— Kategorie „Deutschlands Alltag” —

— Samstag, 10. Juli 2010 —

…endlich selbstständig werden – trotz Hartz IV [ Ein Kommentar ]

Was haben Hartz IV und "Selbständigkeit" gemeinsam? Auf den ersten Blick scheinbar nur sehr wenig, denn wie bitteschön sollen Hartz-IV-Empfänger dauerhaft ein weitestgehend eigenständiges bzw. "selbständiges" Leben führen können? Das dürfte angesichts der "erschwerten Bedingungen", unter denen sie zum Teil leben müssen, wohl nur schwerlich möglich sein. Aber dennoch: es geht! Immer mehr (Langzeit-)Arbeitslose nutzen ihre vermeintlich ausweglose Situation, um sich zu "befreien" aus der oftmals mehr als beklemmenden "Hartz-IV-Zwangsjacke". Möglich ist das unter anderem durch die Inanspruchnahme spezieller, öffentlicher Unterstützungsprogramme. Nur wenigen deutschen Bürgern ist ein derartiges Angebot allerdings bisher bekannt.

Fragen kostet nichts: jetzt heißt es, den "inneren Schweinehund" zu überwinden!

Im Rahmen eines ausführlichen Beratungsgespräches mit einem der Mitarbeiter der Bundesagenturen für Arbeit kann man durchaus einige relevante Informationen zum Thema erhalten. Freilich: der erste Schritt ist dabei immer der schwerste….

Chancen für jedermann!

Übrigens ist es nicht nur den Beziehern von Hartz-IV-Leistungen möglich, den "Schritt in die Selbständigkeit" zu wagen, sondern umgekehrt haben auch Selbständige und Freiberufler die Chance, unterstützende Hartz-IV-Leistungen in Anspruch nehmen zu dürfen.

Fakt ist doch, dass der Arbeitsmarkt gerade für Langzeitarbeitslose in der Regel nur sehr wenige Chancen zu bieten hat. Vor allem im Niedriglohnsektor bewegen sich die vielversprechenden Möglichkeiten auf einem geradezu minimalen Level. Was also spricht dagegen, etwas Neues zu probieren und im Zuge dessen neuen (Lebens-)Mut zu fassen? Denn Selbständige, die sich dem Wandel der Zeit anzupassen vermögen, haben es in jedem Fall leichter, als so mancher Hartz-IV-Empfänger, der sich aus Bequemlichkeit dafür entscheidet, weiterhin resignierend auf dem Sofa zu sitzen und sich Tag für Tag die Negativschlagzeilen zur allgemeinen Wirtschaftslage im TV anzuschauen….

Mut ist, wenn man's macht!

— Dienstag, 29. Juni 2010 —

Hartz IV – Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel [ Keine Kommentare ]

Seit mehr als fünf Jahren sind die Hartz IV Gesetze in Kraft und haben seit ihrer Verabschiedung für viel Zündstoff gesorgt. Zuletzt hat das Bundesverfassungsgericht bestätigt, dass die Bezüge für viele Betroffene zum Leben nicht reichen. Es mangelt oft an grundlegenden Dingen, wie Möbel, Strom, Heizung, Gas und Wasser.

Verantwortung für andere wird nicht honoriert

Besonders schlimm ist die Lage für Alleinerziehende und Menschen, die außerdem noch jemanden pflegen. Diese können die finanzielle Belastung nicht so ohne Weiteres tragen. Allein das Busticket für das Kind kann den finanziell verfügbaren Rahmen sprengen. Verschuldung und private Insolvenz sind nicht selten die Folge. So wundert es nicht, dass an verschiedenen Sozialgerichten dieses Landes erbitterte Kämpfe um das Allernotwendigste ausgefochten werden.

Vom Amt im Stich gelassen

Schon bei der Antragsstellung erleben nicht Wenige die ersten Hürden. So gehen teils Wochen und Monate ins Land, ehe der Antragsteller die Bezüge bekommt. Der Rechtfertigungsdruck ist enorm. Es hängt sehr stark von der Person des Sachbearbeiters ab, ob es zu gerechten Bescheiden kommt und Maßnahmen sinnvoll eingesetzt werden. Wenn man Pech hat, gerät man an einen Sachbearbeiter, dessen Willkür man nahezu schutzlos ausgeliefert ist.

Quelle: http://www.3sat.de
 

— Sonntag, 27. Juni 2010 —

Immer wieder Probleme – diesmal mit den Krankenkassen [ Keine Kommentare ]

Reformen hier, "Verbesserungen" dort – das leidige Thema mit den gesetzlichen Krankenkassen scheint wahrlich kein Ende zu nehmen. Und auch jetzt wieder bahnt sich offenbar großer Ärger an. Womöglich sind es auch dieses Mal wieder die leidgeprüften Hartz-IV-Empfänger, die sich benachteiligt fühlen. Oftmals sogar zu Recht: die Rede ist von den geplanten Krankenkassen-Zusatzbeiträgen, die den Versicherten über kurz oder lang aller Wahrscheinlichkeit nach von jeder gesetzlichen Krankenversicherung in Rechnung gestellt werden.

Armut wird zu einer noch stärkeren Belastung

Ein Umstand, den man nicht länger ohne Weiteres in Kauf nehmen darf. Das Problem: die Bundesagenturen für Arbeit sind rein rechtlich (noch) nicht dazu verpflichtet, die diesbezüglich zusätzlich anfallenden Kosten für Empfänger von Sozialleistungen zu übernehmen…. Wird infolge dessen erneut mit einer "Klageflut" zu rechnen sein? Was für die eine "Peanuts", sind für die anderen schier unüberwindbare, finanzielle Hindernisse. Die Bundesagentur teilte unlängst mit, dass sage und schreibe 400.000 Personen von den geplanten Neuerungen betroffen sein werden. Tendenz steigend.

In der Tat äußerst beunruhigende Aussichten

Wirtschaftsexperten befürchten, dass sich in diesem Zusammenhang an den Gerichten in den kommenden Wochen und Monaten in der Tat so einiges tun wird. Verständlich, denn wer bereits einmal versucht hat, einem "nackten Mann in die Tasche zu fassen", wird wissen, dass dort nichts, aber auch gar nichts zu holen sein wird. Denn wie bitteschön sollen bedürftige Hartz-IV-Empfänger von den geringfügigen Mitteln, die sie Monat für Monat gerade mal erhalten, in der Lage sein, noch mehr Geld für die eigene Gesundheit abzuzweigen? Werden hierzulande bald US-amerikanische Verhältnisse herrschen? Beängstigende Aussichten in jedem Fall.  

— Samstag, 26. Juni 2010 —

Unfaires Bildungssystem [ Keine Kommentare ]

Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Dieser "Grundsatz" mag für den einen oder anderen sicherlich "abgedroschen" erscheinen, aber dennoch scheint er sich bereits seit der Antike bis ins heutige Zeitalter hartnäckig zu halten. Und wohl auch noch in Zukunft wird sich das Fünkchen Wahrheit, das sich dahinter verbirgt, durchsetzen. Traurig aber wahr. Ähnlich verhält es sich aber auch im Hinblick auf den Bildungsaspekt hierzulande. So ist es nach Ansicht vieler Menschen nahezu offensichtlich, dass Kinder aus wohlhabenderen Familien in punkto Förderung sehr wohl weitaus bessere Chancen haben, als junge Menschen, die zum Beispiel aus Hartz-IV-Familien stammen. Die geplante gesetzliche Neuregelung untermauert eine solche Vermutung in jedem Fall, denn der Bundestag will künftig unter anderem auch die Erhöhung des Bafögs durchsetzen.

 

Immer auf die "Kleinen"…?

Das bedeutet, dass Schüler und Studenten eine deutlich bessere Förderung erhalten sollen – und auch die grundlegende Etablierung eines nationalen Stipendium-Prozederes wurde in diesem Zusammenhang in Aussicht gestellt. So weit, so gut. Blöd nur, das bei der allseits schwierigen Finanzsituation vor allem begabte, junge Leute, die ja  – Statistiken zufolge – in erster Linie aus wohlhabenderen Familien stammen, in besonderer Weise gefördert werden. Eines ist doch eh' so gut wie sicher: studieren würden diese Kids eines Tages sowieso. Die Kinder aus Hartz-IV-Familien gucken dahingegen wieder mal in die Röhre. Schlimmer noch: sie dürfen sich in Zukunft sicherlich auf weitere, einschneidende Maßnahmen gefasst machen. Denn die Kreativität der Herren Politiker ist diesbezüglich bekanntlich grenzenlos….

Das Mittelalter lässt grüßen

Ein Schelm, der Böses dabei denkt, aber angesichts der anstehenden Neuerungen drängt sich doch so manchem Bürger die Befürchtung auf, dass auch hier die Antike bzw. das Mittelalter erneut Einzug hält. Schon damals wurde seitens der "Oberschicht" vehement versucht, die Armen "klein und dumm" zu halten. Besonders gut gelang dies bekanntlich durch immer neue, finanzielle Belastungen (Steuern & Co.). Dies machte das Ziel, eine bestimmte, schulische Bildung zu erlangen, allein aus Kostengründen für die "Unterschicht" von Grund auf schier unerreichbar.  

— Freitag, 18. Juni 2010 —

Urlaub – einmal anders [ Keine Kommentare ]

Mal angenommen, ein Sachbearbeiter der Bundesagentur für Arbeit wäre dazu gezwungen, aus finanziellen Gründen dauerhaft ein Dasein in einem Wohnmobil zu "fristen" – wie bitteschön würde er sich wohl dabei fühlen? Ein Gedankengang, der auf den ersten Blick in der Tat äußerst abwegig erscheint. Schlimm genug allerdings, dass es hierzulande sehr wohl eine Vielzahl bedürftiger Menschen gibt, die aus finanziellen Gründen ganz einfach keine andere Chance haben, als in einer solchen "Camping-Behausung" zu leben. Tragisch – aber leider keineswegs unüblich.

Die finanzielle Unterstützung vom Staat ist so gut wie sicher

Wie nun aktuell das Bundessozialgericht in Kassel entschied, ist es Hartz-IV-Empfängern durchaus möglich, eine "Aufwandsentschädigung" für die Betriebskosten ihres Wohnwagens in Anspruch zu nehmen. Natürlich nur dann, wenn das betreffende Gefährt auch tatsächlich und nachweislich als "Wohnsitz" genutzt wird. Mancher Sachbearbeiter mag in Anbetracht dessen möglicherweise die Ansicht vertreten, dass eine solche Verfahrensweise durchaus legitim und ganz und gar nicht ungewöhnlich ist. Die Steuern und Versicherungen, die das Wohnmobil Monat für Monat verschlingt, sind schließlich kein "Pappenstiel". Ein Schelm, der Böses dabei denkt…. Wenn man jedoch berücksichtigt, dass die finanziellen Aufwendungen für Benzin, Pflege und Wartung dahingegen nicht vom Amt erstattet werden, kommt so mancher sicherlich ins Grübeln. Denn die Begründung der Karlsruher Richter lautet tatsächlich so, dass letztere Kosten in keiner Weise mit der benannten Funktion als Unterkunft in Verbindung stehen.

Ein menschenwürdiges Leben…?! Wohl kaum.

Wie dem auch sei: Geklagt hatte ein 55jähriger Mann aus dem Großraum Kaiserslautern, der im Jahre 2005 arbeitslos geworden war. Weil er vom Hartz-IV-Regelsatz, der bekanntlich gerade mal 345 Euro beträgt, den bisherigen Lebensunterhalt nicht mehr finanzieren konnte, entschloss er sich aus der Not heraus, in ein über 20jähriges Wohnmobil umzusiedeln. So weit, so schlecht. Denn anfänglich war es für ihn sogar nur unter größten Anstrengungen möglich, zumindest eine kleine, finanzielle Unterstützung für die dringend erforderliche Propangasheizung von der Bundesagentur für Arbeit bewilligt zu bekommen. Eisige Zeiten für Hartz-IV-Empfänger….

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Kommentare
  • Nihilus: "fünfwöchigen Haftzeit" ---> tja, da sollte man gleich ausziehen und die M&ou...
  • Busti: Das wäre ja noch schöner, wenn man seine Strafe abgesessen hat kommt man uas dem Knast und...
  • Torsten: Kohle für´s Sitzen im Bau, wäre ja noch schöner. Dann platzen die Gefän...