— Kategorie „Deutschlands Alltag” —
— Donnerstag, 30. Dezember 2010 —
Neues Jahr, neues Glück? Wer weiß…? Sind die einen Hartz-IV-Empfänger der Ansicht, dass das neue Jahr nur besser werden kann, hegen die anderen dahingegen ihre Zweifel. Denn das Leben als Bezieher derartig geringer, sozialer Leistungen ist in der Tat kein Zuckerschlecken. Ganz im Gegenteil. Und wie sollte es angesichts all' der zahlreichen negativen Erfahrungen, die so manch' Einer in der Vergangenheit diesbezüglich machen musste bitteschön gelingen, mit einer positiven Grundeinstellung dem Jahreswechsel entgegenzublicken?
Zielstrebig ins Neue Jahr 2011 "hineinrutschen"
Sofern möglich macht es natürlich in jedem Fall Sinn, die Suche nach einer neuen, beruflichen Tätigkeit zu intensivieren und im Zuge dessen freilich auch die Zahl der Bewerbungsschreiben zu erhöhen. Das neue Jahr sollte als ein neuer Anfang betrachtet werden, vielleicht sogar als der Beginn eines neuen, vielversprechenderen Lebensabschnitts. Und weil Flexibilität und Zielstrebigkeit in der heutigen Welt des "Big Business" bekanntlich eine immer größere Rolle spielen, bietet es sich an, endlich neue Ziele zu setzen und demgemäß vielleicht sogar die Durchführung einer beruflichen Weiterbildung in Erwägung zu ziehen. Auf diese Weise wird die Suche nach dem neuen Job sicherlich von mehr Motivation geprägt sein.
Ein bisschen mehr Eigeninitiative zeigen…
Aber auch diejenigen, die in 2011 weiterhin auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sein werden, weil es ihre individuelle Situation nicht anders ermöglicht, sollten jetzt unbedingt noch aktiv werden. Denn zu verschenken hat sicherlich niemand etwas. Am allerwenigsten sicherlich der Staat. Grund genug also, um noch bis zum 31. Dezember 2010 alle Bescheide der Arbeitsagentur – auf vier Jahre rückwirkend, also bis zum 1. Januar 2006 – auf eventuelle Fehler zu überprüfen. Tipp: diese Frist soll übrigens schon bald auf nurmehr ein Jahr gekürzt werden. Denn Fakt ist, dass nur wenigen Leistungsempfängern bewusst ist, wenn ihnen möglicherweise zu wenig Geld bewilligt oder zu viel abgezogen wurde. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist eben besser!
— Sonntag, 26. Dezember 2010 —
Was muss es für ein Gefühl sein, in diesem Jahr Weihnachten zu feiern? Auf Hartz-IV-Niveau, so ganz ohne finanziellen Rückhalt? Wie schwer muss es für die Betroffenen schon vor Wochen gewesen sein, zu spüren, dass die Zeit der angeblichen Fröhlichkeit und Besinnlichkeit immer näher rückt? Und dabei schon im Vorfeld ganz genau zu wissen, dass man Freunden und Angehörigen in diesem Jahr wohl kaum etwas Schönes schenken können wird. Weil es die finanzielle Situation schlicht und einfach nicht zulässt. Ein Gefühl, das einem nicht nur gehörig die vorweihnachtliche Stimmung verderben kann, sondern darüber hinaus zugleich ein Aspekt, der einen unmerklich, aber dennoch "still und leise" mehr und mehr aufs gesellschaftliche Abstellgleis manövriert. Oh, du traurige Weihnachtszeit. Für viele Menschen aber die nackte Realität.
"Morgen, Kinder, wird's was geben" – hoffentlich!
Es heißt, die Zahl der Obdachlosen sei in diesem Jahr stark angestiegen. Vor allem junge Menschen sind von dieser Misere betroffen. Wie mag sich Weihnachten für all' diese Menschen anfühlen? Unter einer Brücke oder bestenfalls in einer kleinen Absteige eines Wohlfahrtsverbandes die Zeit zu verbringen, während man nicht weiß, wie der nächste Tag werden wird, ist wohl kaum das, was man sich im Allgemeinen unter einer fröhlichen Weihnacht vorstellt. Egal, ob man als Hartz-IV-Empfänger ein Dasein fristet oder ob man vielleicht sogar obdachlos ist: das Schlimme daran ist für viele Betroffene vor allem die Tatsache, dass es nur sehr wenige Menschen gibt, die sich Gedanken über diejenigen machen, die in solcher Armut leben müssen.
Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht…?
Ein armseliger Gedanke! Wenn man sich aber einmal umschaut, so hat das Weihnachtsfest für viele nur noch sehr wenig mit dem ursprünglichen Weihnachtszauber zu tun, den viele vielleicht noch aus Kindertagen kennen. Worin aber liegt der Sinn dieses angeblichen Festes der Liebe? Die Hauptsache ist oftmals, die Geschenke sind groß genug. Und genau da beginnt wiederum das Leid für die Armen und Bedürftigen. Alle Jahre wieder….
— Samstag, 25. Dezember 2010 —
Dieser Winter hat es in der Tat in sich. Und das Schlimme ist: es ist noch lange kein Ende in Sicht. Immer wieder sind in den Medien erschreckende Meldungen zur Situation auf den Straßen und Autobahnen zu hören und zu lesen. Zahlreiche Unfälle mit Toten und Verletzten tragen ihr Übriges dazu bei, dass sich so Mancher ein rasches Ende dieser buchstäblich eiskalten Jahreszeit herbeisehnt. Aber nicht nur die Autofahrer sind es, die jetzt die Zähne zusammenbeißen und sich in Geduld üben müssen. Auch die Reisenden an den Flughäfen und Bahnhöfen haben unter anderem auch damit zu kämpfen, dass sie nicht einmal wissen, ob sie das "Fest der Liebe" tatsächlich im Kreise ihrer Lieben verbringen können – oder in irgendeinem Hotelzimmer….
Eiseskälte – und kein Ende in Sicht
Und dann sind da auch noch die bedürftigen Hartz-IV-Empfänger, die bedingt durch die Eiseskälte oftmals nicht einmal mehr wissen, wie es weitergehen soll. Defekte Heizungen in minderwertigen Unterkünften sind da die eine Sache, die nahezu kontinuierlich steigenden Kosten für Öl und Gas eine andere. In diesen Zeiten, während viele Menschen ihre Verwandten im Ausland besuchen…. und im Zuge dessen die beschauliche, glitzernde Atmosphäre genießen, denkt nur selten jemand auch an die Obdachlosen. Statistiken zufolge sind aber gerade in diesem Jahr die Zahlen der besonders jungen Menschen ohne festes Dach über dem Kopf stark angestiegen.
Unter freiem Himmel…
Immer mehr Menschen unter 25 Jahren suchen Schutz und Hilfe in den Wohlfahrtsverbänden, weil vor allem sie es sind, die aus dem recht löchrigen, sozialen Netz herausfallen. Eine schlechte Schul- oder Berufsbildung ist Expertenmeinungen zufolge die Hauptursache dafür, dass sie auf Dauer die Kosten für Miete und Lebenshaltung nicht mehr aus eigener Kraft tragen können. Eine Unterstützung durch Arbeitslosengeld II greift hier in den meisten Fällen nur noch bedingt. Klar dürfte also in jedem Fall sein, dass Handlungsbedarf gefragt ist. Je schneller, desto besser!
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