10 Jahre Dilettantismus und Hass

Es ist wohl eine etwas längere Geschichte die ich zu erzählen habe.

Prolog:

Angefangen hat es vor gut 10 Jahren, als ich infolge des Platzen der DotComBlase arbeitslos wurde.

Oder besser gesagt garnicht direkt wegen dem Platzen der Blase, sondern wegen dem Bankenklima danach.

Ich hatte damals gerade meine Ausbildung zum Fachinformatiker beendet übernommen hät ich werden sollen bis sich rausstellte, dass die Firma sehr unvorteilhafte Verträge mit dem Toll Collect Konsortium eingegangen war. Bezahlung bei Inbetriebnahme stand dort als Termin. So verzögerte sich die Bezahlung von Automaten im Wert von 80 Millionen €  um gut 1,5 Jahre.

Dieses lies jetzt die Banken verlangen entlasst 10% eurer Mitarbeiter oder eure Kreditlinie wird gestrichen und Ihr seit insolvent. Da war an eine Übernahme garnichtmehr zu denken.

Entweder Ich oder der Kollege mit den 2 kleinen Kindern war die Wahl die mein Abteilungsleiter hatte. Wie das ausging steht wohl ausser Frage. Sozialverträglicher Abbau :(.

Leichter gesagt als getan

Als Fachinformatiker AW zählte ich anfangs zu den Akademischen Berufen und war im für mich zuständigen Arbeitsamt auch von in dem Berufsfeld erfahrenen Mitarbeitern betreut, welche aber schlicht nichts für mich machen konnten, da es keine Arbeit gab.Also  wurde eine Weiterbildung zum Netzwerkadministrator “vorgeschlagen”, die ich aus Ermangelung von Alternativen warnahm. Während dieser Massnahme strukturierte das Arbeitsamt um. Fachinformatiker war jetzt kein akademischer Beruf mehr sondern zählte zu den allgemeinen Berufen. Das hatte zur Folge, dass es keinen Sachbearbeiter mehr gab der in dem Berufsfeld erfahren gewesen wäre. Als es während der Weiterbildung zum Netzwerkadmin notwendig war eine Prüfung zu wiederholen sollte das eigentlich kein Problem darstellen, da eine Wiederholungsprüfung bei den Bewilligungen für den Kurs bereits enthalten war. Alles was zu tun wäre, ist kurz dem Arbeitsamt bescheid sagen, die Erlaubnis abholen und am nächsten Tag die Prüfung zu wiederholen.

Klappte bei allen anderen Teilnehmern auch, die waren eben nicht bei meinen Arbeitsamt. Dank der Umstrukturierung waren jetzt völlig neue Sachbearbeiter zuständig. Die mit Verlaub total inkompetent waren! Aus dem 30 Minuten für ausfüllen des Formulars wurden geschlagene 3 Wochen Wartezeit bis sich der Sachbearbeiter eine Etage höher schlaugemacht hatte ob er es bewilligen darf. In dieser Zeit konnte ich die Prüfung nicht wiederholen und musste auch die weiteren anschliessenden Prüfungen aussetzen bis ich die eine Prüfung nachgeholt hatte. Am ende durfte ich 3 Prüfungen direkt nacheinander ablegen. Im Anschluss an den Kurs sollte es auch eine intensive Betreuung durch das Arbeitsamt geben in dem wir intensive bei einer Stellensuche unterstützt werden sollten. Der Engagierte und wohl auch kompetente Mitarbeiter stellte sich in der letzten Woche des Kurses kurz vor und vereinbarte mit uns allen Gesprächstermine. Als wir zu unserem Terminen aufliefen fanden wir an Seiner Bürotür nur ein Schild wir mögen uns bitte 1 Etage tiefer in Raum XY melden. Dort wurde uns mitgeteilt das der Herr YXZ nicht mehr für uns zuständig wäre und es auch keine Betreuung mehr gäbe. Daraufhin bin ich zum Abteilungsleiter. Da er im Moment in einer “Besprechung” war musste ich 2 Stunden vor seinem Büro warten. Während ich so wartete lief mir der Sachbearbeiter über den Weg mit dem ich verabredet gewesen war. Wir kamen kurz ins Gespräch und auf meine Frage warum er nicht mehr zuständig wäre bekam ich nur ein: “Kann ich nicht sagen ansonsten dürfte ich mich direkt hinter Ihnen in die Schlange der Arbeitslosen einreihen.”

 Das Arbeitsamt kann sich ja alles erlauben

Das anschliessende Gespräch mit dem Abteilungsleiter war ebenso Sinn- wie Erfolgslos. Es gibt die vom Gesetz vorgeschriebene Betreuung im Anschluss der Weiterbildung nicht und damit Basta. Mehr erreichte ich nicht. Mehr erreichte keiner der weiteren Teilnehmer des Kurses. Falls jetzt jemand annimmt, dass Ich als Fachinformatiker ein einigermassen erträgliches Arbeitlosengeld bekommen hätte, Fehlanzeige,  den als direkt nach der Ausbildung arbeitslos gewordener bekam ich nur 410 €. Dieses wurde damit gerechtfertigt das es keinen Tarifvertrag für Fachinformatiker gäbe und damit das Arbeitsamt das Recht besitzt mich einzustufen wie Sie wollen. Ich wurde als Elektriker mit halber Stelle im öffentlichen Dienst eingestuft. Die Folge war, dass ich die meiste Zeit auf dem Sozial- und Wohngeldamt verbringen durfte um wenigstens das Existenzminimum durchzusetzen. Diese Zeit stand nun natürlich nicht mehr für die Stellensuche zur Verfügung. Ganz zu schweigen, das ich finanziell nichteinmal in der Lage war Bewerbungen zu verschicken.Von der Wahrnehmung von Vorstellungsgesprächen ganz zu schweigen, Fahrtkosten wurden nur im Nachhinein erstattet. Zum Auslegen hatte ich jedenfalls keinen Cent über. Meine oppulenten Bezüge gingen alle zum Überleben drauf.

Fortsetzung folgt.

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— Kommentare —

  1. derbaron sagt:

    Ich lese immer nur Arbeitsamt… und alles spielt sich im alten Griechenland ab.

    Wo ist der aktuelle Bezug zu JCs/Hartz IV?

  2. Lockez sagt:

    Hallo Torsten,

    ich kenne das sehr gut wenn man noch nicht einmal Geld für Portokosten über hat! Und so geht es vielen H4-Empfängern.
    Leider gibt es zuviele Menschen die sich sowas gar nicht vorstellen können, entweder wegen akuten Hirnmangel oder überheblicher Selbstgefälligkeit.

  3. Torsten sagt:

    Wieso Torsten? Ich hab das nicht geschrieben. Das ist die Geschichte von cygnusalfa – nur zur Info.

  4. Lockez sagt:

    Sorry, hab das nicht gesehen! :)

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