— Kategorie „Deutschlands Alltag” —

— Donnerstag, 8. April 2010 —

Motivation ist alles [ Keine Kommentare ]

Was schon zu Großmutters Zeiten gut war, kann wohl auch in unseren heutigen, ach so modernen Zeiten nicht schlecht sein. Wenn man beispielsweise daran denkt, dass Oma schon mal die eine oder andere Mark springen ließ, wenn das fleißige Enkelkind ein gutes Zeugnis mit nach Hause brachte, so hat diese motivierende Taktik noch bis ins Jahr 2010 hinein ihre Beliebtheit bewahren können. Ja, sogar bis in die Regierungsebenen hat sie sich "hochgearbeitet" – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Denn deutsche Politiker und Wirtschaftsexperten gleichermaßen ziehen tatsächlich in Erwägung, ein ähnliches "Belobigungssystem" einzuführen, wie es schon die Omi machte… – und beabsichtigen, für gute Noten in der Schule einen zusätzlichen, finanziellen Anreiz gewähren. Eine durchweg gelungene Idee. Bei einem Notendurchschnitt von (mindestens) 2,5 ist eine Belohnung durch Vater Staat in Höhe von sage und schreibe 100 Euro vorgesehen.

 

Hundekot und andere "Kostbarkeiten"

Nun, da man sich eh' gerade aktiv damit beschäftigt, die Motivation von Hartz-IV-Empfängern zu unterstützen bzw. zu fördern, sehen viele Bürger die aktuellen Pläne als höchst attraktiv und fair an. Vielleicht bleiben die jungen Leute dank dieser modernen "Taktik" dementsprechend in Zukunft davon verschont, Hundehaufen von Bürgersteigen zu entfernen oder Straßenbegrenzungspfähle mit der Zahnbürste zu reinigen….

 

Leider hat sich ja bekanntlich in der Vergangenheit immer wieder das "Wie-der-Vater-so-der-Sohn-Prinzip" durchgesetzt. Soll hei0ßen: wenn schon die Eltern dem Staat auf der Tasche liegen, ist es oft nur eine Frage der Zeit, bis sich auch ihre Nachkommen dazu verleiten lassen, einen ähnlichen Lebensstil anzunehmen.


Oma wußte sehr wohl, was gut war

 

Schlechte Schulnoten, ein fehlender oder schlechter Schulabschluss und dementsprechend vorprogrammierte, schlechte Berufschancen sind nicht selten die logische Konsequenz aus einem solchen "Vorleben". Frei nach dem Motto, nun das "Übel auch mal an der Wurzel zu packen", profitieren künftig also (endlich) auch mal junge Menschen von den Vorhaben der Herren Politiker.


Arbeit, Fleiß und sicherlich auch Großmutters Taktiken sind demnach offenbar doch noch zeitgemäß….

— Mittwoch, 31. März 2010 —

Die Würde des Menschen ist unantastbar…. Tatsächlich?! [ 2 Kommentare ]

Ist es denn nicht völlig ENTWÜRDIGEND für einen Menschen, Pfandflaschen sammeln zu müssen, um so das eigene Überleben bzw. das der Familie zu sichern? Und das, obwohl man tagsüber einer (geregelten) beruflichen Tätigkeit nachgeht?

 

In der Tat ist es mehr als tragisch, hierzulande immer wieder Menschen zu begegnen, denen es offensichtlich finanziell derartig schlecht geht, dass sie sich Tag für Tag dieser niederen Tätigkeit widmen müssen, um von dem Geld dringend Lebensmittel zu kaufen. Und das, obwohl sie in einem festen Arbeitsverhältnis stehen…! Aktuelle Umfragen haben ergeben, dass mehr als drei Viertel aller deutschen Bürger der Meinung sind, dass die Verhältnisse in unserem Land mehr als ungerecht sind.

