— Kategorie „Ihre Geschichte” —

— Donnerstag, 9. Februar 2012 —

Das schaffen Sie mit Ihren Kenntnissen sowieso nicht… [ Ein Kommentar ]

Ich bin gelernte Bürokauffrau und wohnte zum Zeitpunkt meiner Arbeitslosigkeit in Dormagen. Zu dieser Zeit war ich frisch aus der Ausbildung und konnte leider nicht übernommen werden. Nachdem ich mich mit einigen Gelegenheitsjobs durchgeschlagen hatte, musste ich mich doch arbeitslos melden. Die ARGE war dann der Meinung, dass ich eine Fortbildung machen sollte. Generell fand ich die Idee sogar sehr gut. Leider wurde mir eine Maßnahme vorgeschlagen, die ich überhaupt nicht brauchen kann. Nämlich ein Grundkurs am Computer, wo es um die Einführung in Word und Excel ging. Diese Programme habe ich während meiner Ausbildung schon ausgiebig genutzt und habe dies meiner Sachbearbeiterin auch mitgeteilt. Diese meinte allerdings, ich solle doch erst einmal mit dem Leiter der Maßnahme sprechen.

Meine Befürchtungen wurden Wirklichkeit. Der Kurs richtete sich tatsächlich an absolute PC-Anfänger. Während ich meinen eigenen PC tagtäglich für das Internet und diverse Dinge nutze, sollte mir in diesem Kurs beigebracht werden, wie man einen Computer einschaltet. Der Kursleiter schlug vor, ich könne ihm ja bei den anderen Teilnehmern helfen! So hatte ich mir meine Fortbildung wirklich nicht vorgestellt.

Ich sagte also meiner Sachbearbeiterin, dass diese Maßnahme für mich ungeeignet sei. Sie verwies mich an ihre Vorgesetzte, die nach langem Hin und Her meinte, dass sie auch noch einen Kurs zur Fremdsprachenkorrespondentin hätten. Aber da würde ich die Aufnahmeprüfung mit meiner befriedigenden Englischnote sowieso nicht schaffen. Erst nach langem Drängen durfte ich mich dort vorstellen. Ich wurde übrigens direkt angenommen!
Meine Prüfung zur Fremdsprachenkorrespondentin habe ich dann nach einem Jahr mit Auszeichnung bestanden. Dies beweist mal wieder, dass es der ARGE vollkommen egal ist, in welche Maßnahme man gesteckt wird.

— Dienstag, 31. Januar 2012 —

Psychoterror mit Rehabilitationsmaßnahmen [ Keine Kommentare ]

Mein Bruder Jürgen ist 47 Jahre alt und wohnt im Kreis Köln. Schon lange ist er arbeitslos und hat aufgrund seiner Erkrankung sogar einen Behindertenausweis über 50 Prozent. Trotzdem nervt ihn sein Sachbearbeiter regelmäßig mit neuen Rehamaßnamen.

Die Vorgeschicht von Jürgen

Jürgen leidet seit über zwanzig Jahren an Depressionen und Panikattacken. Diese wurden vermutlich durch seinen ehemaligen Arbeitsplatz als Betriebsschlosser in einem großen Chemiekonzern verursacht. Er musste ständig mit giftigen Substanzen arbeiten und dies meist in engen Kesseln oder direkt in den Maschinen. Die Enge und die Gefährlichkeit haben wohl zu seinen Problemen erheblich beigetragen. Er war in den vielen Jahren seiner Arbeitslosigkeit immer wieder in Rehakliniken. Die Besserung durch diese Maßnahmen war, wenn überhaupt, nur von kurzer Dauer. Wäre nicht Hartz IV irgendwann eingeführt worden, wäre er vermutlich ein Sozialhilfefall. Dies wäre für ihn allerdings weit besser, da er ja nicht arbeitsfähig ist.

Seltsame Rehamaßnahmen für die Statistik

Leider arbeiten die meisten Rehakliniken mit den Arbeitsämtern zusammen und teilen den Patienten schon direkt bei der Eingangsuntersuchung mit, dass sie nach Ablauf der sechs Wochen wieder arbeitsfähig sind. So geht das mit meinem Bruder also schon seit vielen Jahren. Widersetzt er sich einer Behandlung, werden die Leistungen direkt gestrichen. Die erheblichen Kosten, die diese Maßnahmen immer wieder verursachen, sind dem Jobcenter wohl egal. Die letzte Reha hat den Rententräger 27.000 Euro gekostet. Die Leistungen bestanden aus miesen Essen und unterbezahlten und überlasteten Therapeuten. Aber Hauptsache, der Arbeitslose wird mal wieder in die Pflicht genommen und verschwindet kurzfristig aus der Statistik. Mehr zählt einfach nicht. Die letzte Reha ist übrigens gerade mal 13 Monate her und es soll schon wieder eine neue Maßnahme beantragt werden. Ein absoluter Irrsinn.

— Dienstag, 24. Januar 2012 —

Kompetenz kann man hier lange suchen [ Keine Kommentare ]

Ich kann nur jedem Menschen wünschen, dass er niemals in die Situation gerät, einen Antrag für ALG 2 stellen zu müssen. Wer sich in diesen Teufelskreis begibt, der ist auf jeden Fall schlecht dran. Dabei ist aber nicht nur die finanzielle Situation gemeint. In der Regel wird man durch das für einen zuständige Jobcenter betreut, was allerdings nicht wirklich der Fall ist. Eigentlich ist man vollkommen auf sich gestellt und das wird einem dann bewusst, wenn man wirklich einmal im Jobcenter nach Hilfe fragt.

Es gibt auch Menschen in dieser Behörde

Auf dem Weg zurück in das Berufsleben gibt es eine Menge Formen der Förderung, die man in Anspruch nehmen kann. Doch wenn man sich im Jobcenter danach erkundigt, dann wissen die dort Bediensteten in der Regel recht wenig darüber. Hat man wirklich einmal Glück und gerät an einer Person, die sich doch auskennt, dann ist diese beim nächsten Besuch garantiert nicht mehr für einen zuständig. Genau das ist mir des Öfteren passiert.

Hurra, es gibt noch Licht am Horizont

Wenn man einen fähigen Betreuer im Jobcenter hat, dann dauert es gewiss nicht lange und dieser muss entweder seinen Stuhl räumen oder aber er wird in eine andere Abteilung versetzt. Der nächste Sachbearbeiter ist dann von der Sorte, die nicht das Wohl des Bedürftigen im Sinne hat, sondern nur das Wohl der Behörde. Allerdings gibt es auch manchmal an anderen Stellen gute Leute, die Beschwerden bearbeiten müssen und die Jobcenter beaufsichtigen. Gerät man an eine solche Person, dann kann man wirklich davon ausgehen, dass man Hilfe bekommt.

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