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— Dienstag, 4. August 2009 —

Wieviel Geduld ist Tugend und ab wann dumm? [ Keine Kommentare ]

Am 10. Juli 2009 (ein Freitag) kam mein Sohn nach fünf Jahren Selbständigkeit als Tischler aus Spanien zurück nach Deutschland, zurück zu Mama. Die Wirtschaftskrise, die in Spanien besonders heftig zu spüren war, hatte ihn voll erwischt. Die Ersparnisse hatte er in Spanien aufgebraucht.

Gleich am 13. Juli 2009 (ein Montag) ging er hier in Bremen zur BAGIS (anderswo nennt es sich ARGE, Bremen ist in allem eine Extrawurst!) um einen Antrag auf Hartz IV zu stellen. Dort wurde ihm gesagt, dass er am 28. Juli wieder kommen soll um dann den ausgefüllten Antrag abzugeben. Schon das ist eine Frechheit. Wovon sollte er bis dahin leben? Gut, dass es Mama gab. Die hat zwar auch nur ein monatliches Einkommen von 920 Euro, wovon 420 Euro an Miete abgehen, aber vom Rest mussten nun zwei Personen leben.

Der 28. Juli war da. Hoffnungsfroh ging mein Sohn mit seinen Unterlagen und dem Antrag zum Amt. Dort wurde der Antrag angenommen, Geld gab es noch immer nicht. Er solle am nächsten Tag wieder kommen. Was er auch artig tat. Wieder wurde er weggeschickt mit der Begründung, man müsse ja wenigstens mal kurz so einen Antrag überfliegen, was bis dato nicht geschehen war.

Was soll ich sagen, die Freude ist groß, heute ist der 4. August und er hat endlich das Geld für Juli und August erhalten.