Hartnäckigkeit wird belohnt!

Die Sache ist jetzt zwar schon zwei Jahre her, aber ich denke, dass sie sich regelmäßig deutschlandweit wiederholt. Zum damaligen Zeitpunkt erhielten wir (meine schwangerer Frau und einem Kind) ergänzendes ALG II. Jeden Monat musste die Gehaltsabrechnung eingereicht werden. Fast jeden Monat gab es eine Überzahlung mit anschließender Rückforderung. Eigentlich war die Zahlung regelmäßig vor dem 1. auf meinem Konto. Nur diesen einen Monat nicht. Wir haben bis zum 5. des Monats gewartet – kein Geld.

Nur mit Widersprüchen kommt man weiter

Am 6. hatte ich dann frei, weil ich nachmittags einen Arzttermin hatte. Also am vormittags in die ARGE. Problem geschildert und erstmal warten. Dann kam ich zu einer Dame, die mich dann fragte, ob ich eine Änderung im Vormonat gehabt habe. Diese Frage bejahte ich, ich hätte jeden Monat eine Änderung. “Na dann, ist ja alles klar, wir hatten ein Softwareproblem und alle, die letzten Monat eine Änderung gehabt haben, haben kein Geld bekommen. Das Geld wird Ihnen in den nächsten Tage überwiesen.” – Die Antwort befriedigte mich nicht und ich erwiderte, dass ich das Geld nicht in den nächsten Tagen bräuchte, sondern sofort und ich meine Sachbearbeiterin sprechen wolle. Da wurde die Dame leicht unfreundlich und Griff dann zum Hörer, um meine Sachbearbeiterin anzurufen. Die hätte heute frei, so die Dame von der ARGE. Dann will ich die Vertretung sprechen. Irgendwie wollte die Dame nicht. Als ich ihr erklärte, dass ich mit dem Ziel hierher gekommen bin, erst wieder zu gehen, wenn ich zumindest einen Verrechnungsscheck in der Hand halte, griff sie erneut zum Hörer. Naja, geht doch, dachte ich. Am Telefon wurden Informationen ausgetauscht, dann drehte sich die Dame triumphierend zu mir und sagte: “Sie bekommen doch nur ergänzendes ALG II, da sie ja noch Gehalt beziehen”. “Tja, das reicht aber nicht, darum gibt es ja noch ergänzendes ALG II und das brauche ich heute”, antwortete ich. Wieder wandte sich die Dame ihrem Gegenüber am Telefon zu, kurze Rücksprache mit ihm und dann legte sie auf. “Sie haben doch was unterschrieben, dass sie Elterngeld beantragen und da brauchen wir den Bescheid”, frohlockte die Dame, darum haben Sie kein Geld bekommen, weil noch Unterlagen fehlen. Wie jetzt? Ich sagte der Dame, dass wir so nicht weiter kommen würden und ich daher mal mit der Teamleitung sprechen wolle und das Schreiben, welches ich unterschrieben haben soll, möchte ich gerne mal sehen. Wieder Griff die Dame zum Hörer. “Die Teamleiterin ist erst heute Nachmittag wieder im Haus, da müssen sie heute nachmittag wiederkommen.” – ich antwortete ihr, dass ich das nicht tun werde, da ich einen anderen Termin habe und teilte mit, dass ich dann eben den nächst höheren Vorgesetzten sprechen wolle, irgendein muss ja da sein, der die Verantwortung trägt. – ich sollte dann wieder in der Wartezone Platz nehmen, ich würde dann aufgerufen. Dort musste ich dann ca. 30 Minuten warten. In der Zeit bekam ich mit, dass offensichtlich weitere Personen kein Geld bekommen haben. Diese waren aber leider nicht so hartnäckig.

Ziel erreicht- das lange Warten wird bezahlt

Irgendwann kam dann eine andere Dame und bat mich mitzukommen. Wir gingen in den 1. Stock, zu den Leistungsberechnern, in ihr Büro. Die Dame war anscheinend eine Teamleiterin. Ich schilderte nochmals die Problematik und teilte ihr auch mit, dass ich unbedingt das von mir unterschriebene Schriftstück sehen möchte. Sie blätterte in meiner Akte und legte mir dann einen Aktenvermerk (nur von meiner Sachbearbeiterin unterschrieben) vor. Darin stand, dass ich Elterngeld beantragen wolle und den Bescheid vorlege, sobald er mir vorliegt. “Wo bitte ist da meine Unterschrift drauf? Das ist ein Aktenvermerk. Ihre Kollegin hat mich ganz klar belogen.” – Die Dame räumte dann ein Missverständnis ein und gestand mir ein, dass sie mit dem Leistungsberechner reden würde und ich ausnahmsweise eine Zahlkarte für den Kassenautomaten bekommen würde. – na also, geht doch. Ich musste vor der Tür warten und die Dame nahm meine Akte mit in ein anderes Büro, dort werde mein Anliegen nun bearbeitet. Ich wartete auf dem Flur mit rund einem Dutzend anderen Menschen. Nach 20 Minuten kam ein junger Sachbearbeiter vor die Tür und hielt mir einen Aktenvermerk unter die Nase, den ich unterschreiben müsste. – Halt, erstmal lesen. Darin stand, dass ich, obwohl ich den Elterngeldbescheid noch nicht vorgelegt habe ausnahmsweise doch Geld bekommen würde. – wie gnädig von der ARGE. Ich teilte dem Herr mit, dass ich das in dieser Form nicht unterschreiben werde, da ich damit unterschreibe, dass ich ein Versäumnis begangen habe und dem nicht so sei. Der Herr war leicht irritiert und fragte mich, was er denn schreiben solle, damit ich das unterschreibe. Ich diktierte ihm den Text und er ging wieder in sein Büro. Die mit auf dem Flur Wartenden verfolgten das Ereignis mit großem Interesse. Nach fünf Minuten kam der Sachbearbeiter wieder heraus und legte mir das Schreiben vor. Ich bat ihn, in sein Büro zu gehen. “Warum?” fragte er. “Schon mal was von Datenschutz gehört”, erwiderte ich. Außerdem teilte er sich ein Büro mit meiner eigentlcihen Sachbearbeiterin und ich wollte sehen, ob sie sich nur verleugnen ließ. Sie war aber wohl tatsächlich nicht da. Ich habe das Ding dann unterschrieben und die Karte für den kassenautomaten bekommen und bin mit Bargeld aus der ARGE herausgegangen.
Das Ganze hat gut 90 Minuten gedauert. Das so durchzuziehen war aber auch nur möglich, weil ich mir vorher das Ziel gesetzt habe, mit Bargeld wieder herauszugehen und genau wusste, dass ich keinen Fehler gemacht habe.
Ich habe diesen Bericht geschrieben, um anderen Mut zu machen auch mal hartnäckig etwas einzufordern was einem zusteht.

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— Kommentare —

  1. derbaron sagt:

    “Warum?” fragte er. “Schon mal was von Datenschutz gehört”, erwiderte ich. Außerdem teilte er sich ein Büro mit meiner eigentlcihen Sachbearbeiterin und ich wollte sehen, ob sie sich nur verleugnen ließ. Sie war aber wohl tatsächlich nicht da. ”

    Na Potzblitz.. das war eine Enttäuschung was? Datenschutz muss also herhalten.. tzzz

    Hat sich ja geklärt. Irrtümer passieren überall. Das ist Menschlich.

    ” Fast jeden Monat gab es eine Überzahlung mit anschließender Rückforderung. ”

    Na warum hast Du das nicht sofort geklärt? Bei Mehr-Geld ist es alles nicht so dringend, oder.

  2. Werniman sagt:

    @derbaron
    Man merkt,daß du selbst zu diesen Amtsschimmeln gehört. Wenn es um Versäumnisse der Antragsteller geht, ist immer er Schuld,weil er sich nicht an die Gesetzeslage gekümmert hat. Handelt das Amt rechtswidrig, so sind es immer Missverständnisse, Überarbeitung, angeblich verschwundene Unterlagen und weiß der Geier was noch. Nur Absicht ist angeblich nie im Spiel. Glaubst du den Scheiß,den du da schreibst, eigentlich selbst, du Knalltüte ?

  3. derbaron sagt:

    Ich bitte dich diese unflätigen Äusserungen meiner Person gegenüber zu unterlassen (“Knalltüte”)

    Das dort Absicht im Spiel ist, ist eine Vermutung aus der Glaskugel.

  4. Werniman sagt:

    Sorry, ist mir so rausgerutscht. Und was die Sache mit der Vermutung angeht: Such dir willkürlich ein paar Leute aus deinem Wartezimmer raus und frag sich, bei wem noch nichts von dem vorgekommen ist, was du hier als Zufälle, Missverständnisse usw betitelst. Du wirst KEINEN Kunden finden, bei dem das noch nicht vorgekommen ist. Und wie du weißt,hat dein Brötchengeber nicht nur einen Kunden. Da fällt es doch arg schwer, nicht an Absicht zu glauben.

  5. derbaron sagt:

    Ja das kann natürlich sein. Ich denke aber es gibt genug bei denen alles glatt läuft, nur von denen wird man nichts hören.

    Dazu ist auch interessant:

    http://www.focus.de/politik/deutschland/statistik-der-bundesagentur-fuer-arbeit-nur-jede-25-hartz-iv-klage-ist-erfolgreich_aid_781373.html

  6. Diskus sagt:

    Den Kommentaren von derBaron entnehme ich nur eines. Es muss meiner Meinung nach schon ein Intelligenzallerhiker sein, sonst würden solche äußerungen zu jedem einzelnen Thred hier nicht kommen.
    lg Diskus

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