— Kategorie „Humor” —
— Freitag, 11. Dezember 2009 —
„Gott ist ein Spielkind“, behaupten einige. Und was ein Gott kann, kann wohl auch die Politik. Zumindest auf der eigenen Spielwiese: Mit Steuersenkungen und Hartz IV. Der „Volksfreund“ berichtet von der Planung der Regierung, die Steuern zu senken, was zur Folge hätte, dass die Länder mit weniger Geld auskommen müssten. Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz ist in Planung; es soll zum neuen Jahr in Kraft treten, worüber die Länderkammer am 18.12.2009 entscheidet.
Karten neu mischen und auf den Tisch packen
Nun hat die schwarz-gelbe Regierung natürlich Verständnis für die Ärgernisse der Länder, hat dann wohl einen Stapel Karten gezückt, ordentlich gemischt und einer durfte abheben. Ausgerechnet die Karte kam, zu der bestimmt wurde, der Bund könnte sich an Hartz IV Zahlungen beteiligen. Praktische Entscheidung: Schon seit Jahren prügelt man sich verbal über die Aufteilung der Miet- und Heizkosten für Arbeitslosengeld II Empfänger. Nun ist der Bundestag in seinen Entscheidungen ja recht wankelmütig: Vergangene Woche erst wurde entschieden, dass im Jahr 2010 der Bundeszuschuss an die Kommunen von 26 auf 23,6 Prozent p. a. gesenkt wird. Städte und Gemeinden kriegen dafür mehr.
Bundesbeteiligung seit Jahren rückläufig
Seit drei Jahren führt der Bund seine Beteiligungen zurück, obwohl die Aufwendungen steigen. Irgendwo stellt sich doch die Frage, ob wirklich nur Spielchen betrieben und Steuern und Gelder für Hartz IV hin und her geschoben werden oder ob da ein Sinn dahintersteckt. Wirkt ein wenig so, als halte man an alten Gesetzen fest: Hartz IV gibt es nun schon eine Weile. Zu dieser Zeit wurden Dinge beschlossen, die heute überarbeitungswürdig sind – was aber gänzlich ignoriert wird. Solange sich nicht grundsätzlich etwas ändert, werden die Spielchen mit Steuersenkungen und Hartz IV bestehen bleiben.
— Montag, 26. Oktober 2009 —
Jeder hat bekanntlich seine eigenen Ansichten zum Thema Hartz IV; mal mehr, mal weniger positiv. Wieder andere hingegen haben vielleicht auch gar keine Meinung dazu. Wie dem auch sei – im world wide web kann jeder die Möglichkeit nutzen, die eigene Meinung der “breiten” (im wahrsten Sinne des Wortes…?:-)) Öffentlichkeit preiszugeben.
Ein sehr angesagtes Instrument, Neues über Hartz IV zu erfahren, Kommentare, Berichte, eigene Beiträge zum Thema zu beleuchten – oder um einfach nur mal ein wenig Frust abzulassen, ist das so genannte Hartz-IV-Viewing. Auf dieser – nicht immer ganz ernst zu nehmenden – Plattform im Internet haben Hartz-IV-Leistungsempfänger und alle die, die es vielleicht werden wollen…, unterschiedlichste Möglichkeiten, die ALG-II-Welt aus einer völlig anderen Perspektive zu entdecken.
Zwar lässt das Niveau an mancher Stelle in der Tat stark zu wünschen übrig, aber lustig ist das Ganze in jedem Fall. Darüber hinaus hat jeder Seitenbesucher selbst die Gelegenheit, das “Outfit” dieses – sehr “speziellen” - Hartz-IV-Angebotes mit eigenen Beiträgen, Videos, Songs & Co. zu gestalten. Frei nach dem Motto: ”Provozieren erlaubt” sind der individuellen, kreativen Schaffenskraft keinerlei Grenzen gesetzt…!
