohle für´s Sitzen im Bau, wäre ja noch schöner. Dann platzen die Gefän...