— Kategorie „Politik” —
— Samstag, 5. März 2011 —
Im Gegensatz zu so manchem Hartz-IV-Empfänger, die größtenteils gar nichts oder nur bedingt etwas zu unserem Sozialsystem beigetragen haben, gerieten Senioren hierzulande offenbar mehr und mehr ins Hintertreffen. Zumindest, wenn es um die Anhebung (staatlicher) finanzieller Leistungen geht. Denn immer wieder ist von Diskussionen in Sachen Hartz IV und Co. die Rede. Aber Rentenerhöhungen? Bis dato Fehlanzeige. Zumindest in den letzten zwei Jahren hofften ältere Damen und Herren hierzulande bekanntlich vergeblich darauf, endlich wieder ein paar Euro mehr im Portemonnaie zu haben.
Positive Meldungen machen Mut
Sicherlich: in den vergangenen Wochen und Monaten war immer wieder die Rede vom Aufschwung in Industrie und Wirtschaft. Aber in vielen Bereichen hatten vor allem diejenigen, die keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen, die Nase vorn. Ja, selbst Arbeitnehmer hatten in Sachen Lohn- und Gehaltserhöhung oft genug das Nachsehen. Und ebenso die Senioren.
Auch mehr Geld für Menschen im Ruhestand?
Mehr als zwanzig Millionen Rentner dürfen sich aber nun doch freuen: die Rentenbezüge werden schon bald ansteigen. Und zwar um sage und schreibe ein Prozent. So jedenfalls ist aktuell immer wieder in Medienberichten zu hören. Aber wenn man ehrlich ist: was ist ein Prozent? Herzlich wenig, in der Tat. Aber gehen die Senioren trotz dieser wahrlich nur sehr geringen Anhebung wutentbrannt und voller Pessimismus auf die Straße und protestieren, "was das Zeug hält", so wie das im Rahmen unterschiedlicher Hartz-IV-Debatten oft genug der Fall war? Nein. Im Gegenteil, wieder einmal finden sie sich mit den Gegebenheiten ab. Meistens jedenfalls. Dabei hätten sie sehr wohl das Recht, auf die Straße zu gehen, sich für ihre Rechte einzusetzen und ihrem Unmut offiziell Luft zu machen. Schließlich haben sie in der Regel über viele, viele Jahre hinweg eifrig in die Sozialkassen eingezahlt. Ganz im Gegensatz zu so manch' anderem Bürger, der hierzulande soziale Leistungen bezieht, ohne jemals etwas dafür "geleistet" zu haben.
— Samstag, 26. Februar 2011 —
Wir erinnern uns daran, als Thilo Sarrazin mit seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" im vergangenen Jahr medienwirksam viele in Deutschland lebende Hartz-IV-Empfänger ob ihrer Faulheit und Geldgier harsch kritisierte. Dass sein Buch gleich in der Anfangsphase sogar die Bestsellerlisten stürmte, darf in diesem Zusammenhang durchaus Erwähnung finden. Es ist – man höre und staune – sogar das meistverkaufte Hardcover-Sachbuch des Jahres 2010. Ob sich – wenn man einer der dort genannten Sarrazin-Thesen Glauben schenken mag – mangelnde Intelligenz jedoch tatsächlich zu Generation zu Generation weitervererbt, sei dahingestellt. Zum Thema Hartz IV und Co. hat der ehemalige Bundesbankchef allerdings noch sehr viel mehr zu sagen.
Thilo Sarrazin – eine Never-Ending-Story?
So wird zum Beispiel nur allzu deutlich, dass er für all' jene Menschen – diplomatisch ausgedrückt – keinen Funken Verständnis aufbringt, die aus unterschiedlichen Nationen allein mit der Absicht in unser Land kommen, um – ohne vorher hierzulande etwas geleistet zu haben – von dem Recht Gebrauch machen, staatliche Leistungen zu beziehen. Und das, so lange wie möglich. Überhaupt hat Herr Sarrazin in seinem Buch nur Häme für alle von selbstverschuldeter Arbeitslosigkeit Betroffene übrig. Und weil es ja in diesem unserem Lande bekanntlich Menschen gibt, die an fast allem etwas zu kritisieren haben, befasste man sich eingehender mit dem "Phänomen Sarrazin".
Nicht alles ist Gold, was glänzt… – man muss nur etwas an der Oberfläche kratzen
Im Zuge dessen fand man heraus, dass Thilo Sarrazin einen dreißigjährigen Sohn hat, welcher zwar eigentlich gelernter Bürokaufmann ist, aber derzeit – man höre und staune – Hartz-IV-Leistungen bezieht. Gegenwärtig fristet er als ein Ein-Euro-Jobber in der Garten- und Landschaftspflege ein Dasein. Und ist mit seinem Leben sogar durchaus zufrieden. Blöd nur, dass Richard Sarrazin offenbar tatsächlich nichts anderes zu tun hat, als im Boulevardmagazin "Bunte" über seinen "Big Daddy" und seine "ach-so-strenge" Mutter herzuziehen….
— Samstag, 19. Februar 2011 —
Da wartet man und wartet – aber nichts wirklich "Weltbewegendes" geschieht. Die Zeit verrinnt und keine Erhöhung des Hartz-IV-Satzes ist in Sicht. Trotz aller Versprechungen. Von den Anzugträgern und -trägerinnen wird wohl auch weiterhin bei jeder sich bietenden Gelegenheit medienwirksam betont, dass schon sehr bald mit Veränderungen zu rechnen sei. Aber offenbar ist das Wörtchen "bald" ein äußerst dehnbarer Begriff…. Wahlkampftaktik? Man weiß es nicht.
Endloses Gerede ohne Punkt und Komma. Und ohne Ergebnisse…
Eines ist aber gleich, wie bei allen Diskussionen, wenn es um sozial Schwächere geht: wieder einmal sind es die ärmsten Mitglieder unserer Gesellschaft, die das Nachsehen haben. Wieder einmal sind sie es, die darauf vertrauen müssen, dass sich endlich etwas tun möge in den ach so kompetenten Regierungsetagen. Also in der Riege derjenigen, die der Ansicht sind, in jeder Lebenslage den "vollen Durchblick" zu haben, aber dennoch – oder gerade deswegen (?) – einen Fehler nach dem anderen machen.
Der kleine Mann auf der Straße
Fakt ist einfach, dass die Damen und Herren Politiker nicht direkt am Geschehen sind. Es handelt sich dabei zwar zumeist um studierte (Fach-)Leute – ob mit oder ohne Doktortitel sei in diesem Zusammenhang mal dahingestellt. Aber sie wissen de facto nicht, was es heißt, am Rande der Gesellschaft angekommen zu sein. Sie "vegetieren" nicht auf niedrigstem Einkommensniveau vor sich hin und müssen Tag für Tag aufs Neue darauf vertrauen, dass es irgendwann einmal "besser wird". Sie werden nicht ausgegrenzt, sie müssen sich nicht immer und immer wieder übervorteilen lassen, wenn es um die Verteilung öffentlicher finanzieller Mittel geht. In diesem Zusammenhang läge es nahe, einmal all' jene staatliche Zuwendungen aufzuführen, die Bürger mit Migrationshintergrund – oft sogar zusätzlich zu Hartz-IV-Leistungen (!) – hierzulande erhalten. Aber einerseits würde dies hier zu weit führen. Andererseits soll zugleich auch der Unmut (der wirklich Bedürftigen) nicht noch weiter geschürt werden….
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