Gedichte, Musik, Statements, Bilder, Witze, Downloads sowie auch (mehr oder weniger) seriöse Artikel können beim ersten Hartz-IV-TV der Welt “bewundert” werden. Neugierig geworden? Wer mehr darüber wissen möchte: unter http://schimaere.wordpress.com/2008/06/19/harz-iv-viewing/ geht’s los… Auf diese Weise wird Hartz IV irgendwie doch noch zu einer spaßigen Angelegenheit….
— Mittwoch, 16. September 2009 —
Mal etwas lustiges, ein Bild aus dem Internet, was ich, wie ich glaube, doch ein gewisses Stück Wahrheit spricht. Bin mal auf die Kommentare gespannt, da kann sicher der ein oder andere ein Lied oder eher eine Geschichte zu schreiben. Hier erst mal das Bild zum Antrag oder dem Formular auf Hartz IV und den Problemen beim Ausfüllen.

— Dienstag, 15. September 2009 —
Ich sage jetzt einmal nicht, welche Zeitung ich meine, aber ich meine eine sehr populäre Zeitung, also eine sehr, sehr populäre Zeitung. Ich meine also quasi eine meinungsbildende Zeitung, mit der man sich ein Bild davon machen kann, was so los ist in Deutschland und auf der ganzen Welt. Irgendwie ist diese Zeitung auch ein Bilderbuch, weil dort bisweilen so schöne Bilder veröffentlicht werden, bei denen Männern bisweilen das Herz vor Freude in der Hose hüpft. Sind sie bereits im Bilde oder bilde ich mir das nur ein?
Kampf der Sünde
Jene Zeitung wählte am 14. August für einen Artikel die Schlagzeile: „Wo leben die meisten Hartz-IV-Sünder?“ Sünder: Das klingt nach Pferdefuß und Schwefelgestank, nach Hexensabbat und Teufelsanbetern. So ist die Sache möglicherweise auch gemeint. Es geht also um Menschen, die das elfte Gebot gebrochen haben: „Du sollst dich nicht ungerechtfertigt in der sozialen Hängematte ausruhen“. Das ist schlimmer als Ehebruch. Und Diebstahl. Und Falschaussage. Und alles zusammen. Ja, Sünder sind das. Und die Inquisition wird sie richten. Oh ja. Jaaa. Jaaaaaaa! Ja, wo eigentlich? Wo leben die meisten Hartz IV – Sünder denn nun? Die für Bildung sorgende Zeitung sagt: Die meisten Hartz IV – Sünder leben in Bayern. Guck mal an! Ausgerechnet in Bayern also. Die Brandenburger bilden dagegen das Schlusslicht im Ranking des Grauens. Es gibt ein Problem bei dieser Sache, ein winzig kleines Problem, aber eine Problem: ohne Frage. Die für Bildung sorgende Zeitung nahm die Zahl der Leistungskürzungen bei Hartz IV-Empfängern als Basis fürs Ranking. Das Problem: Urteile von Sozialgerichten zeigen immer wieder, dass viele dieser Kürzungen gar nicht gerechtfertigt sind. Der Sünder ist vielleicht also gar kein Sünder, sondern eventuell doch ein als Sünder abgestempelter Heiliger? Na ja, soweit wollen wir nun auch nicht gehen. Dennoch: Vielleicht bilde ich es mir nur ein, Fakt scheint jedoch zu sein, dass sich jene Zeitung da doch etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt hat.
Absolution
Wir vergeben dieser Zeitung. Wo gehobelt wird, fallen Späne. Und da sich diese Zeitung immer wieder im Kampf gegen Sünder profiliert (hier etwa oder auch hier), um die Gesellschaft frei von Sünde zu halten, vergessen wir einfach diese kleine Unaufmerksamkeit, diese Sache mit den Sündern, die vielleicht gar keine sind. Kann schon mal passieren. Der Zweck heiligt die Mittel. Und kleinere Fehler. Und größere auch. Allerdings ist diese bildende Zeitung nicht so wirklich konsequent. Sie kann mitunter auch ganz anders: hier etwa und da. Ist schon eigenartig, die Sache mit dieser Zeitung.
— Donnerstag, 6. August 2009 —

Quelle: Karrikatur, NEL, aus TLZ
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