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— Mittwoch, 11. Januar 2012 —

Paradox ist, im Jobcenter Hilfe zu erwarten [ Ein Kommentar ]

Es gibt Dinge, die glaubt man nicht, wenn man sie nicht selbst erlebt hat. Das Lustige daran ist, dass andere Menschen einem diese Dinge ebenfalls nicht abnehmen. Doch leider ist es so, dass einem solche Dinge ganz schnell widerfahren können, wenn man sich mit den „Spitzenkräften“ der Jobcenter abgeben muss. Wenn man die Vorgehensweise dieser Arbeitsvermittler einmal näher betrachtet, dann fragt man sich allen Ernstes, warum diese Leute überhaupt bezahlt werden. Deren Aufgabe besteht doch eigentlich darin, dass sie den Arbeitslosen Stellen vermitteln, damit diese wieder aus der Statistik verschwinden. Ich habe leider eine andere Erfahrung machen müssen.

Wahnsinn, der Methode hat

Gleich bei meinem ersten Besuch beim Arbeitsvermittler habe ich eine Vereinbarung unterschreiben müssen. Darin wurde als wesentlichster Punkt festgehalten, dass ich mich um alles kümmern muss, damit ich wieder eine Arbeitsstelle bekomme. Sollte ich dies nicht tun, dann würden mir meine Leistungen gekürzt, die ohnehin schon recht dürftig sind. Also ich finde das ein starkes Stück. Wenn ich nicht die Arbeit des Vermittlers erledige, dann bekomme ich keine Leistung. Versuchen Sie das mal auf Arbeit umzusetzen. Sie sagen einem Kollegen, dass er Ihren Job erledigen soll, andernfalls bekommt er kein Gehalt.

Es lebe die deutsche Bürokratie

Da wird in unserem Staat immer davon gesprochen, dass keiner allein gelassen wird und man immer Hilfe erwarten kann. Wer sich auf diese Aussage verlässt, der ist verlassen. Nicht nur, dass man schon die Aufgaben der Arbeitsvermittler übernimmt, zu allem Überfluss suchen die Bediensteten im Jobcenter nach jeder Gelegenheit, um die Leistungen einzustellen. Wenn ich wieder mal arbeitslos werden sollte, dann werde ich mich für einen solchen Posten bewerben.

— Mittwoch, 28. Dezember 2011 —

Nach viel Dunkelheit kommt auch wieder Licht? Nicht beim Arbeitsamt (ARGE) [ Keine Kommentare ]

Die Zeit, während ich auf die Arge angewiesen war, zählt zu den finstersten Kapiteln in meinem Leben.

Es ist nun schon einige Jahre her. Damals trennte ich mich von meinem Ehemann. Bald fand ich einen neuen Lebensgefährten. Er hatte einen Blumenhandel. Ich stieg als Floristin in sein Geschäft ein und unterstützte ihn. Zunächst lief alles gut. Der Kundenstamm wurde größer und die Umsatzzahlen erhöhten sich. Ich lebte derweil von Unterhalt, Erspartem und Kindergeld.

Der Euro!

Mit dem Währungswechsel im Jahr 2002 nahm dann das Unglück seinen Lauf! Die Kunden blieben aus und die Umsatzzahlen gingen deutlich zurück. Mein Partner konnte damit nicht umgehen und wurde depressiv. Die Schulden und Zahlungsverpflichtungen wuchsen schnell an. Das Geschäft wurde geschlossen und mein Partner musste Unterstützung beim Amt beantragen.
Da er in meinem Haushalt wohnte, wurde aus uns eine Bedarfsgemeinschaft.

Merkwürdige Vorgehensweisen!

Sämtliche Einkünfte meinerseits wurden nun mit seinen Ansprüchen in einen Topf geworfen. Zwischenzeitlich wurde ich von meinem Ex-Mann geschieden. Laut Scheidungsurteil musste er eine hohe Abfindung an mich zahlen. Die wurde sofort vom Amt eingezogen und mit den gezahlten Leistungen verrechnet. Obwohl ich für meine Kinder und mich normalerweise gar keine Unterstützung benötigte. Das Defizit entstand nur durch meinen Partner.
Weiterhin wurde ich zum Verkauf des gemeinschaftlichen Hauses gezwungen. Vorher wollte das Amt mich nicht bei der Krankenkasse anmelden.
Als ich mich dann selbstständig machte, erhielt ich auch keine Unterstützung seitens des Amtes. Immer wurden mir Steine vor die Füße geworfen. Ich konnte nur mithilfe von Freunden wieder aus diesem Loch herauskommen.

— Donnerstag, 22. Dezember 2011 —

Nur 24 Stunden arbeitslos und einen ganzen Tag Bürokratie [ Keine Kommentare ]

Nach 11 Jahren Selbstständigkeit, sah ich mich gezwungen, mein Unternehmen aufzugeben und beruflich neu umzusatteln. Hierfür beantragte ich eine Förderung des Landes Thüringen. Um Anspruch auf die Förderung zu haben, musste ich mich für 24 Stunden arbeitslos melden, damit ich eine Unterschrift bekomme, dass mir vom Arbeitsamt oder der Arge, kein Geld zu steht.

Spießrutenlauf in der Arge

Ich fuhr also auf die Arge in Erfurt und gleich bei meiner Anmeldung, machte ich Bekanntschaft mit grenzenloser Bürokratie und Unverständnis, sowie einem rüden Umgangston der Mitarbeiter. Da meine Geduld nach 2 Stunden Wartezeit aufgebraucht war, wies ich die Mitarbeiterin auf ihren Umgangston hin und erntete noch einen barschen Umgangston, in dem sie mir mitteilte, ich solle “die Füße stillhalten, schließlich will ich ja was haben”. Eine Unterschrift, entgegnete ich darauf hin, sowie die Zimmernummer des Amtsleiters.
Nach einigen missbilligenden Blicken, bekam ich die Zimmernummer und wollte beim Amtsleiter eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen. Nur war dieser, rein zufällig, nicht im Hause wie man mir mitteilte.

Ein schwerer Weg zum Erfolg

Also beließ ich es dabei und widmete mich weiterhin der Suche, einen Mitarbeiter zu finden, der mir die notwendige Unterschrift gibt.
Zuhören ist nicht die Stärke der Mitarbeiter der Arge in Erfurt, wie ich schnell bemerkte.
Der achte Mitarbeiter, bei dem ich ankam, wusste endlich dass ich kein Geld wollte, sondern nur eine Unterschrift benötige und dann umgehend die Arge verlasse. Schnell bekam ich die Unterschrift und der Mitarbeiter fragte mich, warum ich nicht gleich zu ihm geschickt wurde. Der Empfang weiß es.

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