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— Donnerstag, 1. Dezember 2011 —

Sind Sie noch in der Statistik oder schon saisonbereinigt? [ Keine Kommentare ]

saisonbereinigte Statistik Arbeitsamt Cartoon Comic

von NEL in der TLZ am 01.12.2011

— Freitag, 4. November 2011 —

Schubladencoaching [ Keine Kommentare ]

Da ich durch die Verlagsschließung in das Team Chance 50 plus gewechselt wurde, geriet ich natürlich sofort in das Maßnahmen- Karussell. Ein Coaching wurde vereinbart. Was ist der Sinn dieses Coachings? Das habe ich bisher noch nicht begriffen, auch nach 5 Sitzungen nicht!!

Die Sozialpädagogin ist nicht unsympathisch, doch wohin diese Gesprächsrunde führen soll, weiß die Dame dies schon? Man befand meinen Lebenslauf als zu lang, Bewerbungsanschreiben sollte ich ebenfalls mitbringen. All dies tat ich bisher, nur darüber wurde noch nie gesprochen.

Coachinggespräch

Am liebsten hält sich die Sozialpädagogin mit der Frage auf, wie es mir geht. Beim letzten Mal erzählte ich ihr von meiner noch ganz jungen Tätigkeit bei textbroker.de. Ich war sehr euphorisch, merkte ich doch, dass ich mit meinem Drang zu schreiben, was erreichen kann. Mein Traum, daraus eine Bezahlung zu erreichen, die mir ein Monatseinkommen sichert. Ich erzählte dies munter und fröhlich. Daraufhin bemerkte die Dame:

„Passen Sie auf, dass Sie nicht über die Grenze von 165 € kommen, soviel dürfen Sie dazuverdienen ohne Abzug!“

Ich starrte die Sozialpädagogin völlig perplex an. Obwohl dies nicht mein normaler Sprachstil ist, platzte es aus mir heraus. „Das ist mir völlig scheißegal, ich will aus Hartz IV ausbrechen. Wenn ich dann harte Monate überstehen muss, dann ist es eben so.“ Darauf schaltete Sie sofort um und fragte: „Was sind Ihre Zielvorgaben für Oktober und November?“ Ich antwortete: „Na im Oktober denke ich 200 €, im November vielleicht bis 300 €.“ In welche Schublade passe ich nun?

— Donnerstag, 3. November 2011 —

Wie eine Sachbearbeiterin Ihre Sprache verliert [ Keine Kommentare ]

Ich sitze im Landkreis Verden und warte, bis der Informationsraum frei wird. Eigentlich habe ich ja nur etwas abzugeben und könnte dies auch in den internen Briefkasten werfen – doch damit habe ich bereits mehrfach die Erfahrung gemacht, dass meine Post angeblich nicht angekommen sei. Nein, lieber warte ich die paar Minuten.

Die ganze Zeit schon sitzt ein südländisch aussehender Mann neben mir und schaut ständig auf seine Uhr. Ich lächle ihm beruhigend zu und frage, wann er denn einen Termin habe. Weil er offensichtlich nur wenig Deutsch versteht deute ich auf meine Armbanduhr und auf eine der Türen – dann geht ihm ein Licht auf und er antwortet: „Neun Uhr hier, jetzt schon Neun Uhr vierzig – Frau noch nicht da.“ Auch er zeigte auf eine der Türen.

Wird seine Geduld belohnt?

Nach weiteren zehn Minuten geht die Türe eines Büros auf und heraus kommt eine streng wirkende Frau und ruft einen Namen in den Flur. „Ja … das ich!“ rief der Mann zurück und stand auf. „Herr T. ich brauche noch die Unterlagen …. von Ihnen“ und zählte einige Kürzel der betroffenen Formulare auf, „haben Sie die jetzt dabei?“ Er schaute mich hilfesuchend an und ich stand auf und ging hinüber. „Gehören Sie zu Herrn T.?, fragte Sie mich. „Nein, aber ich glaube er versteht Sie nicht, wenn Sie so schnell sprechen.“ „Dann setzen Sie sich wieder, ich komme auch ohne Sie klar!“, fauchte sie mich an.

„Sie nicht verstehen Deutsch? Dann Sie kommen morgen wieder, bringen Dolmetscher mit. Ich können nicht mit Ihnen arbeiten, wenn nicht Deutsch verstehen Sie!“ und zu einer vorbeigehenden Kollegin gewandt: „Ist der blöd oder was? Der versteht kein einziges Wort und will hier Ansprüche geltend machen!“

Mir blieb die Spucke weg vor so viel Menschenfeindlichkeit und ich war froh, dass der Informationsraum gerade frei wurde.

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