 

Die einen so, die anderen so…

Selbst beim täglichen Gang zur "Tafel" fallen die hierzulande herrschenden Ungerechtigkeiten meist sofort auf. Denn immer wieder wird dort beobachtet, wie sich in den besagten "Lebensmittel-Stationen", die bekanntlich die nicht verkauften Waren aus Bäckereien, Supermärkten et cetera erhalten, um diese an die Bedürftigen abzugeben, die "Spreu vom Weizen trennt". Auf der einen Seite "tummeln" sich dort verschämt die wirklich Bedürftigen, die auf ihre Lebensmittelspende angewiesen sind, eben weil es das Schicksal nicht gut mit ihnen gemeint hat. Andererseits finden sich dort auch diejenigen ein, die sich regelmäßig über die eine oder andere "braune Stelle" am Apfel beschweren oder denen die Banane vom Vortag vielleicht nicht ganz so gut geschmeckt hat. Danach rasen sie mit ihrem 3er-BMW davon….

 

Von Ungerechtigkeit hierzulande ist allerdings auch deshalb die Rede, weil Arbeitnehmern bzw. Vollzeitarbeitskräften, die trotz ihrer acht- bis zehnstündigen Arbeitszeit lediglich Mini-Löhne beziehen, das mühsam erarbeitete Geld anderweitig wieder aus der Tasche gezogen wird.

 

Morgens, halb zehn in Deutschland…

 

In den Medien wird immer wieder darüber berichtet, welchen Ungerechtigkeiten vor allem die hart arbeitende Bevölkerung ausgesetzt ist. Aber auch beim Discounter an der Kasse wird diese Problematik nicht selten zum Thema bei den Kunden. Aber all' jene, die nicht arbeiten gehen (wollen), treffen sich beim Metzger, beim Autohändler oder im Reisebüro… und sinnieren darüber nach, wie schön und einfach das Leben doch ist und wie dumm die arbeitende Bevölkerung doch ist….

 

Klar, uns' Guido und seine feinen Kollegen sehen sich ständig kritischen Äußerungen ausgesetzt, aber Fakt ist doch – und da haben die Herren Regierungsbeamten tatsächlich auch mal Recht – dass sich Arbeit endlich wieder lohnen muss! Es kann nicht sein, dass Arbeitnehmern weniger Geld zur Verfügung steht, als "engagierten" Hartz-IV-Empfängern. Wie lange muss man sich derartig menschenunwürdigen Gegebenheiten noch ausgesetzt sehen?


— Donnerstag, 28. Januar 2010 —

Ist das möglich? Leckeres und Gesundes für unter fünf Euro? [ Keine Kommentare ]

Irren ist menschlich…

Wer glaubt, gesunde Lebensmittel müssten immer teuer sein, irrt. Wer sich (ein bisschen) Zeit nimmt, wird beim "Lebensmittel-Shopping" sogar feststellen, dass es durchaus auch Spaß machen kann, hochwertige, frische und vor allem nahrhafte Dinge einzukaufen. Vorbei sind die Zeiten von Dosenfutter, Tütensuppen & Co. Nun wird gesund gelebt, sodass selbst der anspruchsvolle ALG-II-Empfänger satt wird.

In (fast) jeder Stadt, ja, selbst auf dem Dorf findet zumindest einmal wöchentlich ein Wochenmarkt statt. Dort gibt es so gut wie alles, was das Herz einer fürsorglichen Köchin begehrt. Auch Hartz-IV-Empfänger dürfen sich freuen, denn oftmals bietet sich einem bei der Suche nach Gesundem und Leckerem das eine oder andere köstliche "Schnäppchen". Nicht nur, dass man sogar noch sparen kann, wenn man auch mal auf Vorrat kauft, sondern obendrein bietet der Wochenmarkt auch noch jede Menge Spielraum für "Verhandlungsgespräche". Wem macht es nicht auch Spaß, allein durch ein nettes Gespräch mit der Marktfrau zwei, drei zusätzliche Eurosim Portemonnaie zu behalten?

Für all' jene, die ein gutes Stück Fleisch bevorzugen, ein weiterer Rezeptvorschlag für vier Personen; natürlich ebenfalls inklusive Vorspeise und Dessert: 

Vorspeise

4 Brötchen                                                                  - Preis: 1,00 €

250 g Hackfleisch                                                     - Preis: 0,75 €

1 Zwiebel                                                                    - Preis: 0,18 €

1 Ei                                                                               - Preis: 0,15 €

Käse zum Überbacken                                            - Preis: 0,10 €

Öl, Gewürze                                                                - Preis: 0,05 €   

Hauptgericht

1 kg deftige Hähnchengrill-Pfanne                       - Preis: 1,99 €

1 kg frische Kartoffeln                                              - Preis: 0,33 €

Nachspeise

1 Pfund Quark                                                            - Preis: 0,29 €

Etwas Milch, Zucker, Honig                                     - Preis: 0,15 €

Gesamtbetrag:                                                                4,99 € (!!!!)

 

Übrigens: auch die Zubereitungsdauer überzeugt den "engagierten Hartz-IV-ler": gerade einmal zehn Minuten! Die Hähnchengrillpfanne kann währenddessen in aller Ruhe 30 bis 45 Minuten im Ofen schmoren. Bei ca. 180° C und ohne Vorheizen spart man auch noch Strom…!

 

— Dienstag, 22. Dezember 2009 —

Ein Hartz-IV-Rückblick aus der Sicht betroffener Arbeitsloser [ Keine Kommentare ]

Wenn man einmal zurückblickt und in die oft frustrierten Gesichter von Hartz-IV-Empfängern schaut, so stellt sich die Frage, ob sich seit Beginn des Jahres 2009 bzw. auch seit 2005, dem Jahr, als die ALG-Reformen "ins Leben gerufen wurden", etwas zum Positiven verändert habe. Und geht man dann noch einen Schritt weiter und befragt den "Mann auf der Straße", so wird nur allzu deutlich, dass sich eigentlich rein gar nichts verbessert hat. Ganz im Gegenteil. Vor allem dieses Gefühl der Angst ist bei den meisten Menschen noch immer gleich stark vorhanden. Dabei ist in diesem Zusammenhang keineswegs von der Angst vor der Zukunft die Rede (wenngleich auch diese sehr wohl spürbar ist!), sondern zunächst einmal geht's nur um die Angst vor dem nächsten Zahltag. 

Wird das Geld dieses Mal pünktlich auf dem Konto sein? Darf damit gerechnet werden, genügend zu Essen für die gesamte Familie kaufen zu können? Oder trat stattdessen vielleicht mal wieder eine Änderung eines x-beliebigen Paragraphen in Kraft, von der man als Hartz-IV-Empfänger (natürlich) erst zuletzt erfährt – nämlich beim persönlichen Gespräch in der ARGE. Denn immer wieder ist von scheinbar willkürlichen Vorfällen in diversen Arbeitsagenturen und Jobcentern die Rede, in denen es Hartz-IV-Empfängern nur schwerlich möglich ist, die ihnen gesetzlich zustehenden Leistungen überhaupt zu erhalten. Ein Fall ereignete sich zum Beispiel vor gar nicht allzu langer Zeit in der Arbeitsagentur Herne: aufgebrachte Menschen forderten ihre Gelder ein, die ihnen schlicht und einfach erst mal verwehrt wurden. Die Zahl der protestierenden und randalierenden ALG-II-Empfänger vergrößerte sich; der Radau schwächte erst ab, als – nach langem Hin und Her – jeder endlich seine Leistungen in der Tasche hatte…. Werden sich solche Vorfälle auch im nächsten Jahr wieder ereignen? Wie wird es weitergehen? Was kann man tun? Wohlgemeinte Worte wie "Nur keine Panik" et cetera erscheinen da wohl eher ironisch. Und niemandem ist damit so richtig weitergeholfen….   

Jedenfalls sind der Unmut und die Unsicherheit bei den Bürgern in punkto Hartz IV in diesem Jahr nahezu unverändert geblieben. Nun, da gerade von der Meinung der Deutschen hinsichtlich Hartz IV & Co. die Rede ist, dürfen freilich auch die positiven Ansichten von "Otto Normalverbraucher" und "Lieschen Müller" nicht unerwähnt bleiben. Nehme man beispielsweise einmal die Anhebung des Schonvermögens. Diese fand sehr positiven Anklang bei den Menschen. In der Tat schon mal ein richtiger Schritt in eine gute Richtung. Auch Arbeitsmarktexperten äußern sich größtenteils positiv. So sei es zwar verhältnismäßig schwierig, rasch von der Hartz-IV-Schiene wegzukommen, jedoch gelänge es immerhin mehr als der Hälfte aller Betroffenen, nach einem erfolgreich bewältigten "Ausstieg" wieder einen neuen, akzeptablen Job zu bekommen. Naja – immerhin….    

— Donnerstag, 17. Dezember 2009 —

Wie weit ist es hierzulande bereits gekommen? [ Keine Kommentare ]

Es soll ja Menschen geben, die treibt ihre finanzielle Situation gar so weit, dass sie nicht einmal in der Lage sind, dauerhaft in einer menschenwürdigen, dem gesellschaftlichen Standard zumindest ansatzweise entsprechenden Behausung (sprich: Wohnung, Zimmer oder Haus) unterzukommen. Da muss nicht selten auch mal ein Bauwagen als Schlafstätte bzw. Unterkunft herhalten. Und dass so etwas offenbar auch hierzulande gängiger Alltag ist, stellt aktuell ein Fall aus dem Raum Darmstadt auf eindrucksvolle Weise unter Beweis.

Zum Beispiel ging es in diesem Zusammenhang darum, dass sich der Bewohner des betreffenden Bauwagens, ein 43jähriger Hartz-IV-Empfänger, beim Landessozialgericht in Hessen darüber beschwerte, dass die für ihn zuständige Bundesagentur für Arbeit ihm die Möglichkeit verwehren wollte, Strom zu beziehen! Man muss dazu folgendes wissen: um überhaupt in den "Genuss" zu kommen, von der allgemeinen Stromversorgung profitieren zu können, war für den Betroffenen die Installation einer Solaranlage vonnöten. Einen entsprechenden Kreditantrag für den Erwerb einer derartigen solaren Anlage wurde vom Leistungsbezieher zwar gestellt, jedoch bereits wenig später durch die Sachbearbeiter des Jobcenters – man höre und staune – abgelehnt. Als Gründe hierfür wurden durch die Verantwortlichen die angeblich zu hohen Kosten genannt.

Man stelle sich nur mal die Lebensumstände dieses Menschen vor: ein Bauwagen ist üblicherweise nicht größer, als acht bis zehn Quadratmeter. Bequemlichkeit, Komfort und Luxus selbstverständlich ausgeschlossen. Lediglich ein kleiner Ofen soll für ein wenig Wärme sorgen. Der Einsatz eines Stromgenerators ist nach Angaben des Bewohners  nicht gestattet, sodass die Möglichkeiten einer angemessenen Versorgung mit Strom bereits im Vorfeld arg eingeschränkt sind.

Zum Glück für den Bewohner des Bauwagens sah das Gericht den Sachverhalt doch ein klein wenig anders. So lag nach Auffassung der Richter infolge der Verweigerung des Stromanschlusses durch die Arbeitsagentur sogar eine gravierende Verletzung der individuellen Menschenwürde vor. Ein Umstand also, der so in keiner Weise akzeptabel sei. Wie weit ist es mit unserem Staat schon gekommen, dass man sogar um die notdürftigsten Dinge mit derartig harten Bandagen kämpfen muss? Frei nach dem Motto: "Mit großen Schritten zurück in die Steinzeit….?"    

http://www.nealine.de/news/Soziales/hartz-iv-empfaenger-hat-anspruch-auf-neue-solaranlage-1937829615.html

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  • Nihilus: "fünfwöchigen Haftzeit" ---> tja, da sollte man gleich ausziehen und die M&ou...